Hatten Sie schon einmal die Gelegenheit, eine Virtual Reality-Brille auszuprobieren? Dann waren Sie anfangs vermutlich überrascht. Hätten Sie gedacht, wie stark wir uns von den vorgespiegelten Realitäten überzeugen lassen, wie echt sich die Erlebnisse anfühlen? „Immersion“ ist der Fachbegriff, der dieses Eintauchen in eine komplett andere Welt beschreibt. Den meisten Menschen dürfte dieser Effekt vor allem aus dem Umfeld von Computerspielen und Vergnügungsparks bekannt sein. Doch es kristallisieren sich immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für Unternehmen heraus, die einen geschäftlichen Mehrwert versprechen – „in real life“.

Die Technologie der Virtual Reality ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Dank der gesteigerten Leistungsfähigkeit heutiger Rechner und Smartphones in Verbindung mit der Cloud entwickelt sie sich aber derzeit zu ihrer vollen Blüte. Es spannt sich ein ganzes „Mixed Reality-Kontinuum“ auf: Zwischen der „realen Realität“ mit 0% Immersion und der Virtual Reality (VR) mit 100% Immersion (einer von der echten Umwelt komplett abgegrenzte eigene Realität) ergeben sich zahlreiche Zwischenformen gemischter Realität (Mixed Reality, MR).

Waren Sie bei Raumschiff Enterprise schon davon beeindruckt, dass sich Captain Kirk und Mr. Spock von einem Ort zum anderen „beamen“ konnten? Dann werden Sie von der real entstehenden Hologramm-Technik begeistert sein, mit der Menschen als virtuelle 3D-Abbildung zeitgleich an mehreren Orten anwesend sein können. Wir sprechen bei dieser Technologie von „Holographic Computing“, „Hologrammen“ und „Avataren“ und entwickeln bereits konkrete Szenarien etwa für die Geschäftsmodelle der Zukunft.

Was sind Virtual und Mixed Reality?

Unter Virtual Reality verstehen wir eine computergenerierte, interaktive virtuelle Umgebung, die meist über Datenbrillen (HDMs) hergestellt wird. Neben einer absoluten virtuellen Realität mit vollständiger Immersion des Users in die virtuelle Welt gibt es zahlreiche Stufen sogenannter Mixed Reality, bei der sich reale und virtuelle Welt vermischen. Eine vollständig virtuelle Realität wird durch HDMs wie die Oculus Go oder HTC Vive ermöglicht, eine bekannte Mixed Reality-Brille ist etwa die HoloLens von Microsoft.

MR- und VR-Techniken im Alltag

Um MR- und VR-Techniken in den Alltag zu integrieren, kommen neue Kategorien von Geräten ins Spiel. Es handelt sich im Wesentlichen um verschiedene Arten von Datenbrillen, die auch Head Mounted Displays (HMDs) genannt werden. Beispiele für HMDs sind etwa die HoloLens von Microsoft, Oculus von Facebook oder verschiedene Geräte von Samsung. Allen gemeinsam ist der Trend, dass sie immer eigenständiger werden. Separate Hardware und Kabelverbindungen verschwinden zunehmend. Gerade bringen mehrere – etablierte und auch neue – Anbieter entsprechende Geräte auf den Markt. Hinzu kommt Mixed Reality in Form von zahlreichen Apps auf die Smartphones und auf andere mobile Geräte der neuesten Generation.  

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Beispiele für VR-Anwendungen in Produktion und Logistik

  • Bisher waren in der Industrie häufig sogenannte „Cave Automatic Virtual Environments“, kurz CAVE, im Einsatz, um etwa im Bereich der Konstruktion mit CAD in digitale 3D-Welten einzutauchen. CAVEs sind echte Räume, auf deren Wände Filme projiziert werden. Heute wird diese platzraubende Technik nach und nach von VR-Apps und HMDs abgelöst, was Aufwand und Kosten stark reduziert. Ein weiterer Vorteil von HMDs ist die Möglichkeit, mehrere Personen gleichzeitig in einem virtuellen CAVE zusammenzuschalten.
  • Die Visualisierung durch HMDs kann auch in der Logistik, der Produktion und bei der Wartung signifikante Verbesserungen bringen. Mit der vergleichsweise neuen Methode „Pick-by-Vision“ sieht der Kommissionierer die aktuell benötigten Informationen mithilfe von WLAN-Technik direkt auf seiner Datenbrille. Sogenannte Remote Assistance Apps wie etwa Microsofts Dynamics 365 Remote Assist führen mehr und mehr dazu, dass die Techniker nicht mehr vor Ort sein müssen, sondern die tägliche Arbeit wie Monitoring und Problemerkennung und -lösung vom Schreibtisch aus erledigen können.
  • Virtual und Mixed Reality-Technologie hilft dabei, 3D-Ressourcen besser zu nutzen, die durch CAD sowieso bereits zur Verfügung stehen. Hier ergeben sich neue Anwendungsfälle in der Vorphase der Produktion: Beispielsweise können Architekten und Kunden geplante Gebäude schon vor dem ersten Spatenstich virtuell begehen, oder Unternehmen können auf Messen Maschinen präsentieren, die in der realen Welt nicht auf den Stand passen.

