Whiteboard-Session: IoT-Plattformen einfach erklärt

IoT-Plattformen und das Internet der Dinge sind in aller Munde. In dieser Whiteboard-Session erklärt Kerstin Stapelmann, welche Rolle IoT-Plattformen in Ihrer IT-Landschaft spielen und welche zentralen Funktionen sie erfüllen. Dabei wird schnell klar: IoT-Plattformen sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Digitalen Transformation

Whiteboard:
Das digitale Kochbuch. Das Rezept für die Digitalisierung
Video-Transkription

IoT-Plattformen einfach erklärt

Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Whiteboard Session!

Es geht um IoT-Plattformen: Sie sind in aller Munde, das Internet der Dinge ist in aller Munde und heute wollen wir mal darüber sprechen, ob eine IoT-Plattform tatsächlich ein notwendiges Mittel zur Digitalisierung ist – und wenn ja, warum.

Wenn wir starten, überlegen wir uns als Unternehmen, was wir tun müssen, wenn wir unser Unternehmen digitalisieren wollen. Womit fangen wir an? Wir müssen uns um unsere Prozesse kümmern und darum, dass die Prozesse gut von Systemen unterstützt werden. Wir müssen die Maschinen und Objekte, die es gibt, anbinden. Und schon sind wir beim Thema: Denn das Internet der Dinge bedeutet natürlich, dass Maschinen, Objekte aber auch Prozessbestandteile und Aufträge digital werden müssen. Um die digitalen Dinge zu verwalten, brauche ich eine IoT-Plattform. Wie geht's jetzt aber von hier aus weiter?

Ich kümmere mich als Unternehmer, der auch im Markt von morgen noch erfolgreich sein und Kunden mit guten Produkten glücklich machen möchte, zunächst einmal darum, wie meine Prozesse aufgestellt sind. Sind sie aufeinander abgestimmt, sind sie userfreundlich und sind sie optimiert, sodass auch in Echtzeit Datenbanken verarbeitet werden können?

Wenn das der Fall ist, sehe ich zu, dass Systeme diese Prozesse an allen Stellen sehr gut unterstützen. Und wenn wir über Systeme reden, dann reden wir auch über das Enterprise Management System, das jedes Unternehmen im Einsatz hat. Wenn Sie eine SAP-Strategie haben, werden Sie trotzdem ein oder zwei andere Systeme im Einsatz haben, die es zu integrieren gilt.

Jetzt kümmern wir uns um unsere Maschinen und Objekte. In den heutigen Fabriken stehen viele Maschinen, die noch nicht mit Sensoren ausgestattet sind. Die neue Generation der Maschinen bringt das mit: Sensoren an den Maschinen funken in Echtzeit Mengen von Daten. Maschinen, die Sie heute bereits in den Fabriken haben, können Sie natürlich nachrüsten. Wenn die Maschinen mit Sensoren ausgestattet sind, dann habe ich die Möglichkeit, Maschinen- und Objektdaten anzuzapfen und diese Daten entweder im jeweilige Edge zu speichern, also direkt an der Maschine in einer Komponente, oder – und jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema – in einer IoT-Plattform.

VERSCHIEDENE FUNKTIONEN VON IOT-PLATTFORMEN

Die IoT-Plattform erfüllt im Bereich der Digitalisierung und für das Internet der Dinge ganz viele verschiedene Funktionen. Sie ist zunächst da, um Daten aufzunehmen. Daten können visualisiert und ausgewertet werden. Dazu braucht es Technologien. Die IoT-Plattform ist aber auch in der Lage, Prozesse zu steuern, Microservices darauf anzudocken, und vor allen Dingen versteht sie verschiedene Sprachen, die die Maschinen und Objekte heute mitbringen.

Anbieter von IoT-Plattformen gibt es diverse. Das Fraunhofer-Institut hat 2017 eine Studie dazu herausgegeben mit dem Titel „Der Dschungel der IoT-Plattformen“. Damals waren es über 400 Plattformen, die im Angebot waren, denn jeder möchte an diesem schnell wachsenden Markt mitverdienen.

Was macht die IoT-Plattform jetzt mit den Daten? Es reicht ja nicht aus, dass Maschinen und Objekte hier Daten hineinpumpen: Wir bilden hier digitale Zwillingen ab und wir nutzen verschiedene Technologien, um von diesen ganzen Daten Erkenntnisse zu ziehen.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ, MASCHINE LEARNING UND ROBOTIC PROCESS AUTOMATION

Da wäre als erste Komponente die künstliche Intelligenz oder das Machine Learning. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen landwirtschaftlichen Betrieb mit großen Ackerflächen, auf denen Sie Unkraut beseitigen müssen. Das wird heute von großen Maschinen durchgeführt, die mit Sensoren und Bilderkennung geschult werden, Unkraut von gewollten Pflanzen zu unterscheiden. Das heißt, dass die Maschine selbstständig Äcker abfährt und anhand der Bilderkennung immer abgleicht, ob sie Unkraut erkennt, das sie dann entfernt. Wenn die Maschine die Pflanze nicht erkennt, muss das Bild an jemanden weitergegeben werden, der der Maschine dann erklärt, ob es sich um Unkraut handelt und entfernt werden darf, oder etwas Anderes ist. Die Maschine lernt dazu. So kann man sich leicht vorstellen, dass die Ackerflächen der Zukunft von Robotern vollkommen selbstständig und außerhalb jeder denkbaren menschlichen Arbeitszeit von Unkraut befreit werden.

