AutoStore im E-Commerce (2): Disruptives Geschäftsmodell für den Versandhandel?

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Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich der Versandhandel seine Logistikprozesse organisiert hat. Viel davon entstand „on the fly“ und „hands on“, wurde zuerst mit einfachen Bordmitteln gelöst, dann mit kleinen Lagerverwaltungssystemen abgesichert und schließlich mit Personal und mehr Fachbodenregalen aufgestockt.

Für den Versandhändler fristeten Automatiksysteme meist nur ein Nischendasein. Zu oft sind die Artikelreichweite und die angebotenen Artikel hohen Schwankungen unterlegen. Höchste Flexibilität im Lagerprozess ist Grundbedingung für den Versandhandel in allen seinen bekannten Facetten und steht damit oft in direktem Widerspruch zu starren und somit unflexiblen Automatiksystemen.

In Teil 1 zu AutoStore im E-Commerce haben wir festgehalten, dass gerade der E-Commerce nun in eine Wachstumsfalle läuft. Es ist also in irgendeiner Form die Automatisierung im Lager notwendig.

Geht es nun an die Dimensionierung eines Lagersystems mit Automatik, ist eine entsprechende Kalkulation für die Anlage auf 20 bis 25 Jahre Laufzeit zu berechnen. Andernfalls ist die Automatik wirtschaftlich nicht tragbar. Für den Handel eine fast unlösbare Aufgabe: Ware und Vertriebsmodelle in der Logistik zu berücksichtigen, die er jetzt noch nicht kennt, aber in vielleicht 3 bis 5 oder 10 Jahren abbilden muss. Die mit hohen Investitionen verbundene Bindung an eine Automatikanlage und die dafür notwendigen Planungsprozesse im Vorfeld sind mit so vielen Annahmen versehen, dass entweder zu groß, zu komplex oder zu falsch dimensioniert wird. Ein weites Tätigkeitsfeld für komplexe Vorplanungsprojekte. So sind zum Beispiel Fördersysteme entstanden, die Aktionswaren, neu nach 3 Jahren Betriebszeit aufgenommen, nicht mehr handeln konnten. Ergebnis: Die Ware erreichte den Versand nicht mehr und blieb zuerst einmal liegen. Neue Planungen waren notwendig.

Für den Logistikplaner bedeutet ein AutoStore als automatisches Kleinteilelager aber ein fast disruptives Geschäftsmodell.

  • Ein AutoStore AKL bietet bereits im Planungsprozess passende Instrumente für die Dimensionierung der Anlage und benötigt keine komplexen Vorplanungsprozess
  • Ein AutoStore AKL ist flexibel in der Dimensionierung, so dass eine Erweiterung der Anlage ohne große Vorplanungsprojekte jederzeit möglich ist
  • Ein AutoStore AKL setzt keine bestimmten Hallenstrukturen voraus (bis auf einen ebenen Hallenboden) und lässt sich sogar in andere Hallen verlegen, also umziehen

Das Lagersystem AutoStore hat die Problemfelder Gassenbindung, Leistungsgebundenheit und Ausfallzeiten bei Störungen ebenso gelöst.

Die Hauptaufgabe liegt also in der Integration in die bestehenden Lagerprozesse und den damit einhergehenden Materialfluss im Lager, um alle Vorteile eines AutoStore ausnutzen zu können. Dazu dann mehr im 3. Teil.

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