Digitale Wertschöpfung mit intelligenter Datennutzung


SALT Solutions gibt Startschuss für Forschungsprojekt mit Fraunhofer IIS/SCS


Würzburg, den 20. Dezember 2016: Selbstorganisierte Logistik- und Produktionsprozesse mit digital vernetzten Systemen spielen in der Industrie 4.0 längst auch für mittelständische Unternehmen eine große Rolle. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Data for Service“ arbeitet SALT Solutions deshalb gemeinsam mit der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS des Fraunhofer-Institutes für Integrierte Schaltungen IIS an Technologien und Lösungen für die intelligente Nutzung von Daten in der digitalen Wertschöpfungskette. In einem Kick-off-Meeting am 29. November 2016 gab Projektleiter Lothar Gebhard, Geschäftsbereichsleiter bei SALT Solutions, allen Projektbeteiligten einen umfassenden Ausblick auf die dreijährige Forschungsarbeit.

Mit dem Forschungsprojekt verfolgt SALT Solutions das Ziel, die Daten mehrerer an einem Wertschöpfungsprozess beteiligter Unternehmen zusammenzuführen und in Echtzeit sinnvoll miteinander zu vernetzen. Im Ergebnis soll ein flexibler und skalierbarer Datenraum entstehen, in dem sich Daten über Systemgrenzen hinweg bündeln und austauschen lassen. Dadurch sollen alle für einen Prozess relevanten Daten für Unternehmen und Stakeholder jederzeit zugänglich und zur Optimierung von betrieblichen Abläufen nutzbar sein.

Software-Lösung für systemübergreifende Datenzugriffe

„Zwar stehen schon heute Plattformen und Programmiersprachen zur Verfügung, die eine solche Datenbündelung ermöglichen. Es existiert aber noch keine Software-Lösung, die system- und unternehmensübergreifende Datenzugriffe transparent als semantisch integre und konsistente Gesamtsicht für digitalisierte Wertschöpfungsprozesse anbietet. Heute muss jede Applikation die komplexen Details einer Infrastruktur mit ihren Datenquellen und -modellen kennen. Das wollen wir für Anwendungsentwicklungen und die Integration bestehender Systeme deutlich vereinfachen. Zum Teil werden zeitkritische Prozesse überhaupt erst durch diesen Lösungsansatz ermöglicht“, erläutert Lothar Gebhard seine Motivation für das Forschungsprojekt.

Die Lösung soll Big-Data-Technologien nutzen und funktional ergänzen, indem sie Daten nicht nur sammelt, sondern unverzüglich nach Relevanz filtert, strukturiert und nutzbringend miteinander verknüpft. Hierfür seien durchgängige Prozessketten nötig, die echtzeitfähige Reaktionsmuster erlauben und auf realen operativen Informationen aufbauen.

Entwicklung von praxistauglichen Anwendungsfällen

In Studien haben Experten der Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS herausgefunden, dass der Bedarf bei Produktionsunternehmen für genau eine solche Lösung schon heute groß ist. „Technologien für die Lokalisierung von Transportgütern, die Zustandserfassung von Anlagen und die automatische Kommunikation von Maschine zu Maschine lassen sich jedoch nur dann erfolgreich in Unternehmensprozesse integrieren, wenn diese ihren Kontext kennen und unmittelbar für Entscheidungsprozesse zur Verfügung stehen, sodass sie in Anwendungsszenarien als Lösungsbestandteile wirken können“, weiß Prof. Dr. Alexander Pflaum, Leiter der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS.

An dieser Stelle möchte SALT Solutions mit praxistauglichen Use Cases eine Vorreiterrolle einnehmen und datenbasierte Services entwickeln, die für die Industrie einen echten Mehrwert liefern. Vorstellbare Anwendungsszenarien reichen vom transparenten Behältermanagement in Lagern bis zur komplett automatisierten, autonomen Kommunikation von Maschinen.

Über Sensoren an Behältern oder Maschinen können relevante Daten gesammelt, im virtuellen Datenraum ausgewertet, interpretiert und sofort in Handlungen umgesetzt werden. Zusätzlich kennt der Datenraum alle Strukturinformationen wie Produktionstopologien und -verfahren – beispielsweise nach RAMI 4.0 – sowie Produktions- und Beschaffungsverfahren, die heute in diversen Systemen verteilt liegen. All das schafft unter anderem Voraussetzungen für die Umsetzung von autonomen und teilautonomen Industrie 4.0-Szenarien.

Enge Zusammenarbeit mit Projektteam und Fraunhofer IIS/SCS

In den nun folgenden drei Forschungsjahren wird Lothar Gebhard mit einem rund 20-köpfigen Projektteam zahlreiche interdisziplinäre Arbeitspakete schnüren. „Wir werden sowohl konzeptionell als auch technologisch jede Menge dazulernen, sodass auch unsere Kunden von diesen wertvollen Erfahrungen profitieren“, blickt der Projektleiter optimistisch der bevorstehenden Forschungszeit entgegen.

Prof. Dr. Alexander Pflaum betreut darüber hinaus weiterhin das Leitprojekt „Digitalisierte Technologien und Lösungen für die digitalisierte Wertschöpfung“ am Fraunhofer IIS und wird die Erkenntnisse in das Forschungsprojekt „Data for Service“ einfließen lassen. Als weltweit führende anwendungsorientierte Forschungseinrichtung für mikroelektronische und informationstechnische Systemlösungen und Dienstleistungen betreibt das Fraunhofer IIS internationale Spitzenforschung – unter anderem in den Forschungsfeldern Kommunikationssysteme, Lokalisierung, Sensorsysteme und Versorgungsketten.

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