Datenbasierte Prozess- und Qualitätskontrolle

Online-Analysen in der Automobilindustrie für integrierte Produktionsschritte

Copyright Titelbild: © Patrick P. Palej / Fotolia
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In der Automobilproduktion bestimmt die Lackierung ganz wesentlich die spätere Anmutung des Fahrzeugs. Um ein einwandfreies Ergebnis des Lackierprozesses zu gewährleisten, bedarf es einer kontinuierlichen und aufwändigen Qualitätskontrolle. In der Vergangenheit wurden dafür oft Investitionen in teure Prüfanlagen getätigt. Dazu sind zahlreiche Unternehmen nicht mehr bereit und suchen neue Wege. Für einen Kunden haben die Experten von SALT Solutions genau diese Herausforderung mit einer Software-Lösung ohne Hardware-Investition bewältigen können: Mit Hilfe von existierenden Daten aus angebundenen Anlagen im Lackierprozess.

Qualitätskontrollen sind in automatisierten Prozesslandschaften zwingend erforderlich. Während bislang häufig auf zusätzliche Geräte gesetzt wurde, findet aktuell ein Umdenken statt. Denn ausreichend Sensoren im Lackierprozess sind vorhanden. Die gesammelten Daten bleiben jedoch überwiegend ungenutzt.

Kopplung der Sensoren

Dabei kommt es vor allem auf die laufende Kontrolle der Lackierqualität über die gesamte Karosserie an. Um diese indirekt zu bestimmen, sammeln unterschiedliche Sensoren Daten zur Lenkluft, Farbmenge, Druckluft, Hochspannung und vielem mehr. Getrennt voneinander betrachtet, lassen diese Daten kaum Rückschlüsse auf das Ergebnis des Lackierprozesses zu. Sinnvolle Zusammenhänge müssen hergestellt werden.

Prozessevaluation

Die Prozessingenieure in der Automobilindustrie versuchen daher, die Prozessstabilität und die Kostensituation auch durch die Einführung neuer Prozesse zu optimieren. Ziel war es in einem Fall, einen Produktionsschritt und die damit verbundenen Flächen- und Energiekosten einzusparen. Größte Herausforderung war dabei, alle relevanten Daten aus unterschiedlichsten Quellen so zusammenzuführen, dass sich in dem neuen Prozess die richtige Lackschichtdicke stabil einstellen lässt.

Software statt Hardware

Statt einer kostenintensiven Prüfanlage für die Lackschichtdicke setzte das Unternehmen auf einen anderen Weg: Gemeinsam mit den Experten von SALT Solutions wurde die Entwicklung einer Software-Lösung vorangetrieben. Diese sah vor, die Qualitätskontrolle auf Basis der Daten von Robotern sowie Temperatur- und Drucksensoren durchzuführen. Im Ergebnis steht eine Software-Lösung für die laufende Analyse parallel zum Produktionstakt.

Allein die täglichen Rohdaten der Sensormesswerte summieren sich dabei auf etwa fünfzig Gigabyte. Um im Projekt alle relevanten Mitarbeiter – vom Anwender in der Fabrik über die zentrale IT bis zum Lieferanten – einzubeziehen, wurden agile Projektmethoden eingesetzt. Hindernisse, wie veränderte Schnittstellen, instabile Datenlieferungen oder schlechte Datenqualität, ließen sich so schnell überwinden.

Schlanke Prozesse mit BI

Der Betreiber der Lackieranlagen profitiert durch diese Software-Lösung von einem schlankeren Prozessablauf in der Lackiererei: Die Kosten und der Platzbedarf in der Lackierlinie sinken und die Qualitätskontrolle erhält zuverlässige Entscheidungsgrundlagen für die kontinuierliche Überwachung und Verbesserung des Lackierprozesses. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur Einführung des neuen Lackierverfahrens geleistet.

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