Whiteboard-Session: Intralogistik und S/4HANA

Wie gestalte ich in Zukunft meine Systeme?

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Wie geht es weiter mit der Logistik in SAP? Braucht es überhaupt SAP EWM? Und welche Deploymentvariante von EWM passt am besten? In dieser Whiteboard-Session erklärt Reinhard Ziegler die verschiedenen Möglichkeiten, um Ihre Logistik mit SAP S/4HANA auf die Zukunft vorzubereiten.

Video-Transkription


Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Whiteboard-Session von SALT Solutions, heute zum Thema SAP EWM!

Das Lagerverwaltungssystem Extended Warehouse Management (EWM) ist seit Jahren die wegweisende Intralogistiklösung der SAP. Das EWM ist bis 2027 im ECC 6.0 verfügbar, wird aber auch nach dem alternativlosen Wechsel von R3 auf S/4 die Intralogistiklösung der SAP bleiben und zudem dann mit der sehr schnellen In-memory-Datenbank HANA aufwarten. Das heißt eben, dass es dadurch noch leistungsfähiger ist.

In diesem S/4-Umfeld gibt es verschiedene Varianten oder verschiedenen Anwendungsgebiete. Welche Variante für sie die sinnvollste ist, das bestimmen Sie mit Ihren Prozessen, mit Ihrer Intralogistikstruktur, aber auch mit Ihrer Komplexität an Materialfluss, sowie mit Ihren Plänen, die Sie in der Zukunft als Ausbaustufe vorgesehen haben. Es ist also für jeden etwas dabei!

Das Stock Room Management und seine Funktionen

Beginnen wir mit der einfachsten Variante, dem Stock Room Management: Das ist die Lösung für alle, die jetzt WM im Einsatz haben, in der Grundausbaustufe kein Fiori benutzen und auch keine zukünftigen Ausbaupläne haben: Alle, die jetzt mit dem WM zufrieden sind, die würden das Stock Room Management nutzen. Dabei würde man dieses WM im sogenannten Kompatibilitätsmodus in das S/4 migrieren, kann dann dort dieses WM auch noch nutzen bis 2027, bevor Sie sich dann entscheiden müssen, ob Sie auf das SRM gehen oder auf das Embedded EWM.

Wer Strock Room Management nutzt, hat eine ganz normale Standard-Lagerplatzverwaltung, kann mobile Dialoge anbinden, man kann Qualitätsmanagement einbinden, eine Einlagerstrategie natürlich fahren, Inventuren, Lager Re-Org, Monitoring, aber auch Nachschub, Charge ist mit dabei, sogar eine kleine Produktionsintegration, sowie eine Verladungs- und eine Verpackungsplanung. Also das optimale System für kleine, für manuelle Hand-Lager, bei denen sie interne Transporte und manuelle Transporte steuern möchten und vielleicht mobile Daten-Dialoge anbinden wollen.

Zu beachten ist, dass spätestens ab 2026 einige Module nicht mehr verfügbar sind, die im WM noch verfügbar waren, zum Beispiel das Value-Added-Services für Umverpackung, Umlabelung, oder das Cross Docking. Das Wave Management ist nicht mehr vorhanden, genauso wenig wie die noch in WM enthaltenen Lager- Steuerrechnerfunktionen, das Task and Resource Management und das Yard Management, das ab 2026 hier nicht mehr verwendbar.

Embedded EWM: Die Basic und Advanced Varianten erklärt

Wenn Sie also neben den Grundfunktionalitäten höhere Anforderungen an Ihre Lagerverwaltung haben, auch ein bisschen skalierbar und für die Zukunft offen sein wollen, dann ist das Embedded EWM die richtige Wahl für Sie. Welche Variante, Basic oder Advanced, das bestimmen Sie mit den räumlichen Gegebenheiten aber auch mit Ihren Artikeln, in Form von Menge, Gewicht, aber auch mit dem begleitenden Informationsfluss, den Sie abbilden wollen.

Die Grundfunktionalitäten sind im Basic vorhanden. Genauso wie beim Stock Room Management haben Sie hier die Inventur, Reporting, Ressourcen Management, Qualitätsmanagement, aber auch hier die Produktionsintegration natürlich, eine Lagerstruktur, die Sie abbilden können, sogar prozessorientiert. Sie haben eine Bestandsführung dabei, können mit Handling Units hantieren, Wareneingang, Warenausgang sowieso, sowie eine grafische Lagerplatzverwaltung. Das EWM Embedded Basic orientiert sich also sehr nahe am ursprünglichen WM.

