So gut eignet sich IBM Watson Analytics für Datenanalysen

Praxistest

IBM WATSON ANALYTICS
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Die Alleinstellungsmerkmale von IBM Watson Analytics klingen verlockend: sofortige automatische Datenvalidierung, gepaart mit einfacher, intelligenter und anschaulich aufbereiteter Datenauswertung für jedermann. Wir haben das System näher unter die Lupe genommen und einem Praxistest unterzogen.

Informationen sind Macht. Sie sind essenziell, um im Wettbewerb die Nase vorn zu haben und selbst Einfluss auf den Wandel auszuüben. Bereits in den 60er Jahren haben sich Wissenschaftler mit der Informationsüberflutung beschäftigt. Das mag kurios klingen, weil es damals im Vergleich zu heute kaum Datenerhebungen gab. Heute hingegen wissen wir mit Gewissheit, dass die Datenflut unaufhaltsam zunehmen wird: Bis 2020 sollen Experten zufolge weltweit jährlich 44 Milliarden Gigabytes an Daten produziert werden.

Damals wie heute sehen wir uns mit der gleichen Herausforderung konfrontiert: Menschen, Unternehmen und Systeme sind überfordert. Informationen müssen gesammelt, verarbeitet und analysiert werden und am Ende zu den richtigen Fragen und Antworten führen. Was ist technologisch betrachtet also das beste Tool, um der Datenflut Herr zu werden?

Vielversprechend: Watson Analytics von IBM

Auf der Webseite von IBM heißt es: „Watson Analytics ist ein Analytics Tool für die intelligente Datenanalyse und -visualisierung, mit dem Sie schnell Muster und Erkenntnisse in Ihren Daten finden können – ohne Unterstützung durch Experten. Diese Analytics Software führt Sie durch die Datenermittlung, automatisiert Vorhersageanalysen und bietet kognitive Funktionen, z.B. für einen Dialog in natürlicher Sprache. Damit können Sie Daten interaktiv analysieren, um verständliche Antworten zu erhalten. Ob Sie schnell einen Trend aufdecken müssen oder ob Ihr Team Berichtsdaten in einem Dashboard visualisieren muss, Watson Analytics ist genau die richtige Lösung.“ Das klingt vielversprechend ­– der Beschreibung zufolge handelt es sich um das innovativste System am Markt.

Vielleicht haben Sie schon mal vom Watson-Auftritt bei Jeopardy im Jahr 2011 gehört. Dabei tritt Watson in der amerikanischen Quiz-Show gegen die Jeopardy-Champions Ken und Brad an und gewinnt. Falls Sie das Video noch nicht kennen, können Sie es sich hier ansehen:

Ein YouTube-Mitglied spricht in einem Kommentar unter dem Video die Vermutung aus, dass Watson den Knopf einfach nur früher gedrückt hat. Doch die Internet-Community ist hellauf begeistert und überzeugt davon, dass der Superrechner mit seiner künstlichen Intelligenz das Leben in vielen Bereichen der Welt verbessern kann.

Dass er dazu in der Lage ist, hat er bereits mehrfach bewiesen: bei Security-Anwendungen, bei der Analyse von Gesundheitsdaten und im Bereich IT-Sicherheit. Einige Unternehmen haben die Arbeit mit dem Superrechner allerdings wieder beendet. Zudem hat ein Bericht aus den USA im September 2017 enthüllt, dass Watson mit der Auswertung von Daten im Kampf gegen Krebs überfordert sei.

Wir haben uns also gefragt, was Watson wirklich kann. Können wir unseren Kunden mit dem Tool beispielsweise einen Mehrwert bei der Datenanalyse bieten? Zur Beantwortung dieser Frage haben wir IBM Watson Analytics vor einigen Wochen selbst einem Test unterzogen.

IBM Watson im Praxistest bei SALT Solutions

IBM Watson Analytics ist als SaaS-Lösung über die Cloud erhältlich. Das kognitive System soll zuvor eingegebene Informationen sowie in menschlicher Sprache gestellte Fragen verstehen und automatisiert Antworten geben. In einem funktionalen Test mit IBM Watson Analytics haben wir Daten aus unterschiedlichen Datenquellen eingelesen. Zum einen wurden Daten aus einer Excel-Datei geladen, zum anderen aus einer Microsoft SQL Server-Datenbank.

