Lean Management: Definition, Methoden und Prinzipien

Was bedeutet Lean Management?

Lean Management oder auch „Schlankes Management“ stellt einen wirtschaftsphilosophischen Ansatz dar, mit dem Prozesse in einem Unternehmen kontinuierlich optimiert werden können, und das entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Es handelt sich dabei um eine praxisorientierte Management-Philosophie, mit der sich Prozesse auf Dauer effizienter organisieren lassen.

Beim Lean Management werden verschiedene Methoden, Verfahrensweisen und Prinzipien angewendet und kombiniert, um mit weniger Arbeit, Aufwand oder Verschwendung (von Zeit, Ressourcen, Mitteln etc.) zum selben Ergebnis zu gelangen. Maßgeblich hierfür ist dabei nicht das Unternehmen, das Lean Management-Werkzeuge und -Methoden einsetzt, sondern der Kunde. Denn neben dem zentralen Ansatz, die Kosten dauerhaft zu reduzieren und dabei das angestrebte Qualitätsniveau zu erreichen oder zu halten, stellt der Lean Management-Ansatz den Kunden in den Mittelpunkt aller Aktivitäten und Optimierungen.

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Lean Management in der Produktion und Logistik

Die Methoden des Lean Managements wurden beim japanischen Automobilhersteller Toyota entwickelt und dort auch zum ersten Mal umgesetzt. Toyotas Produktionssystem gilt als das effizienteste der Welt, weil das Management kontinuierlich jede Art von Verschwendung identifiziert und eliminiert hatte. Das wurde erreicht, indem die Lean Management-Prinzipien auf die Produktionsabläufe übertragen wurden (Lean Production) und weitere Methoden zur Steigerung der Effizienz von Arbeitsabläufen und der Rentabilität dauerhaft konsequent umgesetzt wurden.

Zunehmend wird Lean Management auch in der Logistik angewendet, denn hier besteht aufgrund der zahlreichen, oft miteinander verknüpften (Teil-)Prozesse großes Optimierungspotenzial. Aus diesem Grund integrieren immer mehr Unternehmen die Logistik in ihre eigene Lean-Strategie, um damit die betriebliche Wertschöpfung ohne Verschwendung zu gestalten und die Kundenorientierung zu verstärken.

Prinzipien von Lean Management-Aktivitäten

Gemäß der Definition von Lean Management gelten fünf Kernprinzipien, mit denen bestehende Prozesse und Abläufe überprüft und optimiert werden können:

  1. Den Wert des Produktes oder der Dienstleistung präzise aus der Sicht des Kunden beschreiben

Im ersten Schritt werden die Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen des Kunden möglichst exakt definiert. Ziel ist, diesem stets zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der bestmöglichen Qualität ein Produkt anbieten zu können, dessen Preis vom Kunden als angemessen bewertet wird und das bestmöglich auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist.

  1. Den Wertstrom identifizieren

Ausgehend vom Zielprodukt werden alle Prozesse betrachtet, die für dessen Erstellung notwendig sind. Dieser sogenannte Wertstrom beschreibt sämtliche wertschöpfenden Aktivitäten in der erforderlichen Abfolge und unterstützt somit bei der Konzentration und konsequenten Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse.

  1. Das Fluss-Prinzip

Ziel im Lean Management ist, dass ein Wertstrom in einem stetigen Fluss, also unterbrechungs- und störungsfrei verläuft. Daher reicht es nicht aus, die einzelnen Prozessschritte isoliert zu betrachten und zu optimieren. Vielmehr muss der gesamte Wertstrom betrachtet und verbessert werden, um so auch bereichsübergreifende Prozesse im Sinne des Lean Managements zu optimieren.

  1. Das Pull-Prinzip

Beim Pull-Prinzip (vom Englischen to pull, „ziehen“) richtet sich die Produktionsplanung ebenfalls an der Kundenperspektive aus. Ausgangspunkt ist hierbei immer die Bestellung des Kunden oder das Unterschreiten von definierten Mindestbeständen. Produziert wird also nur, wenn Nachfrage bzw. Bedarf vorhanden sind.

  1. Nach Perfektion streben durch kontinuierliche Verbesserung

Der Grundgedanke der kontinuierlichen Verbesserung (KVP) hat auch im Lean Management eine große Bedeutung. Denn ein perfekter Zustand lässt sich nicht erreichen, sondern ist vielmehr eine übergeordnete Vision, auf die alle Aktivitäten im Lean Management hinstreben.

