LogiMAT 2020: Die Intralogistik trifft sich in Stuttgart

Bewerten
2 Bewertungen,
Durchschnitt 3,5

Nach der Messe ist vor der Messe: Ein gutes halbes Jahr nach der LogiMAT 2019 laufen die Vorbereitungen für die nächste Messe im März 2020 auf Hochtouren. Wir haben uns mit Michael Ruchty, verantwortlich für die Messeleitung, über die Pläne für das nächste Jahr und die aktuellen Veränderungen in der Logistik unterhalten.

Die LogiMAT 2019 ist jetzt über sechs Monate her. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Die LogiMAT 2019 ist sehr gut gelaufen und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es gab keine großen Probleme. Dafür muss ich mich bei meinem Vorgänger in der Organisation bedanken. Herr Kazander hat mir ein bestens vorbereitetes Feld überlassen. Auch das komplette Team, das im Hintergrund gearbeitet hat, hat hervorragende Arbeit geleistet und mir während der Messe den Rücken freigehalten. Mir hat es Spaß gemacht, die Kontinuität der Messe fortzusetzen. Gut funktioniert hat außerdem das erstmalige Bespielen der Halle 2 und der Schnellzugang am Eingang Ost. Beides werden wir auch im nächsten Jahr weiterführen. Und Glück mit dem Wetter hatten wir natürlich auch.

 

Womit sind Sie aktuell beschäftigt?

Ein großes Thema haben wir gerade abgeschlossen: Die Hallenplanung. Das ist immer eine Herausforderung und ein langer Prozess. Wir versuchen den Wünschen der Aussteller so gut wie möglich gerecht zu werden. Trotzdem klappt es nicht immer, alle hundertprozentig glücklich zu machen. Wichtig ist, dass man partnerschaftlich zusammenarbeitet.

 

Was planen Sie für die Zukunft? Gibt es große Änderungen?

Unser Traum wäre natürlich, dass wir schon im nächsten Jahr die Halle 11 dazu nehmen könnten. Die Halle 10 ist im Jahr 2018 eröffnet worden, aber wir könnten eine weitere Halle trotzdem schon jetzt gut gebrauchen. Das ist allerdings erst für 2024 geplant. Die Messe Stuttgart unternimmt aber allgemein viel. Dazu zählt nicht nur die Planung der neuen Halle, sondern auch die Verbesserung der Infrastruktur vor Ort mit einer besseren Anbindung an die U-Bahn.

Wir selbst haben keine großen Änderungen geplant, eher Anpassungen in der Aufteilung der Themen auf die verschiedenen Hallen. Die Galerie in Halle 1 wird 2020 komplett belegt sein, um die gestiegene Nachfrage bedienen zu können.

 

Welche Themen sehen Sie auf der LogiMAT 2020 im Vordergrund?

Die Digitalisierung ist schon ein vorherrschendes Thema auf der Messe. Das war sie in diesem Jahr und das wird auch 2020 so sein. Somit steht auch alles im Fokus, was damit zusammenhängt wie z. B. Künstliche Intelligenz, Vernetzung, Industrie 4.0, Logistik 4.0. Die Digitalisierung findet man auf der Messe überall. Das ist nicht nur ein Thema bei Softwareanbietern, sondern auch im Hardwarebereich: Intelligente Shuttle, Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und smarte Behälter ergänzen das Angebot. Interessant ist, dass es Aussteller gibt, bei denen man vor einigen Jahren nie gedacht hätte, dass sie sich mit einem Thema wie Digitalisierung beschäftigen. Auch sie entwickeln inzwischen spannende Ansätze in dieser Richtung.

Der Kern der LogiMAT ist natürlich immer noch das Lager und der Materialfluss, aber die Inhalte verändern sich dennoch. Gerade bei der Frage, wie Ware von A nach B kommt oder vom Regal zum Menschen, braucht es viel Transparenz. Nur dann kann der Endkunde wirklich kalkulieren, vor allem bei zeitkritischer Ware oder Gefahrgut.  

 

Wie entwickelt sich die Intralogistik insgesamt weiter? Hat das einen Einfluss auf die LogiMAT?