Hierbei muss eine sichere Verbindung zwischen der Analytics-Umgebung in der Cloud und der lokalen Datenbank mittels IBM Secure Gateway hergestellt werden. Watson bietet zudem die Möglichkeit, mehrere Datenbanktabellen anzubinden, indem diese zu einer zusammengeführt werden. Über welche Spalten die Verknüpfung (Join) hergestellt wird, kann der Nutzer frei festlegen.

Sofortige Datenvalidierung

Sind die Daten einmal geladen, überprüft Watson mit einer sofortigen Datenvalidierung die Verteilung und Vollständigkeit der Daten. Ein Qualitätsindikator je Spalte und Datei zeigt die entsprechende Bewertung in Prozent an. Das ist ein enormer Fortschritt: Weil fehlende oder unbrauchbare Daten zu unpassenden oder nicht belastbaren Resultaten führen, müssen IT-Dienstleister sonst mit viel Zeitaufwand Fremddaten von Lieferanten oder aus der Warenwirtschaft validieren. Watson berichtet hingegen sofort, ob die geladenen Daten eine gute Qualität haben – aus unserer bisherigen Testerfahrung ab einem Wert von ca. 60% – und ob mit einem aussagekräftigen Ergebnis zu rechnen ist.

Ist die Qualität der Datei weniger gut, macht Watson die Spalten mit niedriger Qualität ausfindig, sodass der Nutzer diese von der Auswertung ausschließen oder gegebenenfalls die Quelldaten korrigieren kann. Auch die Prüfung und die korrigierenden Maßnahmen von Daten haben bisher viel Zeit in Anspruch genommen, mit Watson gelingt das in nur wenigen Minuten.

Einfache, intelligente und anschauliche Auswertung

Sind alle Daten eingepflegt, bietet Watson einen einfachen Einstieg in die Analyse: Der Nutzer kann einfache Fragen in eigenen Worten stellen (bisher nur auf Englisch) oder passende Fragen auswählen, die das System auf Basis der Daten vorgibt. Und das funktioniert hervorragend – sowohl bei eigenen Fragestellungen wie „Was waren die Renner der Saison?“ als auch bei Fragen, die das kognitive System vorschlägt. Letzteres ist vor allem dann sinnvoll, wenn bereits geladene Daten existieren, das verfolgte Zielergebnis jedoch noch unbekannt ist. Oder wenn der Nutzer neue Antworten generieren möchte, auf die er ohne Watson niemals gekommen wäre. Watson weist ein Modeunternehmen etwa darauf hin, dass es während der letzten drei Jahre im Sommer in den Münchner Filialen nicht genügend Bikinis und Badeanzüge verkauft hat. 

Die Antworten liefert Watson in anschaulichen, automatisch erstellten Datenvisualisierungen, den sogenannten Discoveries. Dabei lassen die Auswertungen und die dazu passenden Grafiken nicht lange auf sich warten: Watson trifft innerhalb kürzester Zeit eine Auswahl aus vielen unterschiedlichen Diagrammen und zeigt dem Nutzer die Grafik an, die die Antwort am deutlichsten darstellt.

Bestimmte Bereiche in der Grafik sind zudem anklickbar und zeigen weiterführende Details zu den Auswertungsergebnissen an. Werden die Auswertungen also an Geschäftsführer versandt, müssen diese keine Mühe aufwenden, um die Ergebnisse zu deuten oder selbst Erklärungen zu finden. Apropos Versand und Präsentation, Watson hat noch eine clevere Funktionalität parat: Die Dashboards und die Infografiken, die aus den Discoveries bestehen, kann das System in sogenannten Storybooks zusammenfassen, die der Präsentation dienen. Außerdem lassen sich Dashboards und Infografiken direkt per E-Mail als Link, Grafik, PowerPoint- oder PDF-Datei versenden.

 

Fazit

Mit IBM Watson Analytics erhalten auch Nicht-Datenspezialisten schnell aussagekräftige Informationen. Über eine Suchmaske kann der Nutzer beliebig viele Fragen eingeben, die in kürzester Zeit aufschlussreiche Grafiken über Abverkäufe, Umsätze oder Topseller liefern. So sind unsere Kunden nicht mehr an Standardberichte gebunden, sondern können objektive, neue Informationen an das Management liefern.

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