Industrie und E-Commerce: So klappt es mit der Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung oder E-Commerce kursiert bereits seit Jahren in den heiligen Hallen der Industrieunternehmen. Bis jetzt haben sich jedoch nur einige mutige Vorreiter gewagt, das Angstthema beim Schopfe zu packen und es in die Realität umzusetzen.

Warum Angstthema? Der Begriff Digitalisierung oder – im Speziellen – E-Commerce versetzt das Management der meisten produzierenden Unternehmen immer noch in eine Schockstarre, denn sie verbinden damit einen enormen Investitionsaufwand. Dabei soll und muss das Tagesgeschäft trotzdem ungestört weiterlaufen.

Verständlich: Unternehmen möchten keine Fehler machen, doch wenn sie nicht handeln, zieht der Wettbewerb an ihnen vorbei. Und das vielleicht auch noch ins lukrative Ausland mit hohem Potenzial.

Damit der Einstieg in den E-Commerce bei Ihnen reibungslos verläuft, möchte ich Ihnen ein paar Anhaltspunkte für einen gelungenen Start mitgeben:

Fragen erst ordnen, dann beantworten

Wenn einmal die Entscheidung getroffen ist, in den E-Commerce einzusteigen, muss sich das Management der größten Herausforderung stellen: Wo fangen wir bloß an? Plötzlich kommen viele Fragen auf: Soll zuerst der Markt nach E-Commerce-Lösungen sondiert werden? Wie können diese in die bestehende IT-Landschaft eingebaut werden? Wer macht das – die IT? Oder soll geprüft werden, welche Dienstleister sich am besten eignen? Muss ein Head of E-Commerce eingestellt werden? Wieviel Budget stellen wir für das Thema E-Commerce bereit? Und haben wir überhaupt eine E-Commerce-Strategie?

All diese Fragen sind absolut wichtig und richtig. Sie sollten natürlich alle beantworten werden, jedoch in der richtigen Reihenfolge. Denn mit jeder Antwort kommt vielleicht eine neue Frage auf oder eine Lösung des Problems.

Die richtige Strategie definieren

Die Strategie kommt zuerst. Ohne eine klare Vorstellung, welche Ziele das Unternehmen mit dem Einstieg in den E-Commerce verfolgt, kommen Sie nicht zum gewünschten Ergebnis. Stellen Sie sich die Frage: Was möchten Sie mit einer Online-Plattform oder einem B2B-Onlineshop erreichen?

Planen Sie einen weiteren Vertriebskanal? Liegt Ihnen der Kundenservice am Herzen? Sind Sie auf Neukundenjagd? Sind internationale Märkte spannend für Sie? Oder haben Sie die Kosteneinsparung im Visier und möchten in diesem Zuge auch Ihre Prozesse optimieren? Erst wenn Sie eine klare Vorstellung von Ihren Wünschen haben und diese auch festgehalten haben, können Sie den nächsten Schritt planen – die Auswahl der E-Commerce-Lösung.

Das passende IT-System finden

Die Suche nach der richtigen IT-Lösung, um Ihr Online-Business zu starten, wird nicht weniger wichtig sein. Ihnen stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Sie können ein unabhängiges Beraterunternehmen beauftragen. Oder, wenn Sie einen Verantwortlichen für den E-Commerce in Ihrem Unternehmen etabliert haben, diese Person beauftragen, sich um die Auswahl des richtigen Systems zu kümmern. Dafür sind Ihre E-Commerce-Anforderungen wichtig, damit Sie diese mit den Funktionalitäten oder Möglichkeiten der Lösungen abgleichen können.

Wenn Sie sich einige Systeme ausgesucht haben, die am besten zu Ihren Vorstellungen passen – ob aus funktionellen oder userbedingten Gründen – stehen Sie vor der Entscheidung, ob Sie die Implementierung einer Online-Plattform mit eigenen IT-Ressourcen umsetzen oder ob es sinnvoll ist, wenn Ihr Unternehmen einen erfahrenen Dienstleister beauftragen würde.

Den richtigen Dienstleister auswählen

Die Auswahl der Dienstleister ist dann ein separater Schritt. Da werden Sie sich die Fragen stellen: Soll ich mir eine Firma empfehlen lassen? Muss der Dienstleister regional in der Nähe sein oder suche ich mir den kompetentesten aus und beiße dafür in den sauren Apfel, dass er einige hundert Kilometer entfernt seinen Sitz hat?

Spätestens nach den ersten Sondierungen und Vorstellungsgesprächen werden Sie wissen, was das Beste für Sie ist. Denn nicht nur das eindeutige technische Matching ist wichtig, sondern das Bauchgefühl wird Ihren Entscheidungsprozess unterstützen.

Budget-Entscheidungen treffen

Und zu guter Letzt ist da noch der Preis. Oder das sogenannten Budget, das Sie für ein E-Commerce-Projekt zur Verfügung stellen möchten. Viele Unternehmen halten sich sehr bedeckt, was die Budgetangabe betrifft. Meistens liegt es daran, dass die Entscheider keine Vorstellung davon haben, was E-Commerce kosten soll – vor allem weil sie bis dato keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt haben.

Diese Entscheidung sollten Sie bereits früh treffen, auch wenn mit den Angeboten der Dienstleister oder Systemhersteller der Aufwand immer klarer werden wird. Grundsätzlich sollte das Thema nicht unterschätzt oder unterbudgetiert werden. Der E-Commerce soll sich als vollwertiges Vertriebsinstrument im Unternehmen etablieren. Und wenn es von vornherein stiefmütterlich behandelt bzw. auf Sparflamme gehalten wird, kann es gar nicht wachsen, sich nicht entwickeln und damit zu einem wichtigen Bestandteil in Ihrem Unternehmen werden.

 

 

 

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