Whiteboard-Session: Ab wann lohnt sich ein eigenständiges WMS?

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Für viele Unternehmen stellt sich ab einem gewissen Punkt die Frage: Brauche ich ein eigenständiges Lagerverwaltungssystem? Oder ab wann lohnt es sich für mich? Jan Daske gibt Ihnen in dieser Whiteboard-Session eine Checkliste an die Hand, die Sie dabei unterstützt, diese Fragen für sich zu beantworten

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Herzlich willkommen! Wir wollen heute die Fragestellung klären, was es bedeutet, wenn der digitale Wandel und steigende Anforderungen an die Logistik für ein Unternehmen die Fragestellung aufwerfen: "Ab wann lohnt sich eigentlich ein eigenes WMS, ein eigenes Warehouse Management System?"

Mein Name ist Jan Daske. Ich bin Principal Logistik bei der SALT Solutions. Herzlich willkommen! Ich werde versuchen, Ihnen heute einen kleinen Leitfaden an die Hand zu geben, wie man solch eine Fragestellung zum richtigen Zeitpunkt lösen kann.

Grundsätzlich bringen ERP-Systeme stabile Basisprozesse für die Logistikabwicklung, für die intralogistische Abwicklung in einem internen Lagerverwaltungssystem schon mit. Die Frage, die dann gestellt werden muss, ist: Welche Kriterien muss ich anlegen, um ein Warehouse Management System in so einen ERP-Kontext mit einzubinden? Ab wann ist das sinnvoll?

Grundsätzlich muss man sich immer erst folgende Dinge vergegenwärtigen: Das erste Thema ist die Warenverfügbarkeit. Das zweite ist die Schnelligkeit, mit der ich meinen Umschlag umsetzen kann. Zusammen ergibt das eine gesteigerte Performance im Lager. Am Ende des Tages geht es also um nichts Anderes, als darum, eine skalierfähige Logistik und eine Transparenz über seine Bestände zu bekommen. Denn das bedeutet, dass ich einen geringeren dispositiven Aufwand auf allen Ebenen im Lager erreichen kann.

Wenn Sie jetzt als Unternehmer eine komplexe Logistik haben, wenn Sie einen Mehrwert in der Logistik sehen wollen, Wertschöpfung in Ihrer Logistik sehen wollen, dann gebe ich Ihnen eine kurze Checkliste an die Hand mit Fragestellungen, mit denen Sie schnell herausfinden können, ab wann es sich lohnt, ein eigenständiges Warehouse Management System einzuführen.

Der erste Block betrifft die Strategie. Im zweiten Block reden wir über das Thema der Ware oder der Artikel. Im dritten Block schauen wir uns den intralogistischen Prozess an. Und der vierte Block, da reden wir über die Ergonomie und die Transparenz.

Haben Sie ein System, das Ihrer Strategie entspricht?

Steigen wir ein im Themenbereich der Strategie. Was ist dort wichtig? Die erste Fragestellung, die Sie beantworten können, lautet hier: Ist Ihr ERP überhaupt fähig, die logistischen Anforderungen, die Sie an Ihre Intralogistik stellen, abbilden zu können? Ja oder nein? Da ist die Entscheidung dann schon sehr schnell gefallen.

Die zweite Frage betrifft eher Ihre Organisation: Wollen Sie Ihr Unternehmen gegebenenfalls umstrukturieren? So wie es viele Versandhändler und erfolgreiche E-Commerce-Unternehmen auch schon getan haben, indem sie die Logistik zum Beispiel in eine eigene Fulfillment-Gesellschaft auslagern. Möchten Sie zusätzliche, weitere, neue Vertriebswege mit aufnehmen? Wollen Sie vielleicht nicht mehr nur reines Filialgeschäft betreiben? Oder nicht nur reines Geschäft im Sinne von Großhandel betreiben, sondern auch Endkundenbelieferung, Drop-Shipment oder ähnliches?

Und schlussendlich stellt sich hier auch die Frage: Haben Sie vielleicht sogar mehrere Mandanten in ihrem Lager? Gibt es mehrere Eigner, die auf den gleichen Bestand zielen? Diese strategischen Fragen sollten Sie als erstes klären.

Welchen Einfluss hat Ihre Ware auf Ihr System?

Der nächste Punkt betrifft natürlich die Ware oder das Artikelspektrum. Vergessen Sie an dieser Stelle das klassische Thema eines Schwellwertes. Es wird immer wieder gerne davon geredet: 1000 SKUs oder 1000 Aufträge, irgendeine Zahl, und ab dann lohnt es sich, ein Warehouse Management System einzuführen. Nein! Diese Fragestellung ist immer wieder individuell zu beantworten. Der Schwellwert ist nicht das Entscheidende.

