Unique Formula Identifier (UFI): Eindeutiger Rezepturidentifikator

Gift­notzentralen­harmoni­sier­ung einfach!

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Ab 2025 müssen alle Produkte, die ein gefährliches Gemisch enthalten, mit dem sogenannten Unique Formula Identifier versehen werden. Viele Unternehmen stellt das vor ein Problem, denn die nötigen Daten sind vorhanden, jedoch nicht einfach abrufbar.

Um die Giftnotzentralen in Europa einheitlich aussagefähig zu gestalten, sollen die Zentralen standardisiert werden und alle Produkte mit den entsprechenden Handlungsempfehlungen uniform bei der ECHA (European Chemicals Agency) angemeldet werden.

Um dies zu ermöglichen wurde die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen erlassen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG. Die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 wurde im Anhang VIII aktualisiert.

In Folge wird ab 2020 ausschließlich auf elektronischen Weg eine Poison Center Notification (PCN) an das eigens dafür eingerichtetes Portal der ECHA gesandt. Um die darin enthaltenen Informationen über eine eindeutige Nummer zu identifizieren, wird eine neue Kennzeichnung gefordert: Der Unique Formula Identifier (UFI).

Was ist der Unique Formula Identifier?

Der Unique Formula Identifier ist ein sogenannter Rezepturidentifikator. Der 16-stellige Code besteht sowohl aus Zahlen als auch aus Buchstaben (alphanumerisch) und muss auf den Etiketten der Verkaufseinheiten aufgedruckt sein. Aus den folgenden drei Informationen setzt er sich nach einer festen Logik zusammen:

  • Umsatzsteuernummer des Unternehmens
  • Länderkürzel (um Redundanzen der Umsatzsteuernummern zu verhindern)
  • Formulierungsnummer (ID der Formel der Mixtur)

Warum ist der UFI wichtig?

Es ist verpflichtend, dass jedes Produkt, das mit derselben Mixtur hergestellt wurde, den gleichen UFI führt.

Das befähigt die Giftnotzentralen, dass bei einem Unfall oder bei unsachgemäßer Anwendung alle Informationen und toxikologischen Hinweise über den UFI abgerufen werden können, egal in welchem europäischen Land ein Notfall stattfindet.

Für Verbraucher produzierende Unternehmen haben nun folgende drei Dringe zu tun:

  • UFI generieren und im System vorhalten.
  • Die UFI-Codes müssen auf den Labels der Produkte enthalten sein und alle sicherheitsrelevanten Informationen müssen zusammengetragen werden, um sie als PCN an die ECHA zu melden.
  • Oft bedeutet dies, dass Informationen nun digital erfasst werden müssen und das Unternehmen hierfür eine stimmige Stammdatenstrategie benötigt.

Digitale Lösungen für eine vereinfachte Gift­notzentralen­harmonisierung

Die Daten, die benötigt werden, um alle Informationen zu sammeln, sind oft in unterschiedlichen Systemen hinterlegt. Das stellt Unternehmen vor große Herausforderungen, denn ohne automatisierte Prozesse ist der Abgleich der Daten nur mit großem manuellem Aufwand möglich.

Hoffnung macht das IoT (Internet of Things), denn es ermöglicht den Austausch zwischen unterschiedlichen Systemen, Datenbanken, Maschinen und Anlagen. IoT-Plattformen liefern also die Lösung, um die für PCN nötigen Daten ohne manuellen Aufwand zusammenzuführen.

Da die Systemlandschaften und Anforderungen in jedem Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen, kann es keine Standardlösung geben, die für jeden Prozess und jede Schnittstelle funktioniert. Um einen echten Mehrwert aus einer automatisierten, digitalen Generierung des UFI-Codes zu schöpfen, gilt es, eine individuell angepasste Lösung mithilfe einer leistungsstarken IoT-Plattform zu entwickeln.

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