Dann haben wir Robotic Process Automation – ein Thema das gerade auch in aller Munde ist. Man spricht darüber, ob es eine Brückentechnologie ist, um eine Prozessautomatisierung mit Hilfe von Bots schneller voranzutreiben und damit auch noch nicht agile ERP-Systeme schneller automatisierbar zu machen. Die Robotic Process Automation arbeitet mit Chat Bots, die dem Menschen im Prozess den Schritt abnehmen, diesen Prozess weiter zu treiben. Ich automatisiere und eliminiere einen menschlichen Schritt im Prozess. Die Prognosen zur weiteren Entwicklung dieser Technologie gehen sehr stark in die Richtung, dass künstliche Intelligenz diese Bots noch weiter verbessern kann und dass wir in diesem Bereich erst am Anfang stehen.

Und zuletzt noch Blockchain: Und zwar als Absicherung und als Sicherheit in Lieferketten, die über mehrere Lieferanten hinweg funktionieren sollen, um am Ende die Echtheit und die Sicherheit von Waren- und Geldflüssen zu gewährleisten. Man kann sich das Thema Blockchain zum Beispiel in der Industrie vorstellen, wo ich Leihgestelle habe, die ich in mehreren Firmen zum Abstellen von Glasplatten verwende. Ich möchte immer wissen, wo meine Gestelle gerade unterwegs sind und was darauf vorhanden ist. Die Abrechnung dazu kann ich auch mit Smart Contracts vornehmen.

CONTINUOUS IMPROVEMENT UND NEUE GESCHÄFTSMODELLE

Wenn ich also meine Daten, die ich von den Maschinen und Objekten gezogen habe, in meiner IoT-Plattform habe und meine ganzen Technologien dazu benutze, diese Daten zu intelligenten Daten zu machen, dann fehlt mir noch ein Schritt, der über moderne Analytics und BI durchgeführt wird: Ich möchte aus den Daten tatsächlich Erkenntnisse gewinnen, was zwei Folgen hat.  

Die Erkenntnisse werden auf der einen Seite genutzt, um Prozesse zu verbessern. Damit befinde ich mich im Bereich des Continuous Improvement. Oder aber sie werden genutzt – und das ist ein zweiter, sehr wesentlicher Schritt im digitalisierten Unternehmen –, um neue Geschäftsmodelle ans Tageslicht zu bringen, die es bislang noch nicht gab. Hier sprechen wir über datenbasierte Produkte.

Stellen Sie sich zum Beispiel Windräder vor, die heute schon Daten abwerfen. Eigentlich erzeugt ein Windrad Strom, aber gleichzeitig gewinnen sie durch Sensoren auch Daten. Diese Daten werden an eine Versicherung verkauft, die dann auf Basis dieser Wetterdaten tatsächlich genauer vorhersagen kann, ob irgendwo Sturm- oder Wetterkatastrophen drohen.

EINE IOT-PLATTFORM BRAUCHT JEDER

So schließt sich das ganze Bild am Ende dahingehend ab, dass die IoT-Plattform eigentlich der zentrale Platz ist, um den sich die Digitalisierungsbemühungen drehen. Ich brauche sie, um Daten zu steuern, um Daten auswerten zu können, um tatsächlich Daten mit dem Enterprise Management auszutauschen, und last-but-not-least brauche ich natürlich auch eine IoT-Plattform, um für den Kunden oder für den Benutzer die Prozesse so einfach und so intuitiv wie möglich zu machen.

Sie sehen: Eine IoT-Plattform braucht jeder. Die Frage ist, welche. Und da gibt es natürlich ganz viele Anwendungsfälle in den Unternehmen, die die Auswahl beeinflussen. Wir helfen Ihnen gerne dabei.

WIE FÄNGT MAN AN?

Wie fängt man an? Natürlich wie ein Koch auch, wenn er ein neues Rezept ausprobieren will. Er macht es erst einmal nur für sich. Er beschließt also nicht, hundert Leute einzuladen, um dann einen Reinfall zu erleben. Sondern er fängt erst einmal klein an. Das könnte in Ihrem Fall bedeuten, dass Sie zunächst einen kleinen Prozess-Ausschnitt in ihrem Unternehmen aussuchen, den Sie genau mit diesen vier Schritten versuchen zu digitalisieren.

Wenn das gelungen ist, dann laden Sie die Familie zum Essen ein. Das heißt, dass Sie es dann schon etwas größer aufziehen und zum Beispiel die gesamte Montagelinie, den Spritzguss-Bereich oder den Blechbearbeitungsbereich digitalisieren. Sie können das selbst frei wählen. Zu guter Letzt, also wenn alles funktioniert hat, können Sie das Gericht für Verwandte, Bekannte und für die Familie gleichzeitig kochen. Das heißt dann, dass Sie Ihre ganze Fabrik digitalisieren.

Dann erleben Sie, wie Sie in diesem Vier-Schritt-Verfahren tatsächlich auf der Reise in die Digitale Transformation sind. Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren. Fangen Sie an! Das ist der Tipp, den ich Ihnen geben kann. Wenn Sie anfangen, werden Sie auf der Reise viele Erkenntnisse sammeln, viel lernen und den Weg sehr positiv beschreiten. Vielen Dank!

Whitepaper: Wie Sie Ihre Produktion zuverlässig digitalisieren

Der Weg zur Digitalisierung verspricht viel: Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, erwartet in Deutschland dank vernetzter und automatisierter Produktion bis 2025 Produktivitätssteigerungen von rund 78 Milliarden Euro allein in sechs relevanten Branchen. Erfahren Sie, wie Sie mit dem Internet of Things, Digitalen Zwillingen und einer maßgeschneiderte Industrie 4.0-Strategie Ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig ausbauen können.

Keine Updates
mehr verpassen:
1

Zurück