SAP EWM für die Produktions­versorgung

Zentraler Supermarkt bei Variantenvielfalt

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Von der Massenfertigung zur Stückzahl 1 – das ist der Trend in der Industrie. Für die Produktionsversorgung eine echte Herausforderung, die sich mit einem zentralen Supermarkt beherrschen lässt – basierend auf dem Lagerverwaltungssystem SAP EWM.

Die Variantenvielfalt in fertigenden Unternehmen nimmt kontinuierlich zu. Das hat natürlich Auswirkungen auf die gesamte Versorgungskette im Lager und in der Produktion. Vor allem sinkt der Bedarf an einzelnen Mengen, die aus dem Lager angefordert und an die Anlagen in den Produktionshallen geliefert werden müssen.

Bedarfsorientierte Anforderung

Während viele Unternehmen auch heute noch ihre Bedarfe an den Anlagen ausschließlich aus SAP MM oder SAP PP und damit aus einem klassischen SAP-Modul für die Produktion auslösen, empfehlen die Experten von SALT Solutions eine zeitgemäßere Lösung. Die genannten Module haben für dezentrale Supermärkte zwar in der Vergangenheit einen guten Dienst erwiesen, sorgen allerdings heute für den einen oder anderen Schönheitsfleck.

Das betrifft zum Beispiel die Ordnung rund um die Produktionsanlagen: Oft wird ein höherer Bedarf bestellt als tatsächlich erforderlich, sodass die restlichen Mengen Platz einnehmen, der sich besser nutzen ließe. Folgeprozesse binden darüber hinaus Kapazitäten – im besten Fall für die erneute Einlagerung, im schlimmsten Fall für das Suchen der Materialien, wenn sie unter anderen Materialien verschwinden oder manuell umgestellt wurden.

Lernen von externer Distribution

Die Lösung ist eine bedarfsorientierte Materialanforderung in genau den Mengen, die an den einzelnen Anlagen tatsächlich benötigt werden. Und das lässt sich am besten direkt aus dem Lagerverwaltungssystem SAP EWM heraus managen. Eine Lagerverwaltung für die bedarfsorientierte Produktionsversorgung? Diese Frage haben die Experten von SALT Solutions häufig gehört. Heute zeigen mehrere Beispiele, dass dieser Weg der Schlüssel für die Produktion kleinerer Stückzahlen sowie die steigende Variantenvielfalt ist.

Die Herleitung dieser Lösung für die Produktionslogistik mit SAP EWM hat sehr praktische Ursprünge: Durch die gestiegene Variantenvielfalt und die damit verbundenen geringeren Mengen, die es an den Arbeitsplätzen bereitzustellen gilt, lassen sich Parallelen zur Distributionslogistik ziehen. Geht bei einem Unternehmen eine Bestellung ein, werden alle erforderlichen Prozesse für den schnellstmöglichen Versand ausgelöst – von der Warenauslagerung über die Kommissionierung bis zum Verpacken und Versenden. Diese Prozessschritte aus der externen Distribution lassen sich problemlos auf die interne Distribution bei geringen Mengen übertragen.

Voraussetzung ist jedoch eine neue Denke bei der Produktionsplanung: Während in der klassischen Push-Planung die erforderlichen Materialien zu einem vorher geplanten Zeitpunkt an einen Arbeitsplatz geliefert wurden, ziehen sich die Anlagen nun ihren Bedarf selbstständig – also ereignisgesteuert, wenn die Anlage mit dem notwendigen Rüstzeug verfügbar und ein qualifizierter Mitarbeiter vor Ort ist. Sind im System alle vorgelagerten Prozessschritte hinterlegt, wird ein Bedarf mit der entsprechenden Vorlaufzeit ausgelöst, sodass die richtigen Materialien zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Bearbeitung bereitstehen.

Transparenz bei der Buchung

SAP EWM bringt einen entscheidenden Vorteil gegenüber bisher bevorzugten Lösungen mit: eine exakte Bestandsführung für die Produktionsversorgung. Jede Buchung wird sofort im System hinterlegt, sodass nur so viel zu den Anlagen geliefert wird, wie tatsächlich benötigt. Sollte doch einmal etwas nicht verwendet werden, erfolgt sofort der Auftrag zur Rücklagerung. Alle Bestände sind dadurch immer aktuell und kein Material geht mehr verloren.

Diese Bestandsführung in der Produktionsversorgung hat einen weiteren Vorteil: Durch die punktgenaue Lieferung der Materialien entstehen mehr Freiräume in den ohnehin recht engen Produktionshallen. Die Produktionshalle wird nicht mehr zum zweiten Lager umfunktioniert, es steigt also auch die Übersichtlichkeit an den Arbeitsplätzen.

Höhere Performance mit SAP EWM

Die Anforderungen an die Intralogistik steigen mit der zunehmenden Variantenvielfalt. Umso wichtiger, eine leistungsfähige systemseitige Unterstützung einzusetzen, die kleinere Mengen in immer höheren Geschwindigkeiten führen kann. Der Materialfluss aus einem Shuttle-Lager bis zu einem Arbeitsplatz durchläuft automatisierte und manuelle Prozessschritte, die im System zurückgemeldet werden müssen. SAP EWM bringt dafür die nötige Performance mit, um von der Anmeldung eines Bedarfs bis zur Lieferung an eine Anlage alle Prozessschritte auszulösen – inklusive angeschlossener Flurförderzeuge.

Alles aus der Lagerverwaltung

Zu den Unternehmen, die schon heute von einem zentralen Supermarkt mit SAP EWM für die Produktionsversorgung profitieren, gehören die thyssenkrupp Marine Systems GmbH oder die STILL AG. Das Herzstück der innerbetrieblichen Logistikabwicklung bei der STILL AG ist ein mit SAP EWM gesteuerter Großteile- sowie Kleinteilesupermarkt inklusive Pick-by-Light zur Versorgung aller zehn Produktionslinien via Routenzug am Standort Hamburg. Im Ergebnis steht ein zentraler Supermarkt, in dem die Lagerverwaltung SAP EWM die Produktionsversorgung transparent sowie zeitlich und mengenmäßig exakt beliefert.

Auf dem Weg zu Industrie 4.0 und der Losgröße 1 wird an diesem Verfahren kein Weg vorbeiführen. SAP EWM gewährleistet die punktgenaue Bereitstellung und korrekte Bestandsführung – die wichtigsten Voraussetzungen für Effizienz entlang der logistischen Versorgungskette. Das gilt für das Lager ebenso wie für die Fertigungshallen.

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