Eine Herausforderung wird in den kommenden Jahren die flankierende Technologie sein: Wie entwickeln sich Sensorik oder Prozessoren weiter? Das wird spannend. Aktuelle Themen, die uns alle betreffen, haben auch gerade einen großen Einfluss auf logistische Prozesse, zum Beispiel Mobilität und Dieselfahrverbote. Wie soll es funktionieren, dass wir einerseits eine transparente und möglichst schnelle Lieferung von Waren und Produkten erwarten und gleichzeitig den Verkehr in den Innenstädten reduzieren wollen? Die sogenannte letzte Meile ist daher ein heiß diskutiertes Thema. Das sieht man schon heute auf unseren Fachforen der LogiMAT. Ob das auch die Ausstellerstruktur noch ein bisschen verschiebt, werden wir sehen.

 

Welche Entwicklungen wird es im nächsten Jahr noch geben? Wird die Messe internationaler?

Die Messe in Stuttgart wird schon internationaler, das merken wir jedes Jahr. In diesem Jahr kamen Besucher aus knapp 80 Ländern zur LogiMAT. Ausstellerseitig ist es gar nicht unser Ziel, dass irgendwann der Großteil aus dem Ausland kommt. Die Mischung, die wir aktuell mit etwa 29 % ausländischen Ausstellern haben, ist gut. Das sagen auch unsere Kunden. Die LogiMAT war und bleibt eine Messe für den zentraleuropäischen Markt.

Für Aussteller mit Interesse am asiatischen Markt haben wir aber wieder eine gute Nachricht: Auch 2020 wird es die LogiMAT nicht nur in Stuttgart geben. Dieses Jahr ist die LogiMAT in China von Nanjing nach Shanghai umgezogen und hat das erste Mal parallel zur „transport logistic China“ stattgefunden. Das war ein voller Erfolg mit rund 25.000 Besuchern an drei Tagen. Das werden wir nächstes Jahr so fortführen. Die LogiMAT China findet dann vom 16. bis 18. Juni statt.

Ganz neu ist allerdings eine neue LogiMAT in Thailand. Sie wird vom 13. bis 15. Mai 2020 in Bangkok unter dem Namen „LogiMAT | Intelligent Warehouse“ stattfinden. Bisher haben die Firmen, die wir als potentielle Aussteller angesprochen haben, das Angebot sehr gut angenommen. Damit erschließen wir auch den Markt in Südostasien mit Strahlkraft in die gesamte Region, also Myanmar, Vietnam, Laos, Kambodscha und Indonesien.

 

Was ist Ihnen für die LogiMAT 2020 wichtig?

Die LogiMAT ist so groß, dass die Besucher inzwischen sehr gut vorbereitet zur Messe kommen, um die Tage effizient zu nutzen. Um Orientierung zu geben ist es unsere Aufgabe als Veranstalter, die Hallen thematisch gut aufzuteilen. Außerdem investieren wir viel in die Weiterentwicklung unserer App. Da jeder inzwischen mit einem Smartphone oder Tablet unterwegs ist, bündeln wir da alle wichtigen Informationen: Ausstellerverzeichnis, Hallenpläne, die Termine der Vorträge, und so weiter. Das ist unsere Art zu digitalisieren. Den gedruckten Katalog gibt es aber natürlich nach wie vor.

Für uns als Organisatoren ist es außerdem immer großartig, wenn wir mitbekommen, dass ein Besucher wirklich mit einem Konstruktionsplan auf die Messe kommt und Lösungen sucht. Und das Highlight sind Geschäftsabschlüsse direkt auf der Messe. Das ist sehr selten geworden, aber wenn es doch einmal vorkommt und uns diese Information erreicht, so ist es toll. Für uns bedeutet das, dass wir die richtigen Aussteller auf der Messe haben und die Besucher wirklich auch Lösungen bekommen. Die LogiMAT soll eine „Arbeitsmesse“ sein, auf der über konkrete Herausforderungen gesprochen wird.

Mein Ziel ist es, dieses erfolgreiche Konzept der LogiMAT weiterzuführen. Über 60.000 Besucher bei der LogiMAT 2019 war schon ein toller Erfolg. Das ist aber nicht alleine unser Verdienst, denn letzten Endes kommen die Besucher wegen der Aussteller. Für uns als Organisatoren ist daher die Zufriedenheit der Aussteller am wichtigsten. Und alles, was Rang und Namen hat, ist in Stuttgart nächstes Jahr dabei. Wir rechnen zum jetzigen Zeitpunkt mit rund 1.650 Ausstellern. Was man auf der Suche nach Logistiklösungen nicht auf der LogiMAT findet, dass findet man nirgendwo. Das ist unser Anspruch.

Keine Updates
mehr verpassen:
1

Zurück