Whiteboard-Session: Lünendonk-Studie S/4HANA – die wichtigsten Erkenntnisse

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Für die aktuelle Lünendonk-Studie wurden Unternehmen zur S/4HANA-Transformation befragt. In diesem Video fasst Daniela Oppmann die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und gibt Ratschläge, wie Sie Ihre Transformation gestalten können.

Whiteboard-Session: Lünendonk-Studie S/4HANA
Whiteboard-Session: Lünendonk-Studie S/4HANA
Lünendonk®-Studie: Mit S/4HANA in die digitale Zukunft

Die meisten großen Unternehmen und Konzerne im deutschsprachigen Raum nutzen zur Steuerung ihrer Prozesse die ERP-Lösungen von SAP. Da SAP die Wartung und Pflege der vorherigen ERP-Anwendungen (R/2, R/3, Business Suite) voraussichtlich nur bis 2027 unterstützt, stehen viele SAP-Kunden vor der Herausforderung, von der Business Suite auf die neue Plattform S/4HANA zu migrieren. Der Druck zur Umstellung ist enorm hoch, doch wo genau stehen große Unternehmen bei ihren Planungen zur S/4HANA-Transformation? Welche Strategien zur Umsetzung der S/4HANA-Migration verfolgen sie konkret? Welche Prioritäten setzen sie und welche Herausforderungen ergeben sich dabei? Finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen in der neuen Lünendonk-Studie.



Video-Transkription

Willkommen zur Whiteboard-Session!

Ich möchte Ihnen heute die Ergebnisse der Lünendonk-Studie S/4-Transformation 2019 präsentieren. Befragt wurden 153 Unternehmen, von kleinen mittelständischen Unternehmen bis hin zu Großkonzernen, aber auch aus verschiedensten Branchen, sowohl im Manufacturing-Umfeld, aber auch Versicherungen, Logistikunternehmen, etc. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie zeigen, dass S/4-Transformation ein großes Vorhaben ist und erst wenige mit dem Transformationsprozess begonnen haben oder daran arbeiten.

Lassen Sie uns die Ergebnisse einmal ansehen: Rund zehn Prozent beschäftigen sich derzeit mit der Umsetzung. Woher kommt dieser Umstand, dass – obwohl die Zeit knapp ist wegen des Wartungsendes 2027 – nur eine geringe Zahl überhaupt mit der Transformation begonnen hat? Es besteht ein sehr hohes Maß an Unsicherheit. Und woher kommt diese Unsicherheit in den Unternehmen? Sowohl IT als auch Fachabteilung fühlen sich eventuell falsch oder minder informiert, haben wenig Orientierung zu S/4Hana und dazu, welche Möglichkeiten bestehen, und welche Herausforderungen es gibt, zum Beispiel bei der Architekturauswahl.

Ganz wichtig: Vorstudien sind in Arbeit! Das ist der erste Schritt, um mit der Umsetzung starten zu können. Nur drei Prozent schließen die Augen und sagen: „Wir warten ab und beobachten erst alle anderen und die Erfolge oder Misserfolge“.

Das resultiert natürlich aus den Herausforderungen, die diese S/4-Umstellung mit sich bringt. In historischen Unternehmen und gewachsenen Prozessen und Systemen ist es meist so, dass man vom System hin zum Prozess denkt. Wir müssen hier aber einen Wandel durchlaufen und vielleicht eine ganz andere Sicht einnehmen.

Drei wesentliche Perspektiven ergeben sich aus dem Thema Architektur. Wo wir früher nur in On-premise-Systemen gedacht haben – egal, ob in der Maschine oder in den Anwendungslösungen – gibt es mittlerweile die Lösungen, die in der Cloud verfügbar sind, aber auch alternativ On-premise, oder Lösungsvarianten, die hybrid betrieben werden. Eine Erkenntnis der Studie ist, dass 56 Prozent der Befragten immer noch die On-premise-Anwendung als wichtig und richtig für sich erachten.

Welchen Ansatz wählen Unternehmen für die S/4HANA-Transformation?

Das Datum 31.12.2027 stellt das Wartungsende für ECC durch die SAP dar. Mit diesem Wartungsende wird natürlich ein bestimmter Zeitdruck aufgebaut. Der bietet mir aber auch die Möglichkeit, mich zu entscheiden, mit welchem Ansatz ich denn diesen Weg gehe. Gehe ich nach einem Brownfield-Ansatz vor, der besagt, dass man bestehende Prozesse und Architekturen mitnimmt in die neue Lösungswelt? Oder gehe ich nach Greenfield, wortwörtlich auf die grüne Wiese, und beschäftige mich ganz neu mit den Systemen – unabhängig von meinen historisch entstandenen Systemwelten?

Auch hier überraschend: Mehr als 50 Prozent der Befragten entscheiden sich für den Brownfield-Ansatz, weil es auf den ersten Blick der Ansatz ist, der kostengünstiger und schneller zu bewältigen ist. Allerdings bietet der Brownfield-Ansatz eben nicht alle Optimierungspotenziale und Innovationen, die S/4 mit sich bringt, und man verharrt auf der Stelle: auf einem alten Stand jedoch in einem neuen System.

