Wer testet hat Angst: SAP Solution Manager für die Qualitätssicherung an Schulen

Im Titel gemeint ist die Ansicht, dass bei Software-Entwicklung der Entwickler selbst alles richtig macht und sich die Frage des Tests erst gar nicht stellt. Richtig ist aber, dass Entwicklung – so wie es SAP versteht – eine Ingenieursdisziplin ist. Spätestens in den Firmen werden die Absolvent(innen) damit konfrontiert, dass Software eben nicht per se fehlerfrei ist, sondern klaren Regeln unterliegt und getestet werden muss.

In der Fortbildung für Lehrer(innen) des Beruflichen Schulzentrums für Wirtschaft und Datenverarbeitung stelle ich immer wieder fest, dass Projekte zur Herstellung von Software oder Einführung von SAP mit der ASAP-Methode und dem Werkzeug SAP Solution Manager unterstützt werden. SALT Solutions nutzt den SAP Solution Manager intensiv im eigenen Qualitätsmanagement.

SAP Solution Manager als Plattform der SAP für das ALM (= application lifecycle management):

  • Projekt-Initierung / Durchführung, Test-Management, Bugtracking
  • Service Desk nach ITIL (für Incident, Problems, Change, Requests)
  • Monitoring und fachlicher Betrieb (also z.B. Job-Monitoring)
  • Event Management, also Erkennen von Störungen und Unterstützen der Fehlersuche mit Root Cause Analyse
  • Change Request Management, Automatisches Testen und Code-Inspektion

Bernd Dlugosch fasst für die Kolleg(innen) die möglichen schulisch machbaren Projekte zusammen. Auf die Frage des Kollegiums, wie SALT Solutions den eigenen MitarbeiterInnen den Solution Manager vermittelt, antworte ich mit der umgesetzten Idee des Click-Book „SolMan for Logistics“, das aus Sicht eines „jungen“ Kollegen mit einfachen Begriffen das Werkzeug verständlich macht.

Der Stellvertreter des Schulleiters, Wolfgang Weimann, begrüßt ausdrücklich die Möglichkeit, sich schulisch mit einer schulweit geltenden Entwicklungsrichtlinie zu beschäftigen. Daraus ließen sich mit wenigen Handgriffen und Anpassungen Code-Inspektions Varianten schaffen, die bei Prüfung der Software eigenständig durchlaufen werden.

Ausdrücklich wird von allen Beteiligten die Möglichkeit, sich mit ITIL und dem SAP SolMan als Applikations-Lebenszyklus-Plattform beschäftigen zu können, begrüßt. Das werde ich ab Januar 2015 mit einer Lehrerfortbildung unterstützen.

Reinhold Gütling stellt seine Idee eines Projektes vor, das zur Aufgabe hätte, durch die Schülerinnen und Schüler einen Consumer bauen zu lassen, der einen freigegeben Web-Service benutzt. Dies ließe sich im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten perfekt durch eine motivierte Schülergruppe realisieren und sich nahtlos in den Lehrplan integrieren.

Spannend stellt sich für das BSZ die Finanzierung der Mehrkosten zur Nutzung des SAP SolMan dar. Die Software, die Unternehmen bereits mit den Wartungsgebühren zur Verfügung steht, muss unter Umständen für Schulen separat lizenziert werden.

Bleiben Sie gespannt, wie sich die Ergebnisse bei dem ersten gemeinsamen Schulprojekt darstellen. Eventuell können wir schon im Frühling 2015 über Fortschritte berichten.

Mein Tipp:

Nutzen Sie im Zusammenhang mit dem SAP Solution Manager (im Bereich Lernen und Schulung) auch die sog. #Learning-Maps

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