Whiteboard-Session: Der Weg zur Digitalisie­rung!

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Wie gelingt die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen? Welche Schritte gilt es zu gehen und wo liegen Stolpersteine. Wolfgang Rüth verrät Ihnen worauf zu achten ist und wie Ihr Digitalisierungsprojekt zu einem Erfolg wird.

Whiteboard: Der Weg zur Digitalisierung
Der Weg zur Digitalisierung
Video-Transkription

DER WEG ZUR DIGITALISIE­RUNG

Hallo liebe Industrie 4.0 Gemeinde!

Sind sie schon auf dem Weg zum intelligenten Unternehmen? Was gehört alles dazu? Blockchain, IoT, Industrie 4.0 – die ganzen Digitalisierungsbegriffe. Sie beschäftigen sich sicher damit und die Frage, die sich generell stellt für Unternehmen, vor allem auch für den Mittelstand, ist: Wo muss ich hin rudern? Wie schaffe ich denn das alles?

Was muss ich als nächstes tun? Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir uns heute einen Titel mit auf die Reise gegeben, nämlich "Der Weg zur Digitalisierung". Denn Eines ist klar, in dieser ganzen Welt der IT-Welt, die recht bunt daherkommt –ist ein Weg richtig klar. Nämlich der Weg in die Digitalisierung. Der ist klar, für Industrieunternehmen. Die meisten Unternehmen beschäftigen sich ja schon ein Stück weit damit, ihre Produkte zu digitalisieren. Und wir beschäftigen uns heute damit, wie man es in der Fabrik tatsächlich schafft so aufzuräumen, dass am Ende ein Industrie 4.0-Prozess herauskommt. Das läuft in der Regel in vier Phasen ab.

Wir beginnen bei der ersten Phase.

SCHRITT 1: VISUALISIE­RUNG

Die erste Phase nennen wir die Visualisierungsphase. Warum? In der Visualisierungsphase steht im Mittelpunkt, was passiert. Was muss ich tun, um den nächsten Schritt innerhalb meiner Fabrik tatsächlich zu organisieren.

Und was macht man da? Ich zeige den Prozess: Ich gucke, wo bin ich denn gerade? Was passiert als nächstes? Und was kommt als nächstes? Das steht im Mittelpunkt der Visualisierungsphase. Wenn man sich einmal anschaut, wie man in der Vergangenheit diesen Visualisierungsprozess definiert und auch IT-seitig unterstützen hat, dann kommt man immer wieder auf das Ergebnis, dass es an sich der „Best-of-Breed“-Ansatz ist. Was heißt das?

Man sucht sich für jeden Prozess – dabei ist es dann egal ob es das ERP ist oder Lagerverwaltung oder Materialflusssteuerung oder Betriebsdatenerfassung – immer das beste System für die Aufgabe. Das ist das, was man in den 90er Jahren, den 2000er Jahren und in 2010 gemacht hat und was zum Teil heute in der Art und Weise auch noch gemacht wird. Was gibt es zu beachten?

Ab und zu gibt es auch Schnittstellen zum ERP. In der Regel sind die Systeme nur rudimentär mit Schnittstellen ausgestattet, speziell was das ERP-System angeht. Das ist meistens ein SAP-System. Blöderweise gibt es dazu häufig nur ganz wenig richtig gute Schnittstellen, wo man sagen kann, es ist hoch integriert. Manchmal gibt es Schnittstellen, manchmal auch nicht.

SCHRITT 2: TRANSPARENZ

Der nächste Prozessschritt ist: "Schaffe die Transparenz". Transparenz an sich – was ist da die Hauptaufgabe? Warum ist was passiert. Ich muss ergründen, warum bestimmte Prozesse tatsächlich in meiner Fabrik so passiert sind, wie sie passiert sind. Es geht darum: „Analysiere den Prozess“. Jetzt stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung zu sagen, „wie schaffe ich das, wenn ich Best-of-Breed tatsächlich umgesetzt habe… wie schaffe ich das?“. – Gar nicht. Wenn ich so viele Systeme habe und kaum Schnittstellen dazu, müsste ich in jedes einzelne System hineingreifen (mit unterschiedlichen Daten, unterschiedlichen Objekten), um herauszufinden, was tatsächlich in der letzten Schicht, in der vorletzten Schicht, in der letzten Woche, in den letzten Monaten passiert ist. Das schaffe ich in der Regel nicht. Also, was tun die Unternehmen? Sie versuchen sich von diesem Zoo von Systemen zu befreien. Das ist eine riesen Welle, die im Moment im Gange ist. Wenn Industrie 4.0 zu etwas geführt hat, dann genau zu dieser Welle. Die meisten Unternehmen hängen in der Transparenz fest.