Der Punkt Best-Practice-Prozesse ist in den Studienergebnissen auch sehr aufgefallen. Die Best-Practice-Ansätze, die gedacht sind als Beschleuniger in Projekten zur S/4HANA-Umstellung oder für Prozesse in S/4HANA, finden nur bei 30 Prozent Akzeptanz. Vor allem in Automobil- und Manufacturing-getriebenen Unternehmen ist es so, dass Best-practice-Prozesse beinahe nicht zur Anwendung kommen können, was auch ein Hinweis ist, warum hier eine gewisse Art von Skepsis besteht, in diese Lösungswelt der SAP zu gehen.

Welche Vorteile hat der Umstieg auf S/4HANA?

Wo Herausforderungen sind, gibt es auch eine Chance für Ihr Unternehmen, nämlich auch in Zukunftsfähigkeit zu investieren. Zum einen kann man auf Business-Excellence-Prozesse setzen, so dass man im Geschäftsmodell, im Produkt und zum Kunden hin sich verändert kann, zeitgemäß bleibt und zukunftsfähig sein wird. Es betrifft aber auch den Prozess der Operational Excellence, wo man sich mit verbesserten Prozessen und auch integrativen Themen wesentlich verändern kann – verglichen mit alten Systemwelten –, wenn man erst einmal S/4HANA als Business Suite und Lösungsplattform im Unternehmen verfügbar hat.

Das soll diese Abbildung zeigen: S/4HANA ist der Grundstein, mit dem man End-to-end-Prozesse orchestrieren kann – egal, ob sie von Pay-to-procure über Order-to-cash bis hin zu Plan-to-produce ganz bis in die Tiefe denken – das ist mit S/4HANA möglich. Möglich ist auch, Maschinendaten, wie sie in produzierenden Unternehmen durchaus in Hülle und Fülle vorhanden sind, über IoT-Plattformen mit Prozessdaten in S/4HANA zu verquicken. In diesem Umfeld bieten sich dann viele neue Möglichkeiten: Natürlich die Einbindung von modernsten Technologien wie künstlicher Intelligenz, Machine Learning oder Robotic Process Automation, die auch hier wesentlich zu Veränderungen beitragen und am Ende möglich machen, dass optimierte End-to-end-Prozesse entstehen können aber auch, dass Geschäftsmodelle in Zukunft datenbasiert stattfinden.

Wie geht man bei der Umstellung am besten vor?

Ein wesentlicher Umbruch, den ich vorhin schon erwähnte, wird auch hier deutlich: Das Unternehmen und alle an der Umstellung Beteiligten dürfen nicht mehr vom System hin zum Prozess denken. Stattdessen muss man in Zukunft anders denken: Der Prozess, der End-to-end-Prozess vom Lieferanten bis hin zum Kunden durch das ganze Unternehmen, ist ausschlaggebend für das, was die Systeme leisten müssen. Die S/4-Umstellung von einem ECC-System ist also nicht nur eine technische Migration, sondern ein kompletter Wandel für Ihr Unternehmen und Sie haben die Möglichkeit, in Zukunft neue Wege zu gehen, wo Sie heute auf historischen Systemen und Prozessen aufsetzen.

Neuer Weg ist genau das Stichwort, das ich hier noch aufgreifen möchte. Wo ein Weg ist, da muss es auch ein Ziel geben. Das ist der gravierendste Punkt, den wir Ihnen an dieser Stelle empfehlen möchten: Finden Sie erstmal heraus, war Ihr Ziel des S/4-Umstiegs ist. Was wollen Sie verändern? Wollen Sie an Ihrem Produkt Veränderungen herbeiführen oder nur an Ihrem Prozess? Mit einer Definition des Business Cases und einer RoI-Rechnung sind erste Schritte getan. Aber es müssen weitere folgen, wie zum Beispiel die Erstellung einer Roadmap.

Sie müssen sich überlegen, welche Akteure Sie in Ihrem Unternehmen einbinden wollen. Häufig sind die Fachabteilungen die antreibenden Faktoren. Traditionell unterstützt die IT bei der Umsetzung und liefert dann entsprechend zum Prozess die richtige Systemwelt in einer richtigen Architektur. Doch genau das ist in der Studie auch auffällig gewesen: Prozess-Know-how und IT-Kompetenz sind schon auf dem Weg sicherzustellen – bis zu diesem Datum, Ende 2027, und darüber hinaus. Früher war IT das stützende System, heute ist IT der Treiber hinter all diesen Geschäftsmodellen und Prozessen.

In Ihrem Unternehmen ist dieses IT-Thema vielleicht in einer eigenen Abteilung beheimatet, aber es gilt, darüber hinaus Partner zu finden, die dieses Thema mit Ihnen gemeinsam zukunftsfähig gestalten. Das ist am Ende die Erkenntnis: Finden Sie einen Partner! Einen Partner, der nicht nur SAP-Kompetenz mitbringt, sondern eben auch Prozesskompetenz, Digitalisierungskompetenz und Architekturkompetenz für Sie an Bord hat, und mit Ihnen diesen Weg beschreitet.

Wir gehen gerne mit Ihnen auf den Weg der S/4-Transformation. Vielen Dank!

WHITEPAPER: SAP S/4HANA - So bereiten Sie die Migration vor

Wie können sich Unternehmen am besten auf eine S/4HANA Migration vorbereiten? Welche Voraussetzungen müssen Sie schaffen, damit die Migration Ihrer Systeme funktioniert? Erfahren Sie in diesem Whitepaper, welche 10 Aspekte schon vor einer S/4HANA-Einführung berücksichtigt werden sollten.

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