Das Industrial Internet of Things (IIoT) geistert bereits seit einiger Zeit durch die Fachmedien. Gemeint ist damit das Internet der Dinge, das die Effizienz industrieller Prozesse steigern, Produktionskosten senken und den Weg für neue Geschäftsmodelle ebnen soll. Im Idealfall ist das Industrial Internet of Things die Wunderwaffe für ein zukunftsfähiges Business im industriellen Umfeld schlechthin.  

Was sich noch wie eine weit entfernte Zukunftsvision anhört, ist bereits näher als vermutet. Denn einige Pioniere wagen mit ihren IIoT-Anwendungen schon jetzt den Schritt in Richtung Smart Factory und profitieren gewaltig von den Vorteilen. So erreicht Airbus mit seiner digitalen Fertigungsinitiative Factory of the Future eine massive Produktivitäts- und Qualitätssteigerung. Auch der Energie- und Automatisierungstechnikkonzern ABB setzt auf IIoT-Technologien und verhindert damit Unterbrechungen in der Prozesskette, indem der Wartungsbedarf von Robotertechnik gemeldet wird, noch bevor Störungen entstehen.

Eines ist sicher: Die intelligente Vernetzung von Maschinen, ja ganzer Fabriken und die Verarbeitung großer Datenmengen werden die Industrie von Grund auf ändern. Wir haben den Begriff Industrial Internet of Things genauer analysiert und ihn für Sie in das Konzept Industrie 4.0 eingeordnet.

Was ist Industrial Internet of Things (IIoT)?

Das Konzept des Internet der Dinge (Englisch: Internet of Things, IoT) beschreibt smarte Objekte, die innerhalb eines Netzwerks miteinander kommunizieren. Jedes Objekt ist dabei eindeutig identifizierbar und in der Lage, selbständig zu agieren. Eine besondere Rolle wird den Sensoren zugeschrieben. Diese sammeln, eingebettet in die kommunizierenden Systeme, eine große Menge an Daten und schaffen so die Basis für automatisierte Prozesse.

Der Begriff IoT wird häufig im verbraucherorientierten Umfeld bzw. für die Vernetzung von Geräten im Alltag verwendet. Davon abzugrenzen ist das Industrial Internet of Things (IIoT), eine speziell auf das industrielle Umfeld zugeschnittene Ausprägung des IoT. Es nutzt IoT-Technologien, um lückenlose Prozessketten zu schaffen, die zukünftig im Stande sein sollen, sich selbst zu optimieren – auch im Fall von unvorhersehbaren Ereignissen.

Chancen und Herausforderungen von IIoT

Chancen

  • Transparenz und Kontrolle über Produktionsprozesse
  • Echtzeiteinblicke in den laufenden Betrieb
  • Erschließung neuer Geschäftsfelder und -modelle
  • Fertigung von Losgröße 1 bei geringen Kosten
  • Vermeidung von Engpasssituationen
  • Vermeidung von Störungen und Ausfällen in einer Produktionslinie
  • Frühzeitige Meldung von Wartungsbedarf durch Maschinen
  • Vollautomatische Qualitätssicherung
  • Nutzung digitaler Zwillinge für die Produktion physischer Produkte

Herausforderungen

  • Hoher Aufwand beim Management unterschiedlich vernetzter Geräte
  • Höheres Sicherheitsrisiko bei Datenspeicherung und –verarbeitung
  • Definition neuer Sicherheitsrichtlinien und Betriebsvereinbarungen nötig
  • Nutzung relevanter Daten im Sinne von Big Data
  • Entwicklung neuer Konzepte zur Weiterentwicklung der Mitarbeiter

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IoT, IIoT und Industrie 4.0

Das Konzept des Internet of Things (IoT) beschreibt die Vernetzung von smarten Objekten im alltäglichen Leben. Dabei kann es sich um Autos, Haushaltsgeräte oder Fitnesstracker handeln, die Zugang zum Internet haben und so die physische mit der digitalen Welt verbinden. Der Begriff Industrial Internet of Things (IIoT) beschreibt die industrielle Ausprägung des Internet der Dinge und beruht auf dem gleichen Konzept. Da im industriellen Umfeld die Vernetzung von Maschinen mit Hilfe von Sensortechnik sowie lückenlose Prozessketten im Fokus stehen, ist die Komplexität weitaus höher als im verbraucherorientierten Umfeld.

