„Wir helfen kurzfristig und engagieren uns langfristig“

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Der Verein Hoffnung Schenken aus Neustadt/Erlach unterstützt Kinder und Erwachsene in Armut, Krankheit oder sonstigen Notsituationen – zu 100 Prozent ehrenamtlich. Grund genug für uns, diese Arbeit mit einer Spende von 2.000 Euro zu würdigen. Im Interview erklärt Christian Reckentin, 1. Vorsitzender von Hoffnung Schenken, was der Verein leistet und wofür das Geld eingesetzt wird.

Hoffnung Schenken ist noch ein junger Verein, gegründet im Juni 2015. Wie kam es zu der Idee?

In unserer kleinen Dorfgemeinschaft hilft man sich. Das haben wir in unserem Freundeskreis seit jeher gemacht, zum Beispiel für Kindergärten, und auch Unternehmen wie Mitbürger angesprochen, die uns dabei unterstützen. Mit größeren Projekten ist auch unser finanzieller Bedarf gewachsen – die transparente Struktur eines gemeinnützigen Vereins, bei dem alle Einnahmen ausschließlich und nachweislich für die Projekte eingesetzt werden, erhöht die Bereitschaft zur Spende.

Ihr Verein besteht aktuell aus acht ehrenamtlichen Mitgliedern und 40 weiteren Fördermitgliedern – wie meistern Sie Ihre Projekte und die gleichzeitige Organisation von Benefizveranstaltungen?

Der Aufwand ist in der Tat in den vergangenen Monaten erheblich gestiegen – darüber wollen wir nicht klagen, denn wir sehen die Ergebnisse unseres Engagements und das Lächeln der Kinder. Das ist der wichtigste Lohn. Nichtsdestotrotz freuen wir uns über jede Sach- oder Geldspende und natürlich jede weitere helfende Hand – und sei es nur für die Organisation unserer Grill- und Getränkestände während unserer Events. Wir heißen alle willkommen, die einen Beitrag leisten wollen.

Wie sieht die Unterstützung in den Projekten konkret aus?

Wir widmen uns ausschließlich Kindern und Erwachsene in Armut, Krankheit oder sonstigen Notsituationen aus der Region – damit wollen wir der Umgebung und den Menschen aus unserer Heimat etwas zurückgeben.

Ein Projekt ist für uns immer die konkrete Unterstützung eines hilfsbedürftigen Kindes und der Familie. Am besten verdeutliche ich das am Beispiel unseres aktuellen Projekts Florian, in das übrigens die Spende von SALT Solutions direkt einfließen wird. Der 12-jährige Florian aus Steinfeld leidet unter einer globalen Entwicklungsstörung. Ihm soll mit der Unterstützung des Vereins eine Delphin-Therapie ermöglicht werden. Diese Delphin-Therapie hilft Betroffenen, bis zu vier Mal schneller und mit größerer Intensität zu lernen und somit den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Neben der Therapie fallen dafür erhebliche Reisekosten an – daher ist es das bislang aufwändigste Projekt.

Bei der Spendenübergabe (v.l.): Dr. Hans Christoph Dönges (Mitglied der Geschäftsleitung SALT Solutions AG), Daniela Ladnar (Qualitätsmanagement SALT Solutions AG), Christian Reckentin (1. Vorsitzender Hoffnung Schenken n.e.V.)

Was passiert mit den Kindern nach Projektabschluss?

Wir denken in Projekten, in denen wir eine bestimmte Hilfe realisieren wollen, sehen unser Engagement nach erfolgreichem Abschluss aber längst nicht beendet. Wir helfen kurzfristig und engagieren uns langfristig. Wir stehen also auch nach Projektabschluss an der Seite der Familien.

In einem unserer abgeschlossenen Projekte haben wir beispielsweise zwei maßgeschneiderte Schaukeln für ein Mädchen mit dem seltenen Rett-Syndrom anfertigen und installieren lassen. Dieses Mädchen braucht sehr viel Aufmerksamkeit von allen Familienmitgliedern – das ist für die ältere Schwester nicht immer leicht – also haben wir beschlossen, auch ihr einen langgehegten Wunsch zu erfüllen: Deshalb stand irgendwann ein Fahrrad vor ihrer Tür, sodass sie jetzt auch etwas für sich hat.

Geben Sie uns einen Ausblick: In welche Projekte und Veranstaltungen stecken Sie aktuell Ihre Energie?

Mit dem Open Air Hafenfest im Sommer in Neustadt am Main steht die bislang größte Veranstaltung an. Die Einnahmen kommen dem Projekt Florian zu Gute. Dieses Projekt verlangt in diesem Jahr unsere ganze Aufmerksamkeit. Darüber hinaus fragen weitere Familien bei uns an – aber wir müssen auch sehen, was mit unseren aktuellen Unterstützern möglich ist, schließlich engagieren wir uns alle ehrenamtlich und sind beruflich eingespannt.

Daher kann ich nur an alle Leser appellieren, sich ein Herz zu nehmen und dieser guten Sache für die Region ein wenig Zeit oder sonstige Unterstützung zu spenden.

 

Christian Reckentin ist Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender bei Hoffnung Schenken n.e.V. Der gebürtige Bayreuther arbeitet als Schichtbeamter bei der Polizei Würzburg und widmet seine Freizeit neben der Familie vor allem der Arbeit in dem gemeinnützigen Verein.

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