Leitstand: Elektronische Plantafel für effiziente Produktions-und Logistikplanung

Was ist ein Leitstand?

Ein Leitstand ist eine elektronische Plantafel. Er arbeitet nicht als eigenständiges System, sondern wird dem MES- oder ERP-System als Erweiterung hinzugefügt und empfängt aus diesen die Daten, um aktuelle Situationen, Zustände und Abläufe visuell darzustellen. Ursprünglich wurden Leitstände für die Produktionsfeinplanung entwickelt und eingesetzt, sie sind aber auch für die Visualisierung und Steuerung von logistischen Prozessen in größeren Lagern von Nutzen.

Ein Leitstand liefert Informationen über den gesamten Prozess, schafft Transparenz, reduziert die Komplexität und den Zeitaufwand und macht so die Prozesse insgesamt effizienter. In der Produktion wird ein Leitstand für die automatische Produktions-Feinplanung, unter Berücksichtigung der tatsächlichen Kapazitäten und Planungsnebenbedingungen eingesetzt. In der Lagerlogistik schafft er Transparenz über die dortigen Prozesse und bietet durch die visuelle Aufbereitung die Basis für effiziente Prozessgestaltung.

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Was ist eigentlich eine optimierte Supply Chain? Und wieso spielt Planung eine so wichtige Rolle?

Digitalisierung ist die Basis für eine optimierte Supply Chain. Es geht um Datenverfügbarkeit, Transparenz und Prozesse, die an die aktuelle Nachfrage und eventuelle Probleme schnell und flexibel angepasst werden können. Je umfassender eine Software-Lösung Ihre Prozesse abbildet, desto stärker profitieren Sie davon. Denn erst mit einer Transparenz, die alle Prozesse, alle Stakeholder und alle Märkte abdeckt, sind Sie in der Lage, flexibel und schnell zu handeln.

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Wie sieht ein Leitstand in der Praxis aus?

Ein Leitstand bietet einen auf einen Blick ersichtlichen, stets aktuellen Überblick über vorhandene Kapazitäten und Ziele. Durch den Abgleich zeigt er drohende Unter- oder Überlastungen oder etwaige Lücken auf und ermöglicht eine realistische Planung, wobei Vorlaufzeiten, Lieferengpässe oder neue Zustände automatisch einbezogen werden. Das stellt sicher, dass Unternehmen ihre Ressourcen stets optimal einsetzen und beispielsweise Maschinenwechsel in Zeiten geringer Last durchführen oder den Lagerbestand auf einem optimalen Level halten können.

Auch rasche Umplanungen werden möglich, wenn etwa Aufträge kurzfristig anders priorisiert werden oder auf unvorhergesehene Ereignisse reagiert werden muss. Das schafft die hohe Flexibilität, die im Unternehmensalltag mehr und mehr gefordert ist, um im Markt zu bestehen.

Funktionen des Leitstands

Indem der Leitstand Transparenz über alle Prozesse schafft und intuitiv bedienbar ist, beeinflusst er zahlreiche Aspekte der Produktion positiv. Manuelle Aufgaben werden weitgehend abgeschafft, was die Zahl der Fehlerquellen reduziert. Eine leicht verständliche grafische Darstellung auf einer einheitlichen Datenbasis, die allen beteiligten Mitarbeitern zur Verfügung steht, sorgt für eine gemeinsame, stets aktuelle Wissensgrundlage. Dass die Transparenz auch über die Produktion hinaus gewährleistet wird, versetzt Unternehmen in die Lage, damit auch ihre Lagerprozesse zu optimieren. Beispielsweise können sie so Lagerkosten sparen und die benötigten Ressourcen rechtzeitig bestellen, ohne das Kapital durch lange Lagerhaltung unnötig zu binden.  Die erfassten Daten dienen auch als Basis von Reportings und Business Intelligence-Funktionen.

Die Manager verschaffen sich anhand der Betriebsdaten rasch einen Überblick über das Geschehen, etwa über die Maschinenauslastung, und können daraus die richtigen Entscheidungen ableiten. Szenario-Planungen und Simulationen helfen dabei, die Planung zu optimieren und die Produktion kontinuierlich zu verbessern.

Einsatzbeispiele aus der Produktionspraxis

Ein Beispiel für die Nützlichkeit eines Fertigungsleitstands ist die Schaffung von Transparenz über den Ist-Prozess in der Produktion. Der Leitstand bildet die verfügbaren Ressourcen und den tatsächlichen Bedarf ab und gibt sie in einer einfachen grafischen Darstellung wieder. Oft erfolgt die Visualisierung anhand eines GANTT-Diagramms, das die gesamte Anlage und die relevanten Ressourcen berücksichtigt. Dabei kommt ein Ampelsystem zum Einsatz: Grün steht für bereits bearbeitete Aufträge, Gelb für kritische Parameter, die einer Entscheidung des Planers bedürfen und Rot für Verspätung. Die jeweils zu berücksichtigenden Ansichten sind nutzerspezifisch anpassbar.

Ein weiteres Beispiel ist die gewonnene Flexibilität. Im Produktionsalltag kommt es oft zu Überraschungen: Eilaufträge müssen eingeschoben werden, Mitarbeiter fallen kurzfristig aus oder Maschinen müssen gewartet werden – das sind nur einige der Hindernisse, mit denen Produktionsverantwortliche oft zu kämpfen haben. In solchen Situationen hilft ein Leitstand bei der flexiblen Um- und Neuplanung. Auch hier ist ein GANTT-Diagramm der zentrale Ort, der die rasche manuelle Umplanung ermöglicht, ganz einfach per Drag-and-drop. Sofort sieht der Mitarbeiter die Auswirkungen auf andere Aufträge und kann Ressourcen, Durchlaufzeiten und Liefertermine analysieren und zum Wohle der gesamten Produktionsleistung abgleichen.

