Transit Warehousing in der Kombination mit SAP TM und SAP EWM – Wie funktioniert das?

Im letzten Artikel  haben wir über das Grundprinzip eines Hub-Lagers berichtet. Heute zeigen wir anhand eines Beispiels aus Sicht eines Logistikdienstleisters bzw. Spediteurs den funktionalen Prozessablauf des Hub-Lagers und dem dazugehörigen Zusammenspiel von SAP TM und SAP EWM.

Die Basis für die Transportplanung und -Ausführung bildet ein Transportnetzwerk, das im SAP TM System sehr flexibel und dynamisch abgebildet werden kann. Als Transportbeziehung kann im einfachsten Fall eine Route für einen FTL (Full truck load) definiert sein, mit der die Beförderung ohne Umschlag von A nach B erfolgt.

Im Teilladungs- und Stückgutbereich wird es wirtschaftlichen Aspekten jedoch erforderlich eine Konsolidierung auf Teilstrecken herbeizuführen, HUB Lokationen in das Netzwerk einzubeziehen, um einen möglichst hohe Auslastung auf Teilstrecken zu erziehen und Kosten zu reduzieren. Und spätestens in diesem Szenario wird der Einsatz von SAP TM in der Kombination mi SAP EWM und dem Transitwarehousing interessant.

Anhand des folgenden Beispiels wollen wir den Prozess exemplarisch aus Sicht eines Transportdienstleisters erläutern:

  • Der Kundenservicemitarbeiter nimmt den Speditionsauftrag eines Kunden an. Er erfasst die Daten als Speditionsauftrag im SAP TM oder erhält den Auftrag per EDI Datenübermittlung vom Kunden direkt in das System.
  • Anhand der hinterlegten Route im Transportnetzwerk wird bereits zu diesem Zeitpunkt ermittelt, auf welchen Transportbeziehungen der Speditionsauftrag befördert werden soll, um sein Ziel zu erreichen.
  • Dabei erfolgt auch die erste automatisierte oder auch manuelle Transportplanung. Es wird ein Frachtauftrag erzeugt, um die Abholung der Ware beim Verlader und den Transport ins Transitlager zu organisieren.
  • Sobald die Abholung durchgeführt wurde und im SAP TM der Frachtausführungsstatus auf „bereit zum Entladen“ gesetzt ist, wird automatisch die Entladeanweisung an SAP EWM generiert. Im Gegensatz zur klassischen Lagerabwicklung mit SAP EWM erfolgt im Szenario „Transitwarehousing“ die Steuerung mittels der HU anstatt mit dem Lagerprodukt.
  • Im SAP EWM werden automatisiert die Transporteinheit, die dazugehörige Handling Unit und eine Anlieferung angelegt.
  • Mit SAP EWM können unterschiedlichste Lager gesteuert werden. Von einem kleinen manuell bedientem Lager bis hin zum hochautomatisierten, komplexen Logistikzentrum. So können problemlos all Umschlagslager im Transportnetzwerk mit SAP EWM gesteuert werden.
  • Mit der Buchung der Ankunft und der Abfahrt des LKWs  im SAP EWM werden im SAP TM Frachtauftrag automatisch die Informationen zur erfolgten Ankunft und Abfahrt sichtbar.
  • Die Entladung im SAP EWM kann anhand der empfangenen Entladeanweisung in elektronischer Form erfolgen und Abweichungen dokumentiert werden. Der Entladestatus zu jeder Handling Unit wird im SAP TM Frachtauftrag aktualisiert.
  • Der Lagerarbeiter verbringt die Ware zum vordefinierten Einlagerungsplatz, bzw. in die Bereitstellungszone für den Weitertransport. In SAP EWM sind die relevanten Strategien für die Einlagerung bzw. einem möglichen Cross-Docking-Prozess hinterlegt.
  • Aufgrund der Statusaktualisierung über den erfolgten Wareneingang im  SAP EWM kann im SAP TM nun die Planung eines Frachtauftrags für die nächste Teilstrecke erfolgen.
  • Der Transportplaner setzt im SAP TM Frachtauftrag den Frachtausführungsstatus „Bereit zum Laden“. Dabei wird im SAP EWM automatisch eine Transporteinheit erzeugt, sowie einen Auslieferungsauftrag, dem alle angeforderten Handling Units zugeordnet sind, die zum Frachtauftrag verladen werden sollen.
  • Die  Lagermitarbeiter  beladen den LKW aus den definierten Bereitstellungszonen und Lagerbereichen.
  • Mit dem  Status der Verladung aus SAP EWM auf Handling Unit Ebene wird der betreffende Frachtauftrag im SAP TM  automatisch aktualisiert.
  • Mit dem Abschluss der Verladung ist der Frachtauftrag bereit zur Transportausführung.

Die dargestellte Abfolge stellt das Grundprinzip des Transitwarehousings dar. Der Ablauf kann sich innerhalb der Transportkette beliebig oft wiederholen, wobei die prozessualen Abläufe variieren können und sich Ihren Anforderungen anpassen können.

Einen tieferen Einblick in die einzelnen Funktionen werden wir Ihnen im nächsten Artikel geben.

 


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