Und was macht man da? Man versucht, ein strategisches System zu platzieren oder strategische Systeme, also ein strategisches ERP-System. In der Regel SAP ERP 6.0 oder zukünftig das S/4 on HANA. Und darunter legt man jetzt extrem Wert auf eine hohe Integration zu diesem zentralen und strategischen System. Hohe Integration – das ist der zweite Punkt in der Transparenz. Warum macht man das? Nämlich genau, um auf die folgende Frage Antwort zu geben: Warum ist passiert, was passiert ist. Warum ist das so? War es geplant oder war es nur zufällig das Ergebnis, was tatsächlich im Unternehmen stattgefunden hat. Und das schaffe ich natürlich mit einem solchen Ansatz wesentlich besser, als ich das in der Vergangenheit mit dem Visualisierungsansatz geschafft habe.

SCHRITT 3: STEUERUNG

Jetzt wird es spannend. Gehen wir mal auf die andere Seite. Das ist noch klar und nun bewegen wir uns in der Gegenwart. Schauen wir uns die Zukunft an. Der nächste Schritt ist dann schon etwas moderner. Das ist nämlich die Phase der Steuerung.

Was wird passieren? Das heißt: „Sage den Prozess voraus“. Wie schaffe ich denn das? Jetzt verlasse ich den Weg der klassischen Systeme und gehe ein Stück weit in die sogenannte IoT-Plattform. Jetzt bewege ich mich zum ersten Mal in der IoT-Plattform. Warum brauche ich sie? Weil ich jetzt anfange, alles an Daten einzusammeln, die notwendig sind, um solche Vorhersagen auch durchführen zu können. Ich spreche hier von Big Data. Das heißt alle Sensoriken an einer Maschine, alle Maschinen selbst, alle Elemente, alle Werkzeuge, Personen in einer Firma, die zum Erfolg des Unternehmens und zur Wertschöpfung beitragen. Diese muss ich tracken und die Informationen in eine sogenannte „Datenscheune“ einbringen, um später aus den „Big Data“ „Smart Data“ zu generieren. Oder, wie wir bei SALT sagen „Smart Information“. Denn Informationen kann ich analysieren – und keine Daten. Daten sind nur der Platzhalter, die Information ist das Entscheidende. Ich brauche einen Erkenntnisgewinn und da steckt immer die Information dahinter.

Und natürlich setze ich auch, um das vorherzusagen, erstmal klassische Methoden ein. Aber man kann auch die künstliche Intelligenz an der Stelle zum Einsatz bringen – mit sogenannten Machine Learning Konzepten. Sodass ich in der Lage bin, mit den gesammelten Daten die Analyse so zu organisieren, dass ich den modernen Prozess, die moderne Geschwindigkeit hier in die Steuerung mit einbringe. Und das ist der KI-Prozess. Letzter Schritt ist der Maßnahmenkatalog. Davon abgeleitet: Was wird passieren? Was kann man tun? Aber das Tun ist da noch manuell. Das heißt, jemand muss das, was ich mir an Maßnahmen ausgedacht habe, noch umsetzen. Zum Beispiel den Instandhaltungsauftrag tatsächlich in das ERP-System hineintippen.

