Whiteboard-Session: Digitalisierung mit SAP S/4HANA

S/4HANA ist die Digitalisierungsplattform der SAP. In dieser Whiteboard-Session erklärt Frank Staudigel, was bei der Digitalisierung beachtet werden muss, wie eine Transformationsstrategie aussehen kann und welche Punkte man berücksichtigen muss, wenn man sich für SAP S/4HANA entscheidet.

Whiteboard:
Whiteboard: Digitalisierung mit SAP S/4HANA
Video-Transkription

Digitalisierung mit SAP S/4HANA

Herzlich willkommen zu einer neuen Whiteboard Session von SALT Solutions: Diesmal zum Thema „Digitalisierung mit der SAP S/4 on HANA Plattform“.

Hier möchten wir Ihnen einfach in den nächsten Minuten einen Ausblick geben. Was gibt es vorzubereiten? Wie komme ich in die digitalisierte Welt mit SAP S/4 und welche Transformations-Strategie kann ich eventuell darunterlegen – immer mit der Zielsetzung Ihnen Anhalt zu geben, wie Sie unnötigen Stress, unnötige Kosten aber auch ungenutzte Möglichkeiten vermeiden können.

Fangen wir an mit dem Bereich Digitalisierung. Die Grundvoraussetzungen für den Umstieg ist, dass ich mich auf die Digitalisierung vorbereite. Hierzu hat SALT Solutions ein sogenanntes Digitalisierungs-Kochbuch entworfen, das Hilfestellung geben soll, welche Themen hier zu beachten sind.

Wir starten mit dem Thema „Prozesse digitalisieren“. Grundvoraussetzung für den Umstieg ist, dass ich mir meine komplette Prozess-Landschaft anschaue und eine Prozess-Analyse fahre: Welche Prozesse möchte ich überhaupt in die neue Welt mitnehmen, welche Prozesse möchte ich digitalisieren? Hier habe ich die Möglichkeit, alte Prozesse zu eliminieren, wenn ich sie nicht mehr brauche, Prozesse zu begradigen oder einfacher zu gestalten.

Das gleiche gilt analog für den kompletten Datenbereich. Auch hier heißt das, dass man ältere Daten vielleicht ausmisten, Daten reinigen und Stammdaten überarbeiten kann. Das gehört zu den Grundvoraussetzungen, um überhaupt die komplette Prozess-Landschaft zu digitalisieren.

Das nächste Thema ist die Integration. Hier geht es darum, sich Gedanken zu machen, wie man durchgängige Prozesse generieren und aufbauen kann, um zukünftig mit komplett integrierten System-Landschaften arbeiten zu können.

Der nächste – ebenfalls wichtige – Schritt ist das Thema Digitalisierung der Objekte. Das bedeutet, reale Objekte, reale Devices zu digitalisieren oder mit den Möglichkeiten dazu zu versehen. Ein sehr einfaches Beispiel ist der Einsatz von Scannern im Bereich Logistik. Das sind schon digitale Objekte. Komplexer wird es beispielsweise, wenn ich Maschinen mit Sensorik versehe, die Daten auslesen. Diese Daten speichere ich und kann sie später auswerten, um Aktivitäten abzuleiten oder meine Maschine zu steuern.

Ebenfalls wichtig ist es, smarte Prozesse zu generieren, also einfache, wirklich wertschöpfende Prozesse aufzubauen, die ich in meine neue System-Landschaft mithinübernehme.

DIE RICHTIGE DIGITALISIERUNGS­PLATTFORM

Was ist die zukünftige Digitalisierungsplattform? Im SAP-Kontext ist es ganz klar SAP S/4HANA. Ich kann zwar auch schon unter meiner aktuellen System-Landschaft das Thema Digitalisierung angehen, aber oftmals ist das mit erhöhten Aufwendungen verbunden, weil ich diese Themen dann individuell angehen muss oder mir eventuelle Zusatzsystem ins Haus holen muss.

Im Gegenzug dazu ist S/4 die standardisierte Digitalisierungsplattform der SAP. Im Prinzip hat SAP S/4 mit seinem Digital Core die kompletten Möglichkeiten standardisiert bereits enthalten. Wie komme ich jetzt dorthin?

MÖGLICHKEITEN DES WECHSELS

Es gibt gemeinhin drei Ansätze: Greenfield, Brownfield und Landscape Transformation. Diese sind hinlänglich bekannt, ich möchte aber trotzdem versuchen, die Unterschiede kurz vorzustellen.

Beim Greenfield-Ansatz setze ich ein System komplett neben dem aktuellen System auf der grünen Wiese – also dem Greenfield – auf. Ich kann mein Tagesgeschäft also ganz normal mit dem aktuellen System weiter betreiben und habe auf der grünen Wiese eine Spielwiese, also eine Möglichkeit, mir ein komplett neues System aufzubauen. Wenn ich darin Fehler mache, habe ich die Möglichkeit, diese wieder zu eliminieren und neu aufzusetzen bis das finale System eins zu eins neben dem alten steht, und ich dann einfach den Wechsel machen kann. Dieser Ansatz bringt Vorteile wie Sicherheit und Lerneffekt mit sich. Unter Umständen hat er allerdings den Nachteil, dass es Kosten mit sich bringt, weil ich eine komplett neue, parallele System-Landschaft aufbauen muss.

Eine Alternative dazu wäre der so genannte Brownfield-Ansatz, bei dem ich eine Eins-zu-Eins-Migration meiner kompletten System-Landschaft vornehme, also vom aktuellen Stand in die neue Welt hinüber. Das geschieht aber am aktuellen laufenden System – inklusive aller individuellen Ausprägungen, die ich von der alten Plattform in die neue hebe. Im Unterschied zum Greenfield-Ansatz habe ich hier nicht die Möglichkeit, meine Prozess-Landschaft zu hinterfragen und Prozesse zu eliminieren und dabei eventuell individuell ausgeprägte Prozesse, die ich nicht brauche, durch standardisierte Mechanismen zu ersetzen.

