Diplomarbeit: Interaktive Displays im Multichannel-Commerce

Wie die aktuelle Lünendonk-Trendstudie bestätigt, ist Multichannel-Commerce ein übergreifend wichtiges Thema für den Einzelhandel und die Verbindung von Online-Shops und stationärem Filialhandel eine der größten Herausforderungen. Um Händler bei aktuellen und künftigen Herausforderungen zu unterstützen, arbeitet SALT Solutions eng mit verschiedenen Hochschulen zusammen, um gemeinsam bestehende Konzepte weiterzuentwickeln und neue innovative Ideen zu erarbeiten.

Mit dem virtuellen Einkaufsregal zmosh hat SALT Solutions bereits eine passende Lösung für die Erweiterung der Reichweite stationärer Händler im Portfolio. Meine aktuelle Diplomarbeit in Kooperation mit dem Interactive Media Lab an der Technischen Universität Dresden hat nun das Ziel, neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Weiterentwicklung von zmosh einfließen zu lassen, aber auch innovative neue Lösungen zu entwerfen, die die Lücke zwischen stationärem Handel und Online-Handel überbrücken.

Dazu wurde das virtuelle Einkaufsregal in einem ersten Schritt einem Usability-Test unterzogen und die Nutzer in einer Studie zum grundlegenden Konzept befragt. Dabei stieß die Möglichkeit, auch nach Ladenschluss vor Ort shoppen zu können, auf große Zustimmung seitens potenzieller Kunden. Das lieferte wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Usability und eröffnet Wege für die Weiterentwicklung von zmosh.

Darüber hinaus untersuche ich in der Diplomarbeit, wie das von Shopping in lokalen Geschäften inspirierte Co-Shopping für die Verbindung von Online- und Offline-Shopping eingesetzt werden kann. Das neu entwickelte Konzept ermöglicht es, mehreren Kunden und Benutzern gemeinsam im Angebot zu stöbern, Produkte zu vergleichen, zu diskutieren und schließlich auf der Merkliste für einen späteren Kauf vorzumerken oder sogar direkt zu kaufen. Dabei ist vorgesehen, einen nahtlosen Übergang zwischen der Nutzung eines interaktiven öffentlichen Displays und der Fortsetzung des Einkaufs auf dem persönlichen Mobilgerät zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich die Diplomarbeit insbesondere auf weiterentwickelte und neue Ansätze für die Steuerung eines entfernten Displays mit dem Smartphone als Fernbedienung, mit der Passanten und Kunden sofort und auf natürliche Weise gemeinsam im virtuellen Angebot stöbern können. Innovative Optionen für die Steuerung umfassen die Verwendung des Smartphones als Touchpad, über das ein Cursor auf dem öffentlichen Display kontrolliert werden kann, oder ein spezielles Kreismenü, das die Auswahl von Menüeinträgen ermöglicht, ohne dass dafür der Blick vom großen Display zum Smartphone gerichtet werden muss.

Natürliche, multimodale Mensch-Computer-Interaktion mit besonderem Fokus auf die Interaktion auf, vor und mit interaktiven Displays oder in Multi-Display-Umgebungen ist das Hauptforschungsgebiet des Interactive Media Lab an der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden. Dafür verfügt es über die mit 12,5 Quadratmetern größte interaktive Displaywand Europas. Damit werden unter der Leitung von Prof. Raimund Dachselt die Kombination verschiedenartiger Bedienmodalitäten (Multitouch, Stift, Augen, Gesten, Tangibles) erforscht und in regelmäßigen Kooperationen mit Industriepartnern wie der SALT Solutions GmbH moderne User Interfaces und interaktive Informationsvisualisierungen für zahlreiche Anwendungsdomänen entwickelt.

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