Testautomatisierung – Definition und Vorteile

Software firmenintern automatisiert testen zu lassen, erhöht die Geschwindigkeit bei der Entwicklung und dem Deployment. Das bedeutet für die Anwender eine höhere Effizienz und schont die Kapazitäten.

Durch die Automatisierung von Tests spart ein Unternehmen Zeit und bares Geld ein. Doch bedarf es einer genauen Justierung der Testkriterien, denn natürlich garantieren automatisierte Tests nur dann die fehlerlose Produktivsetzung, wenn diese Kriterien relevant und ausreichend sind. Eine passende Software-Architektur ist die Voraussetzung dafür, dass Tests automatisiert werden können und im Umkehrschluss bleibt die Architektur auch nur langfristig gut, wenn sinnvoll getestete Softwareupdates gefahren werden.

Testautomatisierung – was ist das?

Die Digitalisierung ist in vollem Gange und Anwendungen werden in immer kürzeren Zyklen bereitgestellt. Um die Geschwindigkeit im erforderlichen Maße zu erhöhen, sind ganz neue Arten der Zusammenarbeit vonnöten, Stichwort DevOps: Software-Entwickler und die Experten des IT-Betriebs, die klassischerweise getrennt voneinander arbeiten, entwickeln und betreiben in DevOps-Teams gemeinsam passgenaue Software und können so hochwertige Software in viel höherer Taktzahl ausliefern. Testautomatisierung ist dabei eine wichtige Maßnahme, um den Turnus von Entwicklung und Produktivsetzung zu beschleunigen. Wer nur zweimal pro Jahr ein Update installiert, während die Marktbegleiter zwei Verbesserungen pro Monat geliefert bekommen, gerät schnell ins Hintertreffen.

Wann ist eine Testautomatisierung sinnvoll?

Die Automatisierung von Tests empfiehlt sich immer dann, wenn Geschwindigkeit bei der Entwicklung und dem Deployment von Software gefragt ist und Ressourcen geschont werden sollen. Denn automatisierte Tests benötigen nur einen Bruchteil der Zeit und des Aufwands für die Prüfung für die Veröffentlichung.

Bevor Sie mit der Automatisierung starten, sollten Sie den aktuellen Zustand Ihrer Systeme genau untersuchen und, von den dabei zutage tretenden Erkenntnissen ausgehend, das Ziel und die Anforderungen genau definieren. Einmal gestartet, durchlaufen die automatisierten Tests einen immer gleichen Turnus (Regressionstests). So können Sie die Qualität der Software messen und Fehler sofort ausmachen. Entwickler verschaffen sich auf diese Art einen raschen Überblick über die gesamte Software, ohne manuelles Eingreifen.

Ständige Verbesserungen dank Continuous Delivery

Um einen einwandfreien Continuous Delivery-Prozess und damit schnelle, zuverlässige und wiederholbare Deployments zu ermöglichen, braucht es drei Testebenen im Entwicklungsprozess in Form von vollautomatisierten Verfahren: Unit-, Integrations- und UI-Tests.

  • Bei den Unit-Tests geht es um die Prüfung der Einzelmethode, unabhängig von anderen und ob sich der entsprechende Code-Abschnitt wie erwartet verhält.
  • Der Integrationstest dient dazu zu überprüfen, ob die einzelnen Software-Komponenten reibungsfrei für durchgängige Prozesse ineinandergreifen. Er beinhaltet zum Beispiel die Schnittstellenprüfung der Code-Module.
  • In der dritten und letzten Ebene finden die UI-Tests statt. Dabei liegt das User Interface (UI) im Fokus und es werden simulierte Eingaben potentieller Anwender getestet. In diesem Zuge wird auch gleich die Richtigkeit der angezeigten Darstellungen untersucht.

Vorteile der Testautomatisierung

Die Automatisierung von Tests vereinfacht und beschleunigt die Fehlersuche. Wenn das Testen von Software automatisiert abläuft, werden Kapazitäten für andere Aufgaben frei. Das kann einen motivierenden Effekt auf die Tester haben, da es oft mühsam und fehleranfällig ist, diese Aufgabe manuell zu erledigen. Die häufige Wiederholung des immer gleichen Vorgangs erfordert eine hohe Genauigkeit und ist als repetitive Aufgabe dafür prädestiniert, maschinell ausgeführt zu werden. Durch die Automatisierung dieser Routineaufgaben können Mitarbeiter ihren Fokus auf komplexere Aspekte der Qualitätsprüfung legen, die mehr Kreativität benötigen wie beispielsweise Risikoanalysen zu lenken. Vordefinierte Projektteams, die sowohl für das Testing als auch cross-funktional aufgestellt sind, sind erfahrungsgemäß die beste Lösung. So kann der Einzelne über den Tellerrand blicken. Davon profitieren die Kommunikation und die Zusammenarbeit im Team.

Fazit

Für die schnelle, kontinuierliche Entwicklung und Bereitstellung von hochwertiger Software ist die komplette Automatisierung mit allen drei oben beschriebenen Testphasen, Unit-, Integrations- und UI-Tests, eine essenzielle Voraussetzung. Doch manche Bereiche sind schwierig zu automatisieren, etwa Benutzerschnittstellen und Anwendungsintegration. Diese erfordern eine individuelle Vorbereitung der zu verarbeitenden Testinformationen und der Infrastruktur. Mit Hilfe verschiedener Anwendungen ist jedoch auch dies zu meistern. Die Investition für die Etablierung amortisiert sich bei einer dauerhaften Nutzung recht schnell. Bei gut durchdachter Planung ist die Automatisierung der dafür geeigneten Tests eine wirkungsvolle Unterstützung dabei, Systemfehler auszumerzen. Sie ist ideal dafür geeignet, einen Continuous Delivery-Prozess zu beflügeln.

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