Individuelle User Interfaces: Der steinige Weg zur Umsetzung

Jedem USER sein eigenes, individuelles Frontend! Reduziert auf die Funktionen, die er für seinen aktuellen persönlichen Aufgabenbereich braucht. Mit allen Informationen, die für den jeweiligen Arbeitsschritt nötig sind, auf EINEM Schirm, auch wenn sie aus verschiedenen Datenquellen kommen. Einsetzbar auf Desktop, Tablet und Smartphone, im Büro und unterwegs. Geht das? Will man das? Wie macht man das und was wären die Konsequenzen? Und warum hat sich das noch nicht breit durchgesetzt, wenn es doch so verlockend klingt?

Um zu einer Klärung dieser Fragen zu kommen, fangen wir am besten damit an, uns mit den Motiven zu befassen. Der Sachbearbeiter selbst („User“) wäre natürlich begeistert über die eben skizzierte Möglichkeit. Wenn man ihm aber als „Preis“ dafür abverlangen würde, dass er – einmalig und umfassend – dokumentieren soll, was er GENAU braucht, damit noch EINMAL investiert wird und er dann die optimale Lösung für die nächsten X Jahre hat, dann wird der geschätzte User wohl lieber bei seinen heutigen Möglichkeiten bleiben. Er weiß schließlich aus seiner Erfahrung, dass sich Arbeitsinhalte und Verantwortungsspielräume immer wieder ändern und selten ein ganzes Jahr stabil bleiben. Am Ende liegt es noch an ihm, wenn das Ganze scheitert, weil er die Anforderung nicht richtig beschrieben hat? Lieber nicht …

Der IT-Verantwortliche, der in unserem Gedankenspiel für die ideale Lösung zu sorgen hätte, wäre bei einem solchen Ansatz gleich von mehreren Zweifeln gequält: Wie treffsicher ist die Anforderung beschrieben? Was kostet die Umsetzung, und wie passt diese überhaupt zum unternehmensweiten Paradigma „alles im Standard“? Wer kann das umsetzen? Die eigene Organisation nicht, also wieder mal externe IT-Dienstleister? Und die Kosten? Was, wenn sich dann doch ständig etwas ändert? Und die vielen Versionen sehr ähnlicher Use Cases, im Extremfall pro User? Lieber nicht …

Und trotzdem geht die Entwicklung in diese Richtung, denn Digitalisierung meint genau das! Große Standardsoftware-Anbieter haben sich darauf eingestellt, allen voran die SAP mit SAP Fiori, einer auf dem HTML5-Standard aufsetzenden Framework aus Konventionen und Werkzeugen, um die oben angedeutete Vision in die Wirklichkeit zu holen. Aber auch Fiori-Anwendungen entstehen  mit den Methoden der Softwareentwicklung und erst langsam greifen Alternativen, die Codierung zunehmend durch Konfiguration ersetzen.

In einer mit diesem Beitrag startenden Serie von Blogbeiträgen möchten meine Kollegen und ich unsere Erfahrungen teilen, die wir mit eigenen Werkzeugen zur Generierung von sehr individuellen User-Interfaces in verschiedenen Anforderungsszenarien gemacht haben. Bleiben Sie dabei!

 

 

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