Kann es so etwas wie intelligente Maschinen eigentlich überhaupt geben? Bei Robotern für die Lagerverwaltung müssen wir diese Frage nicht grundsätzlich beantworten. Hier reicht es aus, den neuen Kollegen aus Metall beizubringen, mit den anderen am Prozess beteiligten Systemen und Menschen zu kommunizieren und die gewünschten Handlungen flexibel der Situation entsprechend auszuführen. Doch das ist schon komplex genug.

Robotik = flexible, automatisierte Handhabungstechnik

Automatisierte Handhabungstechnik ist in der Logistik bereits seit langem etabliert, allerdings ohne das Attribut „flexibel“. Klassischerweise sprechen wir von „automatisierter Fördertechnik“ und meinen damit etwa den Transport auf Rollenbahnen, Sortieranlagen oder einfache Roboter, die das Befüllen der Paletten übernehmen. Heute gibt es Roboter, die zusätzlich flexibel und intelligent sind:

  • Auf der mechanischen Ebene bedeutet das, dass die Roboter über viele Freiheitsgrade verfügen. Das heißt, sie bewegen Ihre Arme über zahlreiche Achsen und sind in der Lage, dem menschlichen Arm ähnliche Bewegungen auszuführen. Ein herkömmliches Regalbediengerät hat bislang nur drei Achsen und viel eingeschränktere Bewegungsoptionen.
  • Auf der Ebene der Logik bedeutet „Intelligenz“ beim Roboter, dass er zu einem der Situation angemessenen, selbsttätigen Handeln befähigt ist.
  • Das Einsatzspektrum ist dementsprechend vielfältig und gut skalierbar. Intelligente Roboter sind „Alleskönner“, während klassische Automatisierungs-Helfer nur wenige, klar abgesteckte Aufgaben ausführen können.

Was bringen Roboter in der Lagerverwaltung?

Der Einsatz von intelligenten Robotern erfordert eine vernetzte Architektur. Alle Elemente müssen miteinander verknüpft sein, miteinander sprechen, Feedback geben sowie empfangen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Dann finden Roboter finden eigenständig den optimalen Prozess und tragen so in hohem Maße zu einer effizienten Abwicklung aller Vorgänge im Lager bei.

Roboter sind heute flexibel und intelligent, das heißt sie verfügen über viele Freiheitsgrade und handeln selbständig. Das birgt ein großes Einsatzspektrum in der Lagerverwaltung.

Jan Andreas Daske
Leiter Business Development LogBase

Folgen für die IT-Architektur

Klassische automatisierte Lager folgen einer hierarchisierten Struktur mit klarer Befehlskette von oben nach unten: Das übergeordnete ERP-System (Enterprise Resource Planning) gibt die Befehle, das Lagerverwaltungssystem entscheidet über die Art der Befehlsausführung und der Materialflussrechner gibt konkrete Arbeitsbefehle an die ausführende Steueranlage weiter.

Der Einsatz von intelligenten Robotern erfordert nun eine vernetzte Architektur, die weit über diese klassische Struktur hinausgeht. Alle Elemente müssen miteinander verknüpft sein, miteinander sprechen, Feedback geben sowie empfangen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen:

  • Die Flexibilität der Roboter erfordert Entscheidungsalgorithmen auf der unteren Steuerungsebene, Stichwort „Edge-Computing“.
  • Die oberen, klassischen Entscheidungsebenen müssen über die Entscheidungen der Robotik informiert werden und ein eigenes aktuelles Situationsabbild mitführen, einen sogenannten „Digitalen Zwilling“. Digitale Zwillinge und menschliche Arbeitswelten treffen sich im digitalen Raum und stimmen die Arbeitsschritte untereinander ab (Mensch-Maschine-Interaktion)
  • Die unteren Ebenen (Materialflussrechner und Robotersteuerungen) brauchen Informationen über den Kontext ihrer Tätigkeit, zum Beispiel Bestandsinformationen.
  • Die Roboter agieren in einem Umfeld, in dem auch andere Roboter und Menschen tätig sind. Deshalb ist eine Koordination untereinander nötig, um die Zusammenarbeit zu ermöglichen – und auch aus Sicherheitsgründen, etwa um Zusammenstöße zu vermeiden.

Die IT-Architektur muss also derart umgestaltet werden, dass alle Systeme, Roboter und Menschen miteinander kommunizieren können.

Die vernetzte neue Welt der Robotik

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Auftrag erreicht einen zentralen Roboter in Form eines Datensatzes. Der zentrale Roboter interpretiert ihn mittels seiner Algorithmen und gibt die Befehle an die ausführenden „kleinen“ Roboter weiter. Diese erledigen ihre Aufgabe und geben Rückmeldungen über den Status der Arbeit. Die Robotik, so nennt man die Gesamtheit der eingesetzten Roboter, kennt nicht nur den Weg und die Abwicklung, sondern auch den Auftragszweck und dessen Inhalt. Die smarten Maschinen finden eigenständig den optimalen Abwicklungsprozess und interagieren untereinander und mit den beteiligten Menschen.

Der Takt, mit dem bald jeder „mit muss“

Diesen Takt werden Algorithmen vorgeben. Künftig werden Standards für die Vernetzung wichtig sein, derzeit kommuniziert jeder Roboter in einer eigenen „Sprache“. Eine Standardisierung im gewünschten Einsatzszenario gibt es nicht. Diese Individualität ist der Vorteil der Digitalisierung, vieles ist heute schon möglich. Digitalisierung und Robotik schaffen Lösungsräume, die heutige monolithische Standard-IT-Lösungen nach und nach ersetzen werden. Unternehmen können sich diesem Trend nicht entziehen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Bei der Einführung so weitreichender, tief in Ihre Systeme eingreifender Technologie sollten Sie auf Partner vertrauen, die einen Überblick über sämtliche Unternehmensprozesse haben. Nur so können Sie die Lösung mit dem größtmöglichen Hebel für Verbesserung erkennen und einführen. Daher bewerben wir uns als das SCM-Projekthaus auch um Ihr Vertrauen, wir bieten Ihnen sämtliche Leistungen von der Beratung bis hin zum Application Management Services und Support. Sie profitieren von unseren Erfahrungen mit mehreren erfolgreich umgesetzten Robotik-Projekten, etwa auf Basis unseres Lagerverwaltungssystems LogBase und des Kleinteilelagers AutoStore.

Nehmen Sie bei Interesse gerne Kontakt mit unserem Team auf. Wir ermitteln Ihren individuellen Bedarf, finden eine passgenaue Robotik-Lösung, implementieren diese und sorgen dafür, dass sie im Alltag effizient und zuverlässig läuft.

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