Wertstromplanung: Definition, Vorgehensweise und Ziele

Was ist Wertstromplanung?

Die Wertstromplanung (englisch: Value Stream Planning, abgekürzt VSP), ist der dritte Schritt im Wertstrommanagement-Zyklus. Der Wertstromplanung voran gehen die Wertstromanalyse und das Wertstromdesign. Im Rahmen der Wertstromplanung werden Schwachstellen (Ist-Zustand) und Verbesserungspotenziale (Soll-Zustand) entlang des Wertstroms ermittelt und in einfacher, klarer Form mit einheitlicher Symbolik visuell dargestellt (Value Stream Mapping). Bei der an das Wertstromdesign (Value Stream Design) anschließenden Wertstromplanung geht es dann um die praktische Umsetzung der identifizierten Verbesserungsmaßnahmen.

Die Wertstromplanung ist eng mit der Produktionsplanung, Produktionssteuerung wie auch dem Dienstleistungsmanagement verbunden. Im Mittelpunkt steht oft die Logistik, denn in diesem Bereich stehen Unternehmen vielfach ganz direkte und starke Hebel zur Verfügung, um Verschwendung zu vermeiden, Prozesse zu verschlanken, Kosten dauerhaft zu senken, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und insgesamt kontinuierliche Verbesserungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erzielen.

Infomaterial
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Fachartikel: Konzept zur systemdatenbasierten Wertstromanalyse

Lesen Sie in einem Fachartikel von Dr. Eva Klenk, Prozessberaterin bei der SALT Solutions GmbH, wie Sie in einem ganzheitlichen Ansatz physische und IT-Prozesse unter die Lupe nehmen und Prozessverbesserungen ableiten. Laden Sie hier das PDF herunter.

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Vorgehensweise und Ziele der Wertstromplanung

Die Wertstromplanung ist das fortlaufende Planen und Realisieren der beim Wertromdesign beschlossenen Verbesserungsmaßnahmen. Alle Verbesserungsprojekte sollen dabei von der Unternehmensführung und Projektteams begleitet, mit geeigneten Kennzahlen (z.B. Durchlaufzeiten, Produktivitäten, etc.) dokumentiert, kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls weiterentwickelt werden. Zur Wertstromplanung gehören immer konkrete Maßnahmenverfolgungs- und Umsetzungspläne, aus denen auch die einzelnen Planungsschritte, die Zuständigkeiten sowie der aktuelle Abarbeitungsstand hervorgehen.

Wie die anderen Werkzeuge des Wertstrommanagements wird die Wertstromplanung oft zunächst in einem besonders problembehafteten oder fehleranfälligen Pilotbereich durchgeführt. Alle Mitarbeiter – vom Manager bis zur Teilzeitkraft im Lager – sollen für die Verbesserungsmöglichkeiten sensibilisiert und an der Kommunikation sowie Umsetzung der Maßnahmen beteiligt werden. Dafür stehen verschiedene Mittel zur Verfügung, darunter Workshops, Schulungen, Gruppen- oder Einzelgespräche. Grundsätzlich sollten die Planungen und Aktivitäten zur Verbesserung eine zentrale Aufgabe der Unternehmensführung sein und die angestrebten Ziele auf allen Ebenen der Unternehmenshierarchie akzeptiert und gemeinsam verfolgt werden.

Wertstromplanung – Abgrenzung zur Wertstromanalyse und Wertstrommanagement

Die Wertstromplanung ist stets das Resultat einer vorhergehenden Wertstromanalyse, bei der mit einfachen Symbolen und Kennzahlen der aktuelle Ist-Zustand dokumentiert wird, um ein einheitliches Bild der Prozesskette zu erhalten. Anschließend wird im Rahmen des Wertstromdesigns ein verbesserter Soll-Zustand konzeptioniert, der weniger Verschwendung und damit eine höhere Wertschöpfung erreicht. In dieser neuen Wertstromplanung laufen im Idealfall sämtliche Erkenntnisse und Beschlüsse zur Neu- bzw. Umgestaltung von Prozessabläufen, Material- und Informationsflüssen so zusammen, dass die gesteckten Ziele erreicht werden und die Verbesserung von Dauer ist. Hierfür muss der Zyklus des Wertstrommanagements immer wieder neu durchlaufen werden, denn nur durch Flexibilität, ständige Überwachung und laufende Anpassung können sich Unternehmen auf volatilen, sich beständig verändernden Märkten dauerhaft behaupten.

Fragen und Antworten

Was ist Wertstromplanung?

Nach der Wertstromanalyse und dem Wertstromdesign ist die Wertstromplanung der dritte Schritt im Zyklus des Wertstrommanagements. Nach der Identifikation und Darstellung von Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten geht es nun an die praktische Umsetzung der strategischen Ziele. Auch bei der Wertstromplanung kommt wiederum die standardisierte Wertstromsymbolik zur Anwendung, die die einheitliche Planung von Prozessen ermöglicht.

Was sind die Ziele der Wertstromplanung?

Die konkreten Ziele der Wertstromplanung sind zwar unternehmensindividuell, grundsätzlich geht es jedoch in jedem Fall darum, nicht wertschöpfende Aktivitäten und Verschwendung entlang des Wertstroms zu identifizieren und dauerhaft zu reduzieren. Beispiele dafür sind Materialverschwendung, überflüssige Wege oder zu lange Durchlaufzeiten in der Logistik.

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