Wenn Sie über diese Lagerverwaltung hinaus höhere Anforderungen haben, zum Beispiel ein Arbeitsmanagement einsetzen wollen, Value Added Services, Kitting, Wellenbildung oder Cross Docking, dann brauchen Sie das Advanced. Genauso wenn sie zum Beispiel Lagerleistungsabrechnung machen wollen, das so genannte Billing, oder wenn Sie Verpackung- und Packstückoptimierung machen wollen, Wareneingangs- oder -ausgangs- optimierungen, Dock Appointment Scheduling, Warenannahme, Versand oder auch das Modul des Transportation Management oder das Yard Management anbinden wollen, dann benötigen Sie ebenfalls die Advanced Variante.

Ganz besonders aber dann – und deswegen ist das auch besonders hervorzuheben – wenn Sie hier einen Materialflussrechner einbauen wollen, um Lagerautomatik anzubinden, um Ihre Materialflüsse im Lager abbilden zu können: dann benötigen Sie das MFS und damit das Advanced. Denn das MFS ist nur in der Embedded Advanced Variante enthalten.

Wann braucht man ein dezentrales EWM?

Das ist auch der Punkt der, wenn er in einer höheren Ausbaustufe vorliegt, Sie früher oder später zwingt in eine dezentrale Variante zu gehen. Wenn der Materialfluss besonders komplex ist, wenn Sie zum Beispiel eine hohe Anzahl an Meldepunkten haben, sehr komplexe, schnelle Fördertechnik im Einsatz haben, wenn Sie Pick-Roboter einsetzen wollen, oder schnelle Shuttle Systeme, dann benötigen Sie das dezentrale EWM, um eben nicht in Abhängigkeiten vom ERP-System langsamer zu werden und vielleicht nicht die nötige Response-Zeiten, die nötigen Antwortzeiten der unterlagerten Steuerung zu erhalten.

Ein weiterer Grund für das dezentrale EWM ist die Unabhängigkeit vom ERP. Wenn Ihr ERP-System in Downtime ist, zum Beispiel weil es gewartet werden muss, und Sie aber in Ihrem EWM über einen gewissen Arbeitsvorrat, noch ein paar Stunden autark arbeitsfähig sein wollen, dann ist es ein weiterer Grund ein dezentrales EWM auf eine eigene S/4HANA-Plattform aufzusetzen.

Ein dritter Grund wäre eine getrennte Release-Strategie. Im ERP-System sind Ihre Geschäftsprozesse so volatil, dass Sie jeden Release-Wechsel mitmachen müssen, im Lager möchten Sie das aber nicht machen, da möchten Sie auch mal ein paar Releases überspringen. Das können Sie eben mit so einer dezentralen EWM Variante einfacher tun. Und last-but-not-least: Wenn mehrere Fremd-ERP-Systeme angebunden werden sollen, dann ist das auch einfacher, wenn das EWM hier dezentral aufgesetzt wird.

So, das war auch schon der grobe Überflug über die Module, die Sie hier haben. Ganz am Ende würde ich Ihnen empfehlen, diesen Weg nicht alleine zu gehen: Nutzen Sie die Kompetenz von SAP-Partnern wie uns. Die unterstützen bei Konzept, bei Machbarkeitsstudien und erstellen für Sie eine Strategie für eine optimale Roadmap hin auf ihrem Weg zur Transition hin zu S/4. Am Ende steht eine Einführung, eine Realisierung eines der Module. Nutzen Sie auch da die Best-Practice-Ansätze von SAP-Partnern. Nach der Realisierung stehen sie dann auch zum Test, Go-live und bis hin zum Support zur Verfügung, um das System am Laufen zu halten.

Es bleibt mir nur, Ihnen viel Erfolg zu wünschen auf Ihrem Weg in eine robuste, resilient Logistikwelt. Dankeschön!

Projekt thyssenkrupp Marine Systems - Schiffbau: Automatisierte Lagersteuerung mit SAP EWM

20 Jahre leistete das Lagerführungssystem von thyssenkrupp Marine Systems am Standort Kiel hervorragende Dienste. Jetzt galt es, den Technologiestandard für die kommenden 20 Jahre auszurichten. Mit SAP EWM brachte SALT Solutions das Lager wieder auf Kurs. Mehr dazu erfahren Sie im Projektbericht!

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