So vermeiden Sie die größten No-Gos im Bereich Mobile

Digitalisierung und Mobility sind seit Jahren die Buzzwords schlechthin. Und bestimmt arbeiten auch Sie an der Digitalisierung Ihres Unternehmens. Bevor Sie damit starten, sollten Sie den Prozess, der digitalisiert werden soll, aber genau betrachten. Hier sind die bekannten Worte von Thorsten Dirks, ehemaliger CEO der Telefónica Deutschland AG, aus dem Jahr 2015 doch immer wieder sehr passend: „Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess.“.

Aus unserer langjährigen Projekterfahrung im Bereich Mobile haben wir die größten Fallstricke zusammengetragen, die Ihnen hier begegnen können. Diese möchte ich Ihnen in meiner Blogserie über die No-Gos für die Bereiche Infrastruktur, Usability und Datenbasis vorstellen.

Die No-Gos in der Infrastruktur

  • Mobile Insellösungen
  • Aufbau einer separaten mobilen Parallel-Infrastruktur

Mobile Lösungen – online wie offline – gewinnen im Geschäftsleben immer mehr an Bedeutung: Mitarbeiter in Vertrieb und Einkauf können auf individuelle Anforderungen flexibel und kundenorientiert reagieren, ihre Kunden in kürzester Zeit mit den nötigen Informationen versorgen und sie selbst sind schlichtweg produktiver. Das weiß die Fachabteilung, das weiß der Vertriebsmitarbeiter und das wissen auch Ihre Kunden zu schätzen.

Warum mobile Lösungen?

Die Forderung der Fachbereiche nach mobilen Lösungen haben diverse Gründe: Zum einen liegen sie im Arbeitsumfeld von Außendienstmitarbeitern, die ausschließlich mobil arbeiten. Zum anderen sind Unternehmen an die Hardware-Präferenzen ihrer Mitarbeiter gebunden, die lieber kleine, schlanke mobile Lösungen nutzen, als monolithische Systeme. Oder der Grund ist im Erscheinungsbild des Unternehmens verankert.

Die Liste dieser Gründe lässt sich sowohl im technischen und im sozialen als auch im Arbeitsmittelbereich weit vertiefen und erweitern. Egal welchen Ursprung die Forderung nach einer mobilen Lösung hat, meist ist sie mehr als berechtigt.

Mobile Lösungen ergänzen ERP oder CRM

Sie sollten sich direkt zu Beginn der Lösungsevaluierung die notwendigen Fragen zur Infrastruktur stellen:

  • Welche mobile Unterstützung benötigt der Fachbereich?
  • Auf welche Daten muss der Fachbereich zugreifen?
  • Wo liegen diese Daten?
  • Welche Systeme müssen angeschlossen werden?

Berechtigterweise lehnt die IT-Abteilung mobile Parallel-Infrastrukturen ab. Zum einen ist der Pflegeaufwand enorm und zum anderen entstehen durch Parallelstrukturen im Nachgang immer erhöhte Schnittstellenaufwände.

Mobile Businesslösungen – online wie offline – bedienen immer ein Zentralsystem. Dieses Zentralsystem (ERP oder CRM) wird durch mehrere mobile Lösungen ergänzt und nicht ersetzt. Das Zusammenspiel der Systeme ist dabei essenziell. Alle Daten gehören, soweit das möglich ist, in das Hauptsystem. Von Insellösungen und multiplen Datentöpfen rate ich ab. Eine mobile Lösung sollte sich als Appendix verstehen. Diese Lösungen dienen der mobilen, schnellen und effizienten Datenbereitstellung und nicht der abweichenden Datenhaltung.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Eine Ausnahme sind hier Daten, die vom Zentralsystem nicht verarbeitet werden können. Hier ist mein klares Credo: Nutzen Sie die Vorteile der mobilen Lösung und arbeiten Sie mit diesen Daten, bis Ihr Zentralsystem sie entsprechend verarbeiten kann.

Ein gutes Beispiel sind die erforderlichen Daten für ein ausgeklügeltes Sales-Performance-Management (SPM): Ein Großteil der Daten wird durch den mobilen Vertrieb erfasst. Was aber, wenn Ihr Zentralsystem noch nicht den Ansprüchen von SPM entspricht? Hier sticht ganz klar der Lösungszweck die Infrastrukturanforderungen. Nutzen Sie die Daten der mobilen Lösung und warten Sie nicht, bis Ihr Zentralsystem dafür bereit ist. Der Mehrwert ist größer.

Eine gute mobile Lösung für den Vertrieb erfasst nicht nur alle Daten rund um den Kunden und Auftrag, sondern dient dem Vertriebsleiter zur Steuerung seines Teams und aller relevanten Vertriebsaktivitäten. Auf Basis der mobilen Informationen kann der Vertriebsleiter seine SPM-Strategie direkt kontrollieren und entsprechende Maßnahmen ableiten. Diesen Mehrwert sollten Sie nicht verschenken, nur weil Ihr Zentralsystem noch nicht alle Daten SPM-konform verarbeiten kann.

Fazit:

Vermeiden Sie grundsätzlich Datensilos. Ihr ERP-System dient zur zentralen Datenhaltung, und mobile Lösungen liefern diese Daten. Nur so können Sie eine einheitliche Datenbasis garantieren. Auf dieser soliden Datengrundlage treffen Sie valide Unternehmensentscheidungen.

Auch beim Thema Usability und Datenbasis gibt es Punkte, die Sie im Auge behalten müssen, um eine strukturierte und strategisch einwandfreie mobile Lösung in Ihrem Unternehmen zu etablieren. Mehr dazu lesen Sie im folgenden Teil der Blogreihe.

 

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