Die Phasen einer Einführung von SAP EWM

Ein Warehouse Management System in einem Unternehmen einzuführen ist ein großer Schritt. Mit Blick auf den Ablauf des Projekts unterscheidet sich die Einführung von SAP EWM aber nicht von anderen IT-Projekten. Auch bei einer SAP EWM-Einführung werden die hierbei gängigen Phasen durchlaufen. Dies gilt aber nicht unbedingt für die Vorgehensweise, die sich je nach dem gewählten Einführungsansatz ergibt. Vergleicht man beispielsweise die Vorgehensweisen des klassischen Wasserfall-Models mit einer agilen Projekteinführung, unterscheiden sich die Phasen in den Projekten doch wesentlich über den gesamten Implementierungszyklus.

Generell lässt sich sagen, dass sich die Phasen im Rahmen der Projektinitiierung als sehr generisch darstellen. Vor dem eigentlichen Start eines Projektes steht für gewöhnlich zunächst der Bedarf nach einer Veränderung. Auf Basis dieses Bedarfes werden zunächst die Anforderungen an die neue Software definiert – zu diesem Zeitpunkt ist oftmals noch nicht klar, welche Software zum Einsatz kommen soll. Zur Klärung dieser Frage führen Kunden gerne eine Machbarkeitsstudie durch, welche die potenziellen Lösungen in Bezug auf die definierten Anforderungen hin untersucht.

Auch der Partner spielt beim Vorgehen eine Rolle

Ist geklärt, welche Software zum Einsatz kommen soll, gilt es den richtigen Lieferanten bzw. das richtige Implementierungshaus auszuwählen. Zu diesem Zwecke werden die definierten Anforderungen häufig im Rahmen einer Ausschreibung als Lastenheft zur Verfügung gestellt. Auf Basis dieses Lastenheftes oder der Ausschreibungsunterlagen bieten die Lieferanten die Implementierung der Software an.

Nach Auswahl des passenden Lieferanten können sich die Vorgehensweisen nun unterscheiden und ab der Definition der umzusetzenden Lösung unterscheiden sich die gängigen Methoden der Einführung von Softwareprojekten.

Klassisch oder agil?

Bei den klassischen Einführungs-Methoden (z.B. Wasserfall-Modell) wird zu Beginn des Projektes im Detail definiert, wie die Lösung ganzheitlich aussehen soll, um diese dann im Nachgang nach erfolgter Definition zu implementieren. Je nach Komplexität und Umfang der zu implementierenden Lösung benötigen diese beiden Phasen entsprechend viel Zeit, was dazu führt, dass der Kunde den ersten offiziellen Blick auf die Software erst nach ganzheitlicher Implementierung der Lösung bekommt.

Bei den agilen Methoden wird versucht, die beiden Phasen der Lösungs-Definition und der eigentlichen Implementierung zu verkürzen. Meist erfolgt dies durch einen iterativen Ansatz. Die zu implementierende Lösung wird demnach nicht gänzlich definiert, sondern man beschränkt sich bei der Ausarbeitung auf einen inkrementellen Anteil der Gesamtlösung, um diesen dann zeitnah zu implementieren und dem Kunden das Arbeitsergebnis vorzustellen. Basierend auf dem entsprechenden Feedback wird dann agil auf die Kundenanforderungen reagiert.

Auf die Tests kommt es an

In beiden Fällen erfolgen die ersten Tests durch die jeweiligen Umsetzer bereits zeitnah nach erfolgter Implementierung und werden im Laufe der weiteren Phasen im Hinblick auf den integrativen Test-Charakter erweitert. Da das typische Anwendungsgebiet von SAP EWM Lager in allen Branchen sind, erfolgen nach den ersten integrativen Tests unter sogenannten Laborbedingungen weitere Tests vor Ort. Hierbei werden alle Funktionen der Software mit der originalen Hardware unter sukzessiver Erweiterung des Komplexitätsgrades auf die korrekte Funktion und ein ergonomisches Handling hin getestet.

Zusammenarbeit endet nicht mit dem Go-Live

Je nach abgestimmtem Schulungskonzept erfolgt die Schulung der Key-User bereits während der Realisierungsphase spätestens jedoch im Rahmen der Testphase. Die geschulten Key-User übertragen dann, meist unterstützt durch den Lieferanten, das Wissen an die eigentlichen Endanwender.

Bevor die Software in der eigentlichen produktiven Umgebung des Kunden genutzt werden kann, durchlaufen der Kunde und der Lieferant noch die gemeinsame Phase der Migration und Cutover. Hierbei werden alle Daten und Tätigkeiten gemäß definierter Planung in das eigentliche Produktivsystem übertragen, um die Software zu nutzen. Für einen reibungslosen Start und einen möglichst schnellen Anstieg der Lieferfähigkeit betreut der Lieferant die ersten Tage der Nutzung der Software nach erfolgtem Go-Live im Rahmen einer Hypercare.

 

 

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