Lean Production versus Industrie 4.0

Flexibilität durch Selbstorganisation in der Fabrik von morgen

Produktion eines Fahrzeuges
Copyright Titelbild: © RicAguiar / Getty Images
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Sind die Philosophien von Lean Production und Industrie 4.0 unvereinbar? In der Realität fertigender Unternehmen zeichnet sich ein anderes Bild ab. Vielmehr bedingen die dynamischen Prozesse in der Industrie 4.0 einer Realisierung der Prinzipien aus der Lean Production: Ziel ist die Wertschöpfungskette im Takt. Lean-Berater Jörg-Dieter Ehlers wirft einen Blick auf die schrittweise Evolution zur selbstorganisierten Fabrik sowie die Rolle des SALT Add-Ons Lean Production als elektronischer Lean-Berater.

Vor einem Trend in der fertigenden Industrie verschließt niemand in der Branche mehr die Augen: Steigende Variantenvielfalt und die damit verbundenen kleineren Losgrößen bis zum individuellen Produkt. Wie jedoch begegnen Produktionsplaner diesen neuen Anforderungen an eine moderne Fabrik? Denn die Ford’sche Fließband-Methode ist angesichts des Trends nicht mehr zu halten.

Es wäre fatal, sich geradewegs auf den Weg zu Industrie 4.0 zu begeben. Denn, um dem Grundprinzip Flexibilität durch Selbstorganisation Rechnung zu tragen, steht die Aufgabe an, die Produktion nach dem Vorbild Lean Production schrittweise neu auszurichten. Beide Philosophien, Industrie 4.0 und Lean Production, haben vieles gemeinsam. Industrie 4.0 geht einen Schritt weiter: Durch digitalisierte Prozesse wird eine nach dem Pull-Prinzip ausgerichtete Wertschöpfungskette automatisiert. Das ist die Basis dafür, dass sie sich selbst optimiert. Was muss man dafür tun?

Einrichten flexibler Prozesse

Getaktete und auf kleine Stückzahlen eingerichtete Prozesse sind durch sehr hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit gekennzeichnet. Auf der Agenda steht daher: Eine Prozesslandschaft, in der die Produktionsschritte einem Takt folgen, das Fertigen von Stückzahl 1 systemimmanent ist und in der die Aktivität eines Prozesses aufgrund von Impulsen nachfolgender Prozesse ausgelöst wird.

Digitalisieren der Prozesse

Das Bekenntnis zu Lean Production beinhaltet den Anspruch, die Produktionsprozesse kontinuierlich zu optimieren. Das heißt, Fehlverhalten der etablierten Prozesse sind zu erkennen und die Fehler zu korrigieren, um die aufeinanderfolgenden Produktionsschritte zu stabilisieren. Denn: Stabile Prozesse mit der zugleich erforderlichen Flexibilität sind für eine gleichmäßige Fertigung im Takt unabdingbare Voraussetzungen. Prozesse mit integrierter Selbstoptimierung ergeben einen neuen Fertigungsstandard. Dafür werden in die Prozesse integrierte, dynamische Software-Lösungen benötigt.

Dynamische Optimierung

Dieser Punkt ist entscheidend für Industrie 4.0 und das macht zu Recht die industrielle Revolution aus. Ziel ist die Digitalisierung der Wertschöpfungskette, die sich künftig selbst dynamisch organisiert und dabei über alle Prozessstufen hinweg auf Daten in Echtzeit zugreift.

Da dies eine neue Herausforderung darstellt, ist es notwendig, das beschriebene Vorgehen zu befolgen. Nimmt man den direkten Weg der Digitalisierung bestehender Prozesse, geht man das Risiko ein, mit ungenügend gestalteten Prozessen die Fertigung ins Chaos zu führen. Nicht ohne Grund warnte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks mit drastischen Worten vor Übereifer: „Wenn sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben sie einen scheiß digitalen Prozess“.

Elektronischer Lean-Berater

Die Ausrichtung der Prozesse auf Lean Production, deren Automatisierung und Digitalisierung sind die Schlüssel zum Erfolg. Mit dem SALT Add-On Lean Production haben die Experten von SALT Solutions ein Werkzeug entwickelt, das Unternehmen bei der Umrüstung oder Einrichtung unterstützt. Der elektronische Lean-Berater erfüllt als vollständig in SAP integrierte Erweiterung eine unabdingbare Voraussetzung: Zugriff auf alle Basisdaten aus SAP ERP, um einerseits verlässliche Aussagen über den Status Quo zu treffen und andererseits die Prozessplanung und -gestaltung nach Lean Production durchführen zu können.

Auf dieser Basis lässt sich die Produktion glätten, der Bestand optimieren und das Lager entlasten. Unternehmen gewinnen eine Grundlage für die Einführung, Überprüfung und Stabilisierung neuer Prozesse, die sukzessive zum Standard reifen und auf dem Weg zu Industrie 4.0 digitalisiert werden können.

Copyright Titelbild: © RicAguiar / Getty Images

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