Prozessmanagement im SAP Solution Manager 7.2 – wie detailliert muss es sein?

Mit Beginn des neuen Jahres ist die Mainstream-Wartung des SAP Solution Managers 7.1 ausgelaufen. Während einige Unternehmen bereits den Wechsel zum neuen Release vollzogen haben, stehen andere noch vor der Herausforderung oder befinden sich mittendrin.

Beschäftigt man sich mit dem neuen Release 7.2 wird deutlich, wie zentral die Rolle des Prozessmanagements im neuen Release ist. Durch das neue Lösungskonzept wird die Lösung zum zentralen Ausgangpunkt und zur Grundlage vieler Bereiche des SAP Solution Managers 7.2. Sie wird daher auch als Single Source of Truth bezeichnet.

Doch wie detailliert muss die Lösung eigentlich dokumentiert werden? Vor dieser Frage stehen viele Unternehmen unweigerlich während des Releasewechsels. Pauschal lässt sie sich nicht beantworten. Es kommt vielmehr darauf an, welche Anforderungen Ihr Unternehmen an die Lösung im SAP Solution Manager 7.2 stellt. Folgende Fragen sollten Sie sich daher stellen, um den optimalen Detailgrad Ihrer Lösung zu identifizieren:

Soll der SAP Solution Manager 7.2 als moderne IT-Management-Plattform in Ihrem Unternehmen genutzt werden?


Ist dies der Fall, benötigen Sie eine Lösung sowie Ihre Systemlandschaft auf Basis von logischen Komponentengruppen im SAP Solution Manager 7.2. Beachten Sie dabei, dass in der Regel nur eine einzige Lösung nach dem neuen Konzept notwendig ist.

Welche Bereiche des SAP Solution Managers 7.2 sollen zum Einsatz kommen?


Möchten Sie die Geschäftsprozessanalyse beziehungsweise das Geschäftsprozessmonitoring einsetzen, muss Ihre Systemlandschaft zudem logische Komponenten inkl. verwalteter Systeme enthalten.

Für die Nutzung von ChaRM mit dem Transportmanagement benötigen Sie ergänzend eine Change-Control-Landschaft sowie nach Bedarf eine ausreichende Dokumentation der Geschäftsprozesse, Konfigurationen, Entwicklungen und so weiter, um Änderungen zentral dokumentieren zu können.

Sind Sie ausschließlich am Testmanagement interessiert, ist eine Grundstruktur von Szenarien zur Zuordnung der Testfälle ausreichend. Empfohlen wird die Zuordnung der Testfälle zu einzelnen Prozessen. Ergänzend sollten Sie ausführbare Einheiten pflegen.

Gibt es weitere Faktoren in Ihrem Unternehmen, die den Detailgrad der Lösung beeinflussen?


Weitere Faktoren können sich unter anderem aus der gelebten Arbeitsweise ergeben. So können beispielsweise Diagramme eine wichtige Rolle spielen, denn gerade die visuelle Darstellung von Prozessabläufen ermöglicht IT und Fachbereichen eine gemeinsame Dokumentation der Geschäftsprozesse.

Auch die Zuordnung von (z.B. Anwender-, Konfigurations-) Dokumentationen zu Prozessen erhöht den Detailgrad der Lösung. Gelichzeitig schaffen Sie hierdurch eine zentrale Dokumentenablage. Auch bei einem Audit kann dies von Vorteil sein.

Oder haben Sie häufig Probleme mit Schnittstellen und möchten wissen, welche Prozesse bei einem Ausfall betroffen sind? Dann sollten Sie nicht nur Ihre Geschäftsprozesse dokumentieren, sondern auch Ihre Schnittstellen sowie deren Verknüpfungen untereinander.

Deutlich wird, dass Ihre Anforderungen an die Lösung ein Mindestmaß an Detailgrad vorgeben. Gleichzeitig generiert eine noch detailliertere Dokumentation in erster Linie Mehraufwand ohne Zusatznutzen. Folglich bestimmt das Abwägen zwischen Aufwand und Nutzen, wie detailreich Sie ihre Lösung dokumentieren sollten.

 

 

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