Der Begriff Industrie 4.0 steht heute für die Digitalisierung der Industrie, wurde jedoch ursprünglich als Zukunftsprojekt im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung ins Leben gerufen. Industrie 4.0 nutzt cyber-physische Systeme und erschafft Netzwerke, in denen Geräte auf Basis des IIoT-Konzeptes miteinander kommunizieren.

In erster Linie wird Industrie 4.0 mit der digitalen Transformation im Bereich der Fertigung assoziiert. Doch auch die Verzahnung logistischer und intralogistischer Prozesse im Lager sind unumgänglich, um die Idee Industrie 4.0 in der Praxis umzusetzen.

Connected Logistics – Digitalisierung der Supply Chain

Es gilt, die Supply Chain in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Die Prozesse rücken dabei in den Vordergrund, während die Systeme Anforderungen im Hintergrund effizient und einfach abbilden.

Die IT-Landschaft muss sich von autarken Systemen hin zu einem zentralen Kern entwickeln, der um weitere benötigte Systeme ergänzt wird. Die Systeme sollen dabei hochkomplexe Anforderungen verstehen und autonom lösen, während sie gleichzeitig einfach zu handhaben sind.

In der SAP-Welt spielt S/4HANA als digitaler Kern die zentrale Rolle. Aufgrund des umfangreichen Leistungsspektrums einiger Unternehmen reicht S/4HANA jedoch häufig nicht aus. Neben dem digitalen Kern sind weitere Systeme erforderlich, etwa ein dezentrales SAP EWM und SAP TM, SAP Yard Logistics, SAP ME oder ein globales Track and Trace System (GTT). Diese Systeme müssen sowohl on-premise als auch in der Cloud zur Verfügung stehen. Die IIoT-Plattform SAP Leonardo dient dabei als Connector mit der Non-SAP-Welt.

Die Kunst, diese SAP-Systeme auf einfache Art und Weise zu verbinden und verständlich zu machen, verstehen wir als „Connected Logistics".

Industrie 4.0 in der Fertigung – vollständig integrierte Produktion

Auch im Bereich der Fertigung ist für Unternehmen ein integrierter Ansatz notwendig, um für das Thema Industrie 4.0 gerüstet zu sein. Das Material muss wissen, wo und wofür es benötigt wird. Werkzeuge müssen sich selbstständig auf den nächsten Produktionsschritt einstellen. Und Werker müssen immer die aktuell benötigten Informationen zur Verfügung haben und den Status ihrer Maschinen, Materialien und Produkte kennen. Das ist die Vorstellung von einer zukünftigen Smart Factory.

Machine Learning gestaltet die produktionsnahen Prozesse dabei effizienter und macht das Gesamtsystem weniger störungsanfällig.

Die Neuerungen von Industrie 4.0 in der Produktion sind so zahlreich, dass es schwer ist, den Überblick zu behalten und die oftmals abstrakten Funktionen und Vorteile greifbar zu machen.

Mit unserem Ansatz „SALT Manufacturing“ möchten wir die vertikale und horizontale Integration aller Produktionsprozesse von der Fertigung bis zur Endmontage beschreiben. SALT Manufacturing setzt auf SAP-basierte Lösungen und sorgt mit selbst entwickelten SALT Add-Ons für eine vollständige Funktionsabdeckung ohne Systembrüche. Mit SAP S/4HANA als zentralem Kern und SAP Leonardo als IIoT-Plattform wird eine kontinuierliche Effizienzsteigerung durch Datenarchivierung und -analyse über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg erreicht

Auch unser Showcase im HOLM (House of Logistics and Mobility) macht die Digitalisierung erlebbar. Lesen Sie mehr dazu in unserem digitalen Kundenmagazin SOLUTIONS.

Um dem Ziel einer vollständig vernetzten, digitalen Supply Chain näher zu kommen und eine sowohl vertikale als auch horizontale Integration aller Produktionsprozesse zu erreichen, müssen Sie im Vorfeld transparente, effiziente Geschäftsprozesse definieren. Unsere Experten sehen genau das als ihre Passion und können Ihnen weiterhelfen. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie gemeinsam mit uns die Digitalisierung vorantreiben und so den ersten Schritt in Richtung Industrie 4.0 gehen möchten.