Virtuelle Realitäten sind faszinierend. Doch nicht nur die Faszination, auch die Einsatzmöglichkeiten sind enorm. Virtual und Mixed Reality bieten Möglichkeiten, die wir heute noch gar nicht in vollem Umfang erfassen können, die aber die Wirtschaft schon bald maßgeblich beeinflussen werden. Lassen Sie uns heute gemeinsam in die virtuelle Zukunft starten.

Gunter Teichmann
Leiter Forschung und Entwicklung

Virtual Reality in der Fashion-Welt: Wie Avatare den Handel verändern können

 

Social VR-Plattformen wie VRChat und Sansar ermöglichen es Nutzern bereits heute, sich mittels eines maßgeschneiderten Avatars in virtuellen Welten zu bewegen. Avatare liefern Händlern einen Mehrwert und sind weit mehr als eine unterhaltsame Spielerei: Beispielsweise bekommen Kunden im Fashion-Onlinehandel die Möglichkeit, ihren Avatar verschiedene Kleidungsstücke anprobieren zu lassen, anstatt sich selbst in die Umkleidekabine zwängen zu müssen. Ein genau auf die Körpermaße angepasster Avatar liefert dem Händler weit mehr Daten als selbst ein Maßschneider benötigen würde und bietet die Chance, kostenintensive Retouren auf ein Minimum zu reduzieren.

Bei SALT Solutions arbeiten wir mit dem Hologramm einer virtuellen Schaufensterpuppe, die Fashion-Outfits in VR und auf der HoloLens präsentieren kann. Dieses Hologramm wird zur virtuellen Verkäuferin, indem es Chatbot-Funktionalität, Spracherkennung und Sprachsynthese einsetzt. Die Technologie dahinter ermöglicht die Konstruktion von elektronischen Assistenten und Trainern aller Art und kann weit über die Fashion-Branche hinaus Verwendung finden.

Mehrwert generieren mit der Kombination von Virtueller Realität und digitalen Zwillingen

Mittlerweile gibt es digitale Zwillinge von Gebäuden und ganzen Städten, von Veranstaltungen, Produkten und Unternehmen, Prozessen, Dienstleistungen und vielem mehr. Einen konkreten Anwendungsfall für den Einsatz digitaler Zwillinge finden wir in der Bauwerksdatenmodellierung (BIM bzw. Building Information Modeling). Dabei handelt es sich um eine Methode zur optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken. Alle relevanten Bauwerksdaten werden digital modelliert, kombiniert, erfasst und als virtuelles Modell geometrisch visualisiert. Da der digitale Zwilling des Bauwerks lange vor seinem realen Gegenstück existiert, werden Fehler frühzeitig erkannt und können im realen Baugeschehen vermieden werden. Angesichts von teurer und zeitraubender Fehlplanung bei prominenten Großprojekten ist es sehr plausibel, die Potenziale digitaler Zwillinge künftig weit mehr zu nutzen als dies heute der Fall ist.

 

In der Industrie wird der Aufbau von digitalen Zwillingen im Kontext von IoT immer mehr zum Kernthema. Hier geht es nicht mehr nur um die bessere Unterstützung von Planung und Inbetriebnahme, sondern um die kontinuierliche Verbesserung aller Produkte und Prozesse.

Die Möglichkeiten für den Einsatz von Mixed Reality-Technologien sind hier nahezu unbeschränkt. Im virtuellen Raum können beispielsweise Designer ihre Produkte gemeinsam entwickeln, oder Anlagenplaner, Gebäudetechniker und Maschinenhersteller können gemeinsam eine Produktionshalle virtuell aufbauen und die entsprechenden Bauprojekte überwachen. Ist die Produktionshalle einmal in der realen Welt in Betrieb, kann der Anwender mit dem Mixed Reality-Gerät durch die Halle gehen, einzelne Maschinen auswählen und beliebige weitere Informationen aus der virtuellen Welt abrufen.

Unser Anspruch bei SALT Solutions ist ganzheitlich. Wir sind nicht daran interessiert, Ihnen lediglich eine technische Spielerei zu verkaufen. Wir analysieren Ihren Bedarf und stehen Ihnen in jeder Phase unterstützend zur Seite, von der Beratung über die Implementierung bis hin zu 24/7-Support direkt aus Deutschland, wenn Sie dies wünschen.

Möchten Sie tiefer in die Materie einsteigen und sich ein umfassendes, praxisnahes Bild von den Möglichkeiten der virtuellen Realität in Ihrer Branche machen? Dann nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf.

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