BI: Operative Business-Analysen in SAP

Jeder Anwender kennt die Störungen im Ablauf und den Datenmüll, der sich im Laufe der Zeit im SAP ansammelt. Industrie- und Handelsunternehmen, die SAP einsetzen, haben in der Regel SAP ERP im Einsatz – man deckt im Rechnungswesen Finanzen und Controlling und in der Logistik die Materialwirtschaft, die Produktion und den Vertrieb ab. Im Einzelfall auch das Lager, die Instandhaltung und das Qualitätsmanagement.

Störungen im Geschäftsprozess

Es gibt im täglichen Geschäftsbetrieb Störungen verschiedenster Art – nicht alles kann so umgesetzt werden, wie es müsste. Um die Ursache für eine Störung im Geschäftsprozess zu ermitteln, reichen meist die in den SAP-Modulen integrierten Werkzeuge. Wenn es allerdings prozess- oder modulübergreifende Störungen sind, so stößt man sehr schnell an die Grenzen des transaktionalen Systems. Um rasch einen Überblick zu erhalten – über die ganze Firma, ein komplettes Werk über alle Bereiche oder alle Werke – ist SAP ERP nicht geeignet. Und es kostet Zeit, sich durch den komplexen Dschungel der Tabellen und Daten durchzukämpfen – Zeit, die Anwender gerne produktiver verwenden würden.

Viele Firmen haben im letzten Jahrzehnt deshalb Business Intelligence-Systeme (BI-Systeme) aufgebaut. Diese haben meistens die ERP-Daten in verdichteter Form übernommen, stellen Key Performance Indicators (KPIs) und Process Performance Indicators (PPIs) bereit und sind auf das Reporting für die Geschäftsleitung und das mittlere Management ausgelegt. Klassische BI-Systeme sind damit ungeeignet für operative Ursachenforschung – verdichtete Daten reichen hier nicht aus. Die einzelnen Anwender müssen sich anderweitig behelfen. Ihre Werkzeuge sind in der Regel Datenexporte in Tabellen­kalkulations­programme oder aufwendig geschaffene Auswertungen bzw. SE16(n).

Datenverschmutzung in SAP

Jedes Unternehmen, das SAP länger als ein Jahr einsetzt, kennt die wachsende Verschmutzung der Daten.

Die Ursachen dafür sind vielfältig:

  • falsche Bedienung durch Anwender
  • systemimmanente Abläufe
  • Prozessverwerfungen
  • fehlende regelmäßige Überprüfungen

Daten können auf verschiedene Art verschmutzt sein. Das können fehlerhafte oder falsch gepflegte Stammdaten sein. Schlimm, wenn dann der Einkaufsprozess nicht läuft oder gar nicht startet. Falsche Dispositionsparameter, fixierte Planaufträge, nicht abgesagte Kundenauftragsposition – alles Beispiele verschmutzter Daten, die Auswirkungen auf die Abläufe und auf das Geschäft haben.

Man muss die Verschmutzung nicht hinnehmen. Dagegen kann man etwas tun. Die Antwort ist Operative Business-Analysen für Anwender.

Mit diesem Beitrag beginnt eine Serie zum Thema „Operative Business-Analysen für SAP“, in der verschiedene Autoren unterschiedliche Aspekte beleuchten. Im nächsten Beitrag der Serie wird ein Lösungsansatz und das zugehörige Werkzeug Every Angle vorgestellt, das „Daten aus jedem Blickwinkel betrachtet“.

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