Das Entscheidende sind andere Werte wie zum Beispiel die Attribute, die Sie an Ihrem Artikelstamm pflegen. Haben Sie zum Beispiel bestandstrennende Eigenschaften an ihren Artikeln? Führen Sie gegebenenfalls Artikel, die Sie zu neuen Sets zusammen bilden können? Haben Sie Verpackungseinheiten, Verpackungsunits? Haben Sie zusätzliche logistische Werte, die Sie in Ihrem ERP nicht führen, aber in Ihrem Lagerverwaltungsprozess dringend brauchen?

Diese Fragestellungen müssen Sie beantworten können. Führen Sie Artikelgruppen zusammen? Haben Sie gegebenenfalls auch einen Value-Added-Service auf ihrer Fläche laufen? Und schlussendlich: Möchten Sie gegebenenfalls einfach Ihren Shopfloor generell von der ERP-Systematik trennen?

Der intralogistische Prozess

Das vierte Thema ist der Prozess, der intralogistische Prozess. Hier gibt es viele Themen, daher müssen wir hier ein bisschen tiefer einsteigen. Zunächst zu den Strategien: Was ist mit dem Begriff Strategien gemeint? Lagerbereichsbezogene Strategien, Kommissionierstrategien, Strategien, die auf bestimmte Auftragsarten abzielen und dafür sorgen, dass Sie Ihren logistischen Auftrag – entkoppelt vom eigentlichen Kundenauftrag – so abwickeln können, wie Sie ihn in Ihrer Intralogistik benötigen. Wollen Sie eine Automatik einführen? Haben Sie gegebenenfalls verschiedene Bereichszonen in Ihrem Lager, die sie auch, je nachdem volatil nach Ihrem Tagesgeschäft, nach Ihrem Umsatzvolumen anpassen müssen? Arbeiten Sie mit unterschiedlichen Kommissionierungsmethoden? Sind Sie gegebenenfalls noch nicht beleglos im Lager unterwegs, gibt es eine mehrstufige Kommissionierung oder auch Negativkommissionierung? Wenn Sie diese Punkte benötigen, reden Sie sehr schnell über ein eigenständiges WMS.

Schlussendlich gehört zum Thema Prozess auch die dynamische Lagerplatzvergabe. Das ist ebenfalls ein entscheidender Prozess. Und natürlich die Fragestellung, ob es individuelle Kundenprozesse gibt. Und die große Frage der Ressourcenplanung: Mensch und Maschine – das entsprechend sauber und effizient einzusetzen, auch das gehört zum intralogistischen Prozess. Und wenn Sie die Fragen positiv beantworten können, dass Sie so etwas benötigen, dann reden wir über ein eigenständiges Warehouse Management System.

Ergonomie und Transparenz

Auch bei Ergonomie und Transparenz geht es eigentlich um die Frage der Performance: Kann mein ERP überhaupt die Anforderungen an Ergonomie und Performance erfüllen? Oft genug haben wir die Situation, dass von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit steigenden Anforderungen an den logistischen Prozess auch steigende Anforderungen an die Ergonomie gestellt werden: Es wird mehr Ware bewegt. Lassen Sie sich mal überraschen, wie viele Kilometer ein Mitarbeiter im Lager läuft und wie viele Tonnen er im Laufe seines logistischen Lebens da bewegt. Das ist ganz erheblich. Und schlussendlich geht es natürlich auch um die Fragestellung: Was ist mit Dashboard und Leitstand? Also eine saubere Übersicht über das, was im Lager passiert.

Vor allem einen Punkt möchte ich auch noch mit aufnehmen: Wissen. Ist das Wissen über das, was im Lager passiert, in Ihrem ERP vorhanden oder in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter? Wenn diese Fragestellung so beantwortet wird, dass das eher bei Ihren Mitarbeitern im Kopf liegt, wenn Sie also Schattenprozesse haben, wenn überall Exceltabellen oder ähnliches rum liegen oder der berühmte Zettel an der Palette "Bitte stehen lassen!": dann haben Sie an dieser Stelle keine effizienten Lagerprozesse, weil am ERP vorbei gearbeitet wird.

Das Leistungsversprechen als zentraler Faktor

Die entscheidende Frage über allem ist das Kunden- und Leistungsversprechen, das Sie einhalten wollen. Das sollte immer im Vordergrund stehen, wenn Sie diese Fragen für sich beantworten. Flexibilität muss auch weiterhin gegeben sein können. Stabilität auch ohne Frage: Nur eine Logistik, von der Sie nichts hören, ist eine gute Logistik. Und Wachstum muss die Logistik sicherstellen können – gegebenenfalls auch in neuen Themen und in neuen Geschäftsfeldern! Denn wer weiß, wie sich das bei Ihnen entsprechend entwickeln kann, wenn Sie mal mit einem eigenständigen WMS unterwegs sind und feststellen, dass Wertschöpfung mit dieser Logistik erzielt werden kann.

Deswegen ist unser Angebot: Reden Sie mit uns! Denn in all diesen Punkten gibt es auch immer wieder individuelle Fragen, die wir mit Ihnen beantworten wollen.

Dankeschön!

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