Das elektronische Einkaufsregal

Bereits 2011 hat der Handelskonzern Tesco in Südkorea auf den chronischen Zeitmangel der arbeitenden Bevölkerung reagiert und brachte den Supermarkt zum Kunden, indem er Artikel des täglichen Bedarfs auf riesigen Plakatwänden in U-Bahnhöfen abbildete. Während des Wartens auf die Bahn hat man so die Möglichkeit, mit seinem Smartphone die QR-Codes der gewünschten Artikel zu scannen und sich den Einkauf zur Wunschzeit direkt nach Hause liefern zu lassen.

Das neue Konzept wurde so gut angenommen, dass schon kurz nach der Einführung eine Steigerung des Online-Umsatzes um 130 % und 76 % Zuwachs beim Neukundenanteil registriert wurden. Aus einzelnen Plakatwänden wurde schnell ein kompletter virtueller Supermarkt mit 35.000 Produkten. Durchschnittlich gibt jeder dieser Kunden wöchentlich 41 US-Dollar für den Einkauf bei Tesco aus.

2012 installierte die britische Lebensmittelkette schließlich auch am Londoner Flughafen Gatwick zehn Terminals, um Reisenden QR-Code-Shopping zu ermöglichen. Besonders Geschäftsreisende nutzen den Service, um bei Ihrer Rückkehr nicht mehr vor einem leeren Kühlschrank zu stehen. Ende 2013 folgten Mattel und WalMart mit virtuellen Pop-up Stores für Spielzeug in Vancouver, Toronto und Montreal und bezeichneten das Projekt als äußerst erfolgreich.

In Deutschland gehört das Startup EMMAS ENKEL zu den Pionieren in diesem Segment und präsentierte auf der CeBit 2013 ein „Virtual Shelf“ als weiteren Baustein seines beliebten Multichannel-Konzepts. Wenig später startete auch der Duty-Free-Spezialist Heinemann am Frankfurter Flughafen mit einer solchen QR-Code-Wall und stellt die bestellten Artikel innerhalb von 15 Minuten an einem „Pick-up-Point“ bereit.

Paradoxerweise  ist der Trend der klassischen Werbeanzeigen gegenläufig. Die Plakate werden zunehmend durch Monitore und Projektionen ersetzt, welche bewegten Inhalt ermöglichen. Kombiniert man die beiden Trends, lässt sich eine elektronische Werbeanzeige direkt in einen Spontankauf konvertieren. Per Smartphone kann der Kunde zudem das angezeigte Sortiment selbst steuern und das Scannen von QR-Codes wird überflüssig.

Darüber hinaus ergeben sich noch eine Reihe weiterer Vorteile: Barrieren für QR-Code-Scanning, wie Schaufenster, können nun überwunden und angebotene Waren örtlich, zeitlich, saisonal und nach Verfügbarkeit gesteuert werden. Ein sicheres mobiles Bezahlverfahren ist bereits integriert.

Die interaktive Lösung ZMOSH wird zur EuroShop vorgestellt und geht anschließend in den Rollout. Man darf gespannt sein!

Ach ja, alle aufgestellten elektronischen Regale unterschiedlicher Händler an den verschiedensten Orten werden von nur einer kostenlosen App gesteuert.

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