SCHRITT 4: REGULIERUNG

Und wenn man die letzte Stufe erreicht hat, dann hat man quasi seine Digitalisierungsstrategie ein Stück weit als Industrie 4.0 abgeschlossen. Das ist die Regulierung. Nun kommt der letzte Schritt hinzu: „Verhindere, dass etwas passiert“. Das heißt, wenn ich schon weiß, was passieren wird, dann kann ich aus systemischer Sicht hergehen und kann sagen, dass ich verhindere, dass das überhaupt passieren wird. Ich reguliere den Prozess ohne menschlichen Eingriff. Was bedeutet das? Das heißt, ich bin am Ende in der Welt der cyber-physischen Systeme, die ich tatsächlich in meiner Fabrik aufgebaut habe. Die sind gekennzeichnet dadurch, dass sie nicht nur analysieren, sondern auch entscheiden, welche Maßnahme ich als nächstes ergreifen werde. Und gleichzeitig den Prozess orchestrieren und steuern. Ich brauche so gar keinen Menschen mehr, der innerhalb des Prozesses eingreift. Das machen die Maschinen und Systeme voll autark. Deswegen auch CPS-Kommunikation. Das heißt: Systeme sprechen mit Systemen, Maschinen, Gegenständen oder mit Objekten. Deswegen, der Begriff M2M ist hier eigentlich bekannt. Ist hier aber fast zu gering. M2M – Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation – das ist ein Mittel aus der CPS-Kommunikation. Das entscheidende Mittel. Und natürlich auch das selbststeuernde Material. Das Material selbst soll auch intelligent werden. Es entscheidet an jeder Stelle selbst: was ist mit ihm zu tun, was muss gemacht werden, um tatsächlich die finale Wertschöpfung zu schaffen und das fertige Produkt verkaufsfähig beim Versandlager abzugeben. Das ist das Ziel.

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HÜRDEN AUF DEM WEG ZUR INDUSTRIE 4.0

Wenn Sie die Hürden alle geschafft haben, sind Sie nicht nur ein ganzes Stück weiter mit der Industrie 4.0, sondern Sie haben es final geschafft, eine Industrie 4.0-fertige Fabrik aufzubauen. Wie viele Unternehmen gibt es, die das schon haben? Nur wenige. An sich gibt es heute, Stand 2018, Modellfabriken, Lernfabriken oder auch Ausbildungsfabriken, mit denen man tatsächlich so einen Prozess schon zu 100 Prozent umgesetzt hat. Aber in der Praxis ist es so, dass man sich hier noch ganz am Anfang befindet. Doch wo sind die Hürden?

Die erste Hürde ist zwischen Visualisierung und Transparenz. Warum? Wenn man sich das genau anschaut, sieht man jede Menge Best-of-Breed-Systeme, die man in ein strategisches System überführen muss. Dafür muss ich sogenannte Ablösungsprojekte machen. Diese sind in der Regel kostenintensiv, werden mit Projekten organisiert, es dauert eine gewisse Zeit. Je nachdem, ob ich 30 – 40 Systeme ablösen muss, meistens auch in Excel noch dabei oder Papier. Dann ist man schon eine Zeit lang beschäftigt, wenn man sich auf diese Reise macht und sagt, da habe ich dann irgendwann ganz wenige strategische Systeme an der Zahl. Ein ERP-System, ein Lagerverwaltungssystem, ein MES-System und vielleicht noch ein Versandsystem. Bis ich das geschafft habe, ist eine gewisse Zeit vergangen. Da sind jede Menge Unternehmen aktuell auf der Strecke, die genau diesen Schritt von Visualisierung zu Transparenz machen. Das ist genau die erste Hürde.

Die zweite, kleinere Hürde, ist die auf dem Weg zwischen Transparenz und Steuerung. Warum ist sie kleiner? Man muss Entscheidungen treffen, dass man tatsächlich in die Steuerungsebene hineinkommt. Für diese Steuerungsebene brauche ich eine neue Plattform. Diese auszuwählen und für sich so zu organisieren, dass ich damit etwas anfangen kann, das ist nicht ganz einfach dem Kunden zu erzählen. Welche Plattform ist denn für dich die geeignete, damit du dich zukünftig in Richtung Regulierung bewegen kannst? Man kann ein Stück weit die Gefahr nehmen und sagen, es ist auch nicht dramatisch, wenn ich mich für eine Plattform entschieden habe und später im Prozess wechsele, etwa umplane und auf SAP Leonardo wechsle, da ich die Erkenntnis gewonnen habe, dass SAP die bessere Lösung für den Industriebereich ist. Doch dieser Schritt ist nicht so groß, wie der ursprüngliche Schritt von Best-of-Breed zur Transparenz.

Ich hoffe, durch die Informationen für den Weg zur Digitalisierung habe ich Ihnen ein Stück weit geholfen. Machen Sie sich auf den Weg. Ich kann von meiner Seite nur sagen, es sieht schwieriger aus als es ist. Machen Sie es so wie es der Japaner machen würde. Machen Sie es Schritt für Schritt. Setzen Sie sich ein Ziel, setzen Sie sich eine Strategie und machen Sie nicht alles gleichzeitig. Dann wird es ein Erfolg.

Viel Spaß dabei!

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