FOREnergy & QlikView: Kommt noch genug Strom aus der Steckdose?

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Die Energiewende hat volle Fahrt aufgenommen: das Ende der Atomkraft ist beschlossene Sache und der Anteil von Photovoltaik, Windenergie und Biogas ist in Deutschland aktuell auf über 27% angewachsen. Also alles Bestens?

Deutsche Fertigungsunternehmen stellen sich die Frage, wie bei dem stark schwankenden Energieangebot der Erneuerbaren zukünftig stabile Produktionsabläufe sichergestellt werden können. Auch der zunehmende Widerstand gegen konventionelle Kraftwerke, Netztrassen und Pumpspeicherwerke macht Vorkehrungen für den Tag X notwendig, an dem Energieerzeugung und Energieverbrauch nicht mehr so einfach wie heute in Einklang gebracht werden können.

Konzepte für diesen Tag X werden im Forschungsprojekt „FOREnergy – Die Energieflexible Fabrik“ unter Förderung der Bayerischen Forschungsstiftung entwickelt. Als Industriepartner mit dem Spezialgebiet Produktions-IT sind wir von Anfang an mit an Bord, um drängende Fragen zu beantworten. Wie können Produktionstermine eingehalten werden, wenn der Stromverbrauch in der Fabrik gedrosselt werden muss? Welche Produktionsprozesse können kurzfristig gestartet werden, um ein Überangebot an elektrischer Leistung im Netz abzubauen?

Als erster Schritt dazu werden in den verschiedenen Teilprojekten die Energieverbräuche der Einzelprozesse und weitere Betriebs- und Maschinendaten bei beteiligten Industriepartnern erfasst. In der Praxis bedeutet das zahlreiche verschiedene Datenquellen und sehr große Datenmengen. Und von Seiten der Projektbeteiligten kommen jeden Tag neue Fragestellungen, die schnell mit fundierten Analysen beantwortet werden sollen. Anders ausgedrückt: Livedaten-Analyse in Produktion und Fertigungsplanung.

Unser Projekt-Team hat daher auf QlikView zurückgegriffen und gemeinsam mit den Industrie- und Forschungspartnern eine flexible Anwendung für Energie-Analysen geschaffen. Dabei werden Energie- und Betriebsdaten aus unterschiedlichen Produktionsbereichen zusammengeführt. Ansatzpunkte für Energieoptimierungen an Maschinen und Produktionsprozessen lassen sich so schnell aufdecken. Wichtiger jedoch sind Was-wäre-wenn-Analysen. Dabei werden die Produktionsprogramme beispielsweise den schwankenden Energiepreisen bzw. dem aktuell prognostizierten Energieangebot im Netz gegenübergestellt. So wird erkennbar, wo Aufträge und Arbeitsvorgänge verschoben werden können, wenn die gesamte Fabrik Energiekosten einsparen muss – oder eben nicht mehr genug Strom aus der Steckdose kommt.

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