Industrie 4.0: Erfolgreicher Abschluss des Forschungsprojektes CyProS

Vor drei Jahren wurde der Grundstein für eine systematische und tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema Industrie 4.0 gelegt. Getrieben von dem Ziel, die Komplexität des sich verschärfenden Wettbewerbs zu beherrschen und eine nachhaltige und signifikante Steigerung der Produktivität und Flexibilität der produzierenden Unternehmen zu erreichen, wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung das Verbundprojekt CyProS (Cyber-Physical Production Systems) gestartet.

Abseits vom allgemeinen Industrie 4.0 Hype fanden sich 16 Industrie-Partner – darunter auch unsere eigenen Experten – und vier Forschungseinrichtungen zusammen, um für ein repräsentatives Spektrum an Cyber-Physischen Systemmodulen (CPS) eine Referenzarchitektur und die methodische Basis für deren Betrieb in realen Produktionsumgebungen zu erarbeiten.

Im Projektkonsortium wurde schnell klar, dass diese Ziele nur erreicht werden können, wenn die IT-Verantwortlichen und die Planer der Produktionssysteme zukünftig sehr viel enger zusammenarbeiten. Dementsprechend wurden im Projekt spezifische Cluster gebildet, um die Entwicklung der verschiedenen CPS-Module voranzutreiben. Wir haben dabei die Entwicklung zahlreicher CPS-Komponenten unterstützt und deren Integration in das Manufacturing Execution System (MES) vorgenommen. Dazu gehören unter anderem die sprachgesteuerte Werker-Führung, die RFID-basierte Produktionssteuerung, ein kennzahlenbasiertes Informationssystem auf Mobilgeräten sowie die Anbindung externer Planungs-Services.

Eine weitere interessante CPS-Anwendung stellt ein intelligentes Spannzeug dar, das – bestückt mit Aktorik und Sensorik – die Flexibilität von Werkzeugmaschinen erhöht, insbesondere im Hinblick auf die Fertigung kleinster Losgrößen. Die gute Zusammenarbeit mit dem Spannmittelhersteller, der Röhm GmbH aus Sontheim, hat dabei besonders viel Spaß gemacht. Von der Datenintegration für Aktorik und Sensorik über die Kommunikationswege innerhalb einer Werkzeugmaschine bis zur Prozessabbildung im MES konnten alle Themen in enger Teamarbeit gelöst werden.

Und so konnte ich dann auch – gemeinsam mit Eugen Hangleiter, Leiter der Entwicklung bei der Firma Röhm – am 29. Oktober 2015 in Fellbach den Teilnehmern auf dem Kongress „Schaufenster Industrie 4.0“ vorstellen, wie sich eine wirtschaftliche Produktionssteuerung mit CPS-basierten Produktionsabläufen erreichen lässt. Auch alle weiteren Vorträge auf dem Kongress zum offiziellen Abschluss des Projektes CyProS zeigten, dass Cyber-Physische Produktionssysteme ein hohes wirtschaftliches Potenzial für die deutsche Industrie bieten. Um dabei auch innovative Komponenten, wie Datenbrillen oder Wearables einzusetzen, bieten sich mit den methodischen Grundlagen aus dem Projekt CyProS und einer engen Zusammenarbeit zwischen Maschinenbau und IT die besten Erfolgschancen.

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