Methoden des Lean Management-Ansatzes

Beim Lean Management wird stets ein Gesamtsystem betrachtet und optimiert, um ein ganzheitliches Produktionssystem zu schaffen, in dem die Wünsche interner und externer Kunden effizient bedient werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Methoden angewendet, die je nach konkretem Anwendungsfall ausgewählt und kombiniert werden:

  • Wertstromanalyse / Value Stream Mapping
  • PDCA-Zyklus
  • 5S-Methode
  • Kanban
  • Hansei
  • Poka-Yoke
  • Six Sigma
  • Total Quality Management (TQM)
  • 3M-Modell
  • Kennzahlensysteme

Ebenfalls entscheidend für den Erfolg von Lean Management-Vorhaben ist die frühzeitige Einbeziehung der beteiligten Mitarbeiter in die Konzeption und Umsetzung der Maßnahmen und die Sensibilisierung für mögliche Fehler und Verschwendung.

Fachartikel: Konzept zur systemdatenbasierten Wertstromanalyse

Lesen Sie in einem Fachartikel von Dr. Eva Klenk, Prozessberaterin bei der SALT Solutions GmbH, wie Sie in einem ganzheitlichen Ansatz physische und IT-Prozesse unter die Lupe nehmen und Prozessverbesserungen ableiten. Laden Sie hier das PDF herunter.

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Ziele und Vorteile des Lean Managements

Im Wesentlichen sind die Ziele des Lean Managements

  • Die Harmonisierung und Ablaufoptimierung der Prozesse über alle Bereiche des Unternehmens hinweg, um Verschwendung in jeder Form zu reduzieren,
  • die dauerhafte Steigerung der Kundenzufriedenheit auf 100 Prozent sowie
  • eine dauerhafte Reduktion der dafür anfallenden Kosten.

Werden die Methoden des Lean Managements konsequent umgesetzt, ergeben sich hierdurch dauerhafte Vorteile für den Kunden, ebenso jedoch auch für das Unternehmen selbst, beispielsweise:

  • Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit,
  • Reduktion von Kosten in verschiedenen Unternehmensbereichen,
  • Verbesserung des Supply Chain Managements,
  • Beschleunigung von Entscheidungen sowie
  • Verbesserung der Reaktionsfähigkeit auf Kundenwünsche und Marktveränderungen.

Herausforderungen im Lean Management

Unternehmen im Bereich Produktion und Logistik stehen durch die Globalisierung und die damit einhergehende weltweite Vernetzung unter einem zunehmenden Kosten- und Wettbewerbsdruck. Dazu kommen auch in hochkomplexen Produktionsbereichen (z.B. der Automobilindustrie) steigende Kundenanforderungen in Bezug auf (Produkt- und Service-)Qualität, Verfügbarkeit und Kosten. Des Weiteren verändern sich die Produktionsprozesse aufgrund von immer kürzeren Produktlebenszyklen und Nutzungsdauern und einem steigenden, internationalen Wettbewerbsdruck.

Unternehmen müssen daher ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit immer weiter verbessern, um die Kosten zu beherrschen und bei sich verändernden Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben, effizient zu agieren und sich so gegen Konkurrenten durchsetzen zu können.

Fragen und Antworten

Was bedeutet Lean Management?

Lean Management („schlankes Management“) ist eine Management-Philosophie, die eine Vielzahl von Methoden und Prinzipien umfasst. Sie alle zielen darauf ab, Wertschöpfungsketten effizienter zu gestalten, indem der Kunde mit seinen Erwartungen und Wünschen in den Mittelpunkt gestellt und möglichst jede Verschwendung innerhalb der Prozesse reduziert wird.

Was sind die Vorteile von Lean Management?

  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Kostensenkung entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • Optimierung des Supply Chain Managements
  • Schnellere und bessere Entscheidungen zu betrieblichen Fragestellungen
  • Erhöhung der Reaktionsfähigkeit im Unternehmen
  • Steigerung der Kundenzufriedenheit

Welche Grenzen des Lean Managements gibt es?

Lean Management ist eine Philosophie und keine Methode. Daraus folgt, dass Erfolg oder Misserfolg entscheidend davon abhängen, dass alle Mitarbeiter hierarchieübergreifend Sinn und Ziele von Lean Management verstehen und diesen Ansatz mittragen.

Eine besondere Bedeutung hat dabei das Management, das den Lean-Ansatz verinnerlichen, konsequent vermitteln und vorleben muss. Zudem braucht die Implementierung von Lean Management-Methoden und -Werkzeugen ausreichend Zeit, um Probleme ggf. in kleinen Schritten zu lösen und die Mitarbeiter auf dem gesamten Weg einzubinden und zu engagieren.

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