Digitale Sprach­assisten­ten im Alltag und Beruf

Alexa, SAP CoPilot und Sophia: Wie Maschinen lernen mit Menschen zu sprechen

Sprachassistenz
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Digitale Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant & Co. werden immer selbstverständlicher. Auch im Unternehmensalltag findet die neue Technologie Einzug. Wir haben uns die Frage gestellt: Was können Sprachassistenten heute schon und in welche Richtung soll es gehen?

Der Mensch besetzt die kognitive Nische in der Evolution. Das heißt, dass er wegen seiner Intelligenz, das soziale Miteinander und die Sprache im Besonderen Werkzeuge erschaffen und Technik entwickeln kann. Die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren, die Komplexität des Sprechens und die Vielzahl an Varianten, Sprachen und Kommunikationsmitteln gibt dem Menschen seine gesonderte Vormachtstellung.

Das unterscheidet ihn von anderen Spezies und ist einer der Gründe für unsere moderne Welt, samt Digitalisierung und allem was dazu gehört. Kommunikation verbindet, wodurch wiederum die Kooperation mit anderen Menschen oder heute sogar Maschinen ermöglicht wird. Das Stichwort lautet: Digitale Sprachassistenz.

Herausforde­rungen digitaler Sprach­assistenten

Menschliche Kommunikation über Sprache beruht nicht allein auf den kognitiven Fähigkeiten des Menschen. Für eine Kommunikation ohne Missverständnisse benötigt es außerdem den sozio-emotionalen Aspekt. Das heißt, dass sich Kommunikation nicht nur auf dem rein informativen Gebiet der Zeichenübermittlung bewegt. Für das Verstehen der übermittelten Nachricht spielt auch die Wahrnehmung und Interpretation des Gegenübers eine große Rolle. Forschungen haben ergeben, dass sowohl die Stimme, das Geschlecht als auch die Eloquenz und Effizienz im Hinblick auf die Bewertung der Kommunikation von Bedeutung ist.

Welche Folgen hat das für digitale Sprachassistenten? Die sozio-emotionalen Aspekte stellen für Entwickler von digitalen Sprachassistenten eine Herausforderung dar. Sie stehen vor der schwierigen Aufgabe, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie auch gerne vom Endanwender genutzt werden.

Insgesamt wird die Technik immer komplexer und eigenständiger, weshalb auch von Künstlicher Intelligenz – KI – die Rede ist. Doch wohin führt das? Zur Technik als eigene sozial handelnde Instanz? Heute sind es die digitalen Sprachassistenten und das autonome Fahren, das uns beschäftigt. Doch die Forschung geht noch weiter bis hin zu sozialen Robotern, die im Alltags- und Berufsleben vielleicht einiges an Unterstützung leisten werden.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Im Bereich der Sprachsteuerung gibt es für Entwickler einige Hindernisse zu überwinden:

  • Komplexität der Sprache: Sind Sprachassistenten in der Lage, verschiedene Dialekte und Aussprachegewohnheiten richtig zu interpretieren?
  • Umgebungsgeräusche: Wie weit ist der Sprecher vom Mikrophon des Sprachassistenten entfernt und wie hoch ist der Lautstärkepegel in der Umgebung?
  • Datensicherheit: Wann hört der digitale Sprachassistent mit und wie kann man verhindern, dass aus „Missverständnissen“ Sicherheitslücken werden?

Digitale Assistenten im Business-Umfeld

Längst haben virtuelle persönliche Assistenten wie Alexa, der Google Assistant oder Siri den Alltag der Digital Natives erobert. Wir können uns den Wetterbericht oder Nachrichten vorlesen lassen, unser Smartphone bedienen und Produkte im Internet bestellen. In Kombination mit Smart Home Geräten können wir sogar die Lichter in unserem Wohnzimmer dimmen – alles per Sprachbefehl. Nur indem wir mit dem Gerät sprechen haben wir Zugriff auf grenzenlose Anwendungen und müssen dafür weder Wörter eintippen noch eine einzige App auf unseren Smartphones öffnen.

Dass die Bedienung über Sprache so effektiv und intuitiv funktioniert, ist natürlich auch für Anwendungen in Unternehmen interessant. Und auch der Business Bereich entdeckt die digitalen Assistenten mit Sprachsteuerung für sich. Heute gibt es Anwendungen wie Alexa for Business oder auch den SAP CoPilot. Letzterer unterstützt als digitaler Sprachassistent Firmen bei der Überwachung und Steuerung zentraler Prozesse.

Solche Sprachsteuerungen für Unternehmen funktionieren ähnlich wie die Assistenten für Zuhause über die Voreinstellung auf bestimmte Geschäftsregeln via Machine Learning. Die Assistenten erkennen, in welchem Betriebskontext sich der Anwender befindet. Der Mitarbeiter kann so schneller an Informationen gelangen und umso rascher auf Prozesse zugreifen. So ist es zum Beispiel möglich, Termine einzustellen, auf Geschäftsberichte zuzugreifen oder Urlaub zu beantragen.

Die künstliche Intelligenz ermöglicht einen unmittelbaren Zugang zu relevanten Daten, ohne zusätzliche manuelle Eingaben und in kürzerer Zeit. Nutzer von Sprachassistenten wie dem SAP CoPilot profitieren von der Flexibilität und können so einfach ihre Prozesse optimieren.

Der Social Robot Sophia

Wie weit wird uns diese Kommunikation mit Maschinen noch bringen? Im Bereich der modernen Roboter gibt es bereits einige Beispiele, die auf eine Zukunft im Hinblick auf den Roboter als eigenen sozialen Akteur hindeuten. Ein glänzendes Beispiel ist der humanoide Roboter „Sophia“. Er verfügt laut Hersteller Hanson Robotics über künstliche Intelligenz. Sophia erkennt Gesichtsausdrücke, imitiert Mimik und Gestik realer Personen und erinnert sich an sie. Es ist möglich, mit ihr über vordefinierte Themen zu sprechen und sogar, was als besonders komplex gilt, zu scherzen. Sie erhielt als erster Roboter im Oktober 2017 sogar die Saudi-Arabische Staatsbürgerschaft. Sophia stellt eine neue Dimension der digitalen Sprachassistenz dar und könnte eventuell in der Zukunft als Lehrerin oder Assistenz im Geschäftsbereich eingesetzt werden.  

Die Intention der Hersteller von Sophia besteht darin, Roboter in der Zukunft vermehrt als Hilfe im Alltag und Beruf einsetzen zu können. Bislang ist eine serienmäßige Produktion aus finanziellen Gründen noch nicht möglich. Doch was heute wie Zukunftsmusik klingt, könnte schon bald Realität werden. Der Anfang ist schließlich schon gemacht. Digitale Assistenten werden sich weiterentwickeln. Können Sie sich Sophia als digitale Unterstützung in Ihrer Lagerlogistik vorstellen?

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