Bei der Landscape-Transformation steht eher der technologische Aspekt im Vordergrund. Das heißt, dass ich verschiedenste SAP- oder Non-SAP-Systeme auf ein einheitliches Zielsystem SAP S/4HANA konsolidiere. Ich kann also wirklich unterschiedlichste Plattformen in die Zielplattform integrieren. Ansonsten ist der Ansatz vergleichbar mit dem Greenfield, man setzt eine komplett neue Plattform auf. Das sind die drei Umstiegsmöglichkeiten, in eine neue Welt von SAP S/4HANA zu gehen.

DIE RICHTIGE TRANSFORMATIONS­STRATEGIE FINDEN

Das Ganze muss ich aber natürlich auch mit der entsprechenden Transformations-Strategie unterlegen. Hier gibt es am Markt man gemeinhin die Strategien „ERP First“ oder „Module First“. In unserem Kontext spräche man dann vom „Supply Chain Management First“. Und das ist unsere Empfehlung: Beginnen Sie nicht direkt am Core-System – am Herzen –, sondern wählen Sie eine abgeschottete, singuläre Entität und unternehmen Sie dort Ihre Transformationsversuche, nämlich Ihre Strategien aufzubauen und umzusetzen.

So befinde ich mich in einer losgelösten, gekapselten Einheit, kann dort meine ersten Erfahrungen sammeln und diese Erfahrungen später beim Core-System anwenden, wenn ich dann wirklich das große, komplexe Thema ERP angehe. Ein weiteres Argument für diese Strategie ist natürlich, dass ich unter Umständen in so einer „Module First“-Variante prozessual einfacher aufgestellt bin als in einem komplexen ERP-System, wo meine Prozesse deutliche komplexer und weiter durchgehend sind. Das ist eine Empfehlung, die wir an der Stelle immer wieder ganz gerne geben.

WANN IST EIN WECHSEL SINNVOLL?

Einhergehend damit ist der Zeitplan sehr ausschlaggebend. Dort gibt es auch unterschiedliche Ansätze. Wenn ich beispielsweise zu früh dran bin, kann es sein, dass meine Organisation noch gar nicht auf die Transformation vorbereitet ist. Das Thema Digitalisierung und S/4-Transformation muss vom gesamten Unternehmen mitgetragen werden: Vom einzelnen Mitarbeiter im Shop Floor über die entsprechenden Einheiten, bis hin in die Geschäftsleitung, in den Vorstand hinein – alle müssen sich diese Systematik verinnerlichen.

Der Zeitfaktor spielt natürlich, wie eingehend schon erwähnt, im Bereich Digitalisierung eine Rolle: Meine Daten und Prozesse müssen gut vorbereitet sein. Wenn ich zu früh handle, bin ich eventuell noch nicht fertig mit den entsprechenden Aufbereitungen von Daten und Prozessen. Die Transformation wird zu einer Sackgasse und zieht erhebliche Aufwendungen nach sich.

Bin ich zu spät dran, kann es sein, dass es auch Kosten mit sich bringt: Die Systeme werden immer komplexer. Je länger ich also das Thema hinauszögere, desto höher fällt eventuell der Kostenblock für den Umstieg aus.

Nicht zu verachten ist auch ein weiteres Argument: Wenn ich zu spät losgehe, kann mich der Wettbewerb überholen. Wir merken im Moment, dass sich sehr viele Unternehmen mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen: Neue Geschäftsmodelle entstehen, neue Ideen entstehen. Man muss also für sich entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, um die Wettbewerber nicht links und rechts an sich vorbeiziehen zu lassen.

Ein weiterer Punkt ist das Thema Technologie. In meiner Transformations-Strategie muss ich auch festlegen, wie ich die Transformation technologisch gestalte: Entscheide ich mich für ein On-Premise-System, also eine eigene abgeschottete System-Landschaft, die ich bei mir im Haus oder gehostet habe, oder entscheide ich mich für eine Cloudvariante? Und daran schließt sich gleich die nächste Frage nach der Public Cloud, Private Cloud, und so weiter, an. Das sind Fragen, die ich mir stellen, beziehungsweise vielleicht mit einem externen Partner diskutieren muss.

Einer der wichtigsten Punkte, bei dem wir sehr viel Bewegung sehen, ist die mögliche Unterstützungsleistung. Wenn wir betrachten, wie viele Unternehmen diesen Sprung noch vor sich haben und dem gegenüber, wie viel mögliche Unterstützungsleistung am Markt verfügbar ist, merkt man heute schon, dass der Markt sich stark verändert. Im Moment können wir davon ausgehen, dass sich das in den nächsten Jahren noch massiv verstärken und die Schere zwischen Nachfrage und möglicher Unterstützungsleistung immer weiter auseinandergehen wird. Deswegen unser Rat an sie liebe Kunden: Kümmern Sie sich wirklich schon heute um die Unterstützungsleistungen und sichern Sie sich die entsprechenden Ressourcen. 2025 ist im IT-Kontext eigentlich schon übermorgen.

GEMEINSAM ANS ZIEL

Das sind die Aspekte, bei denen wir Ihnen ein bisschen Hilfestellung geben wollten. Wie bereite ich einen Umstieg vor? Was ist zu beachten? Was sind mögliche Strategien? Was sind mögliche Transformations-Strategien? Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber diese Übersicht soll Ihnen einfach eine erste Indikation geben. Sollten sie daran Bedarf haben, dann stehen Ihnen die entsprechenden Beratungskapazitäten natürlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Vielen Dank!

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