InMemory-Technologien: das Ende der Cubes-Ära?

Druck auf klassisches Data Warehousing steigt in der Fertigungsindustrie

Symbolbild: Cubes
Copyright Titelbild: © SALT Solutions

Alle großen Technologie-Anbieter führen aktuell neue Modelle für die Datenhaltung ein: Für SAP ist S/4HANA das Maß aller Dinge, die Apache Software Foundation trommelt für Hadoop, IBM preist SolidDB und Oracle treibt TimesTen voran. Bedeutet diese neue Generation von InMemory-Datenbanken das Ende der Cube-Technologien und damit des klassischen Data Warehousings? Die Experten von SALT Solutions werfen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Datenhaltung und -verarbeitung in der Fertigungsindustrie.

Gerade im Fertigungsbereich spielt die Bewältigung großer Datenmengen für Ad-hoc-Analysen und Entscheidungsunterstützung im Zeitalter Industrie 4.0 eine zentrale Rolle. Ursache ist der zunehmende Einsatz mechatronischer Systeme und Sensorik in der Fertigung, die detaillierte Informationen über den Zustand von Maschinen und Anlagen, Messwerte oder Prozessparameter zur Verfügung stellen.

Diese Informationen sollen analysiert werden, um valide Aussagen treffen zu können: Beispielsweise über Prozessstabilität, Fehlerschwerpunkte oder den tatsächlichen Verschleißgrad von Werkzeugen. Die Einschränkungskriterien und Pfade dieser Analysen sind jedoch in der Fertigung nur begrenzt vorhersagbar.

Datenbanken im Wandel

Damit stellen traditionelle, auf verdichteten oder voraggregierten Daten basierende Architekturen, sogenannte Cubes, eine enorme Hürde bei der Ad-hoc-Analyse dar. Andererseits stoßen klassische relationale Datenbankarchitekturen beim Datenumfang schnell an Grenzen, wenn die Daten nicht vorverdichtet vorliegen.

InMemory-Datenbanken bieten bei der Bewältigung dieser Datenmengen signifikante Vorteile – und tatsächlich können wir heute in zahlreichen Szenarien durch den Einsatz dieser Technologie auf Vorverdichtung in Form von Cubes verzichten, auch im Bereich vieler Terabyte. Andererseits sind das verfügbare Know-how und insbesondere die Erfahrung in Einsatzszenarien und Betrieb von InMemory-Datenbanken noch sehr begrenzt.

Zeitpunkt für den Einstieg

Die kurzen Innovationszyklen weisen auf ein frühes Stadium der Technologie hin. Viele Unternehmen stellen sich die Frage, ob der richtige Zeitpunkt für einen Umstieg gekommen ist. Und tatsächlich entscheiden letztlich das Anwendungsszenario und der Business Case. Die Installation einer InMemory-Datenbank ist aufwändig, die benötigte Hardware teuer und der Vorteil bei Datenvolumen unter vier Terabyte begrenzt.

Hier kann ein klassischer relationaler Ansatz der attraktivere Weg sein. Oberhalb dieses Bereiches entscheidet letztlich der Anwendungsfall: Ist Ad-hoc-Analyse und Echtzeitnähe relevant, führt an der InMemory-Datenbank kein Weg vorbei. Kann man auf diese Anforderungen verzichten, so ist der klassische Ansatz im Data Warehousing nach wie vor ein gültiger Weg.

Steigende Hardware-Leistung

Allerdings wird bereits die nahe Zukunft eine weitere extreme Leistungssteigerung der Hardware bei konstanten Kosten mit sich bringen. Und tatsächlich stellt sich bei Neuimplementierungen die Frage, ob ein Cube-Ansatz heute noch der richtige Lösungsweg ist.

Ein Ende der Cube-Technologie ist jedoch aufgrund der im Einsatz befindlichen Implementierungen mittelfristig nicht zu erwarten, langfristig jedoch in der heutigen Form mit Sicherheit.

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