Eine Lösung für alle Komplexitätsgrade

Interview

Symbolbild: Prozesse im Lager
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Mit SAP S/4HANA bieten sich auch beim Warehouse Management neue Möglichkeiten. SALT Solutions hat sich mit Markus Rosemann, globaler Vice President für den Bereich Digital Logistics bei SAP SE, über dieses Thema unterhalten.

Wie wird sich die Arbeit mit EWM unter SAP S/4HANA von der bisherigen Arbeit mit den Warehouse-Management-Systemen von SAP unterscheiden und welche Vorteile können die Anwender aus diesen Neuerungen konkret ziehen?

Markus Rosemann: Mit dem Einzug von SAP Extended Warehouse Management (EWM) als integraler Bestandteil in die SAP Suite for SAP HANA (S/4HANA) werden die Funktionen für komplexe Lagerabwicklungen, die sich über Jahre im dezentralen EWM bewährt haben, auch innerhalb der modernsten Business Suite der SAP verfügbar. Die Anforderung an eine leistungsfähige Lagerlogistik, die sich durch immer kürzere Lieferzyklen, kleinere Losgrößen im Versand und wachsende Kundenerwartungen im Umfeld von E-Commerce und Omnichannel ergeben, lassen sich so auch auf eine einfachere Art und Weise beantworten – nämlich vollständig integriert und embedded, also direkt in einer Systemlandschaft eingebaut. Für unsere Kunden ergibt sich damit eine neue Deployment-Option neben dem dezentralen, stand-alone betriebenen SAP EWM.

Vereinfachung bedeutet in diesem Zusammenhang aber nicht nur den Wegfall von Schnittstellen und redundanten Daten. Vereinfachung heißt auch, dass die Anzahl der verschiedenen Lösungsoptionen für die Lagerabwicklung mit SAP reduziert wird. Neben der „advanced“ Funktionalität des Extended Warehouse Management wird auch das „basic Warehouse Management“ mit derselben technischen Komponente abgedeckt. Dies ermöglicht Anwendern und Kunden, alle Komplexitätsgrade im Lager mit einer Lösung abzudecken und mit steigenden Anforderungen an Prozessautomatisierung und -kontrolle Schritt zu halten.

Macht es bei der Migration auf embedded EWM einen Unterschied, ob ein Unternehmen bisher SAP WM oder SAP EWM nutzt?

Rosemann: Ja, hier gibt es einen Unterschied. Der SAP-Standard bietet Unterstützung bei der Migration von SAP WM (LE-WM) auf das embedded SAP EWM. Die Kunden, die SAP EWM dezentral betreiben, werden das auch weiterhin so tun und dieses System einfach mit dem SAP S/4HANA anstatt mit dem SAP ECC verknüpfen.

Gibt es künftig ein EWM aus der Cloud?

Rosemann: Das gibt es bereits heute, nämlich als privates Cloud-Angebot. SAP EWM kann auf der SAP Custom HANA Enterprise Cloud (HEC) betrieben werden. Weitere Deployment-Optionen, die im Rahmen der SAP S/4HANA-Strategie bereits heute verfügbar sind, befinden sich allerdings in der Planung.

Die Themen Internet of Things und SAP Leonardo werden aktuell heiß diskutiert. Was steht dahinter und was bedeutet dies für Warehouse Management?

Rosemann: Das Internet der Dinge, Internet of Things (IoT), spielt auch in der Logistik eine große Rolle. Zahlreiche Anwendungsszenarien finden sich gerade sowohl in der Distributionslogistik als auch in der Intralogistik, die auf Jahrzehnte fortschreitender Automatisierung zurückblicken. Genau dort liegt das enorme innovative Potenzial von IoT: Wie lassen sich die immer mehr werdenden vernetzten Dinge – also mit Sensoren ausgestattete Produkte, Fahrzeuge, Container, Stapler und Maschinen – in Geschäftsprozesse einbinden? Wie lassen sich die Daten, die dort generiert werden, nutzen und wie ändert sich das Arbeitsumfeld für die Anwender von Logistik- und Lagerlösungen?

Dieses Potenzial zu nutzen, ist das Ziel von SAP Leonardo, der Infrastruktur für innovative Geschäftsprozesse: Das intelligente Verbinden von Menschen, Dingen und Geschäftsprozessen durch Elemente wie IoT, Machine Learning, Analytics, Blockchain, Big Data – alles basierend auf der SAP Cloud Platform. Das heißt für Warehouse Management etwa die Anbindung an Telemetriesysteme von Gabelstaplern über SAP Vehicle Insights oder die lückenlose Verfolgung von Produkten entlang der gesamten Lieferkette über SAP Global Track & Trace.

Was erwartet uns in Bezug auf EWM in 2 Jahren?

Rosemann: Der Bereich Digital Logistics, der Lager- und Transportlogistik sowie Logistics Networks umfasst, bleibt ein Innovationsschwerpunkt für SAP. Neben der Vertiefung der Integration innerhalb der Logistikkomponenten bleiben die Themen Internet of Things, Automatisierung und Robotik im Fokus. Zudem plant SAP weitere branchenspezifische Prozesse wie etwa im Automotive oder Retail zu adressieren – und das Thema Cloud beschäftigt uns natürlich auch in den Logistiklösungen.

Zur Person:  Markus Rosemann ist globaler Vice President für den Bereich Digital Logistics bei der SAP SE in Walldorf. Er verantwortet die globalen Lösungsstrategien und den Go-to-Market der Logistiklösungen der SAP.

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