Nutzen eines Leitstandes für die Lagerlogistik

In einem gut organisierten, relativ kleinen Lager bekommen die Mitarbeiter oft auch ohne Leitstand alle Informationen, die sie für ihre Entscheidungen benötigen. Ab einer Größe von etwa 30 Mitarbeitern wird die Situation aber so komplex, dass sie nicht mehr so leicht überschaubar ist. Hier kann ein Leitstand als „elektronische Plantafel“ dabei helfen, die Situation jederzeit im Griff zu haben. Mit einem Leitstand sind Lagerleiter stets aktuell über alle relevanten Variablen informiert, beispielsweise die Lagerbelegung, Lager- und Materialbewegungen, Um- und Auslagerungen, Aufträge, Termine und die Mitarbeiter- sowie Kapazitätenauslastung. Der Leitstand warnt sie vor möglichen Störungen und Engpassen, so dass sie frühzeitig eingreifen und bei Bedarf gegensteuern können.

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Welche Vorteile bietet der Leitstand für die Produktion?

Ein Leitstand schafft Transparenz über den Ist-Zustand der Fertigung, als Basis für eine zuverlässige Produktionsfeinplanung. Die Planer können sämtliche Informationen über die verfügbaren Ressourcen und die tatsächliche Belegung jederzeit aktuell ablesen. Der Produktionsleiter und seine Mitarbeiter verfügen jederzeit über die Informationen, die sie für eine kostenoptimierte Produktionsplanung benötigen. Informationen über die Anlagenbelegung und die benötigten Ressourcen stehen jederzeit zur Verfügung, in der Regel leicht verständlich über ein intuitiv verständliches Ampelsystem dargestellt. Mitarbeiter müssen sich nicht mehr selbst auf Fehlersuche in ihren Excellisten begeben, sondern sehen beim Blick auf ihren Bildschirm sofort, wenn ein Auftrag rot markiert und somit ihr Eingreifen nötig ist.

Neben Transparenz ist Flexibilität ein wichtiger Vorteil, den ein Leitstand bietet. Es kommt in der Produktion häufig zu unvorhersehbaren Zwischenfällen, die die Prozesse empfindlich stören, etwa wenn sich Mitarbeiter krankmelden, Maschinen ausfallen oder kurzfristig Aufträge vorgezogen werden sollen. Ein Leitstand versetzt Planer in die Lage, jederzeit rasch zu reagieren, flexibel zu handeln und mit Blick auf den Gesamtprozess umplanen zu können.

Ein weiterer Hauptvorteil eines Leitstands liegt in der Möglichkeit, den Produktionsprozess als Ganzes zu optimieren. In der Fertigungspraxis lassen sich nicht all die vielfältigen Aspekte gleichzeitig perfektionieren, da manche untereinander konkurrieren, etwa Einkauf (mehr kaufen heißt oft günstiger kaufen) und Lagerhaltung (viel Ware bedeutet viel gebundenes Kapital). Dank der Transparenz über sämtliche Prozesse liefert ein Leitstand Planern eine sehr gute Basis dafür, diese Parameter in jedem Einzelfall im Sinne der Kostenoptimierung gegeneinander abzuwägen und die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.

Fragen und Antworten

Was ist ein Leitstand?

Ein Leitstand ist eine elektronische Plantafel, mit der Unternehmen ihre Produktions- und Logistikprozesse effizient planen können. Auf Basis von Daten aus der Unternehmens-IT (ERP, MES, etc.) bildet der Leitstand den Ist-Zustand der Gesamtprozesse ab, liefert die Informationen individuell für jeden Nutzer, stellt sie leicht verständlich grafisch bzw. in Diagrammen dar und warnt, sobald ein Handeln nötig wird.

Was sind die Vorteile eines Leitstands?

Ein Leitstand schafft Transparenz über den Gesamtprozess in Produktion und Logistik, führt zu hoher Flexibilität auch bei kurzfristigen Um- oder Neuplanungen und zur Optimierung des Gesamtprozesses. Denn mithilfe der gesammelten Daten können sämtliche – oft konkurrierende – Aspekte im Sinne der Kostenoptimierung gegeneinander abgewogen werden.

Wo kommt ein Leitstand zum Einsatz?

Ursprünglich wurden Leitstände für fertigende Unternehmen zur Produktionsfeinplanung entwickelt. Dort werden sie immer noch hauptsächliche eingesetzt, sie eignen sich aber auch sehr gut für die Logistikplanung in komplexeren Lagern.

Wer benötigt einen Leitstand?

Für Produktionsplaner ist ein Leitstand ein hilfreiches Tool, das ihm die Sicherheit gibt, stets über den aktuellen Ist-Zustand der Anlagen, über Ressourcen und Bedarfe auf dem Laufenden zu sein. Er kann damit seine Entscheidungen auf einer soliden Datenbasis treffen. Warnfunktionen helfen, Störungen vorzubeugen und verringern das Risiko, Warnsignale zu übersehen, enorm. Auch für Lagerlogistiker bietet ein Leitstand Vorteile durch gewonnene Transparenz und intuitiv verständliche visuelle Darstellung, vor allem in komplexen Lagern ab etwa 30 Mitarbeitern.

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