Die Art, wie digitale Zwillinge im Bauwesen (Teil 1) eingesetzt werden, lässt sich auf viele andere Branchen übertragen und vergleichsweise kostengünstig umsetzen. Denken Sie etwa im Einzelhandel an virtuelle Ladengestaltung, in der Logistik an virtuelle Lagerhallen und in der Industrie an virtuelle Werkstätten. In ihnen können Sie sehr realitätsnah ausprobieren, wie sich eine geplante Veränderung auswirken wird. Diese Liste ließe sich fortführen, beispielsweise im privaten Bereich, wenn es um Wohnungseinrichtung, Gartengestaltung oder auch eine Hochzeitsdekoration geht.

Die Eintrittsschwelle für die Nutzung dieser Art von digitalen Zwillingen ist dabei so niedrig wie noch nie. Die digitalen Modelle liegen häufig bereits vor – CAD-Zeichnungen warten nur darauf, für weitere Anwendungsfälle benutzt zu werden. Hinzu kommt, dass für die Visualisierung der 3D-Modelle keine teure Spezial-Hardware mehr benötigt wird. Mit Cloud Computing und Head Mounted Displays können mehrere Nutzer gleichzeitig in einem virtuellen Raum interagieren, und mit dem Einzug der AR-Technologie auf die aktuellen Smartphones wird noch nicht einmal mehr ein HMD benötigt.

Technologien im Geschäftsumfeld

Mit WebVR findet die Technologie Einzug in die aktuelle Browserwelt, und mittlerweile sind Spiel-Engines wie Unity oder Unreal zu ernst zu nehmenden Werkzeugen für Simulationen und Tests im kommerziellen Umfeld gereift. Sie bieten Entwicklungs- und Laufzeitumgebungen für eine Vielzahl von Zielplattformen und ermöglichen ein nahezu unbegrenztes Spektrum von interaktiven 3D-Grafikanwendungen in fast allen Anwendungsfällen der Geschäftswelt. So lassen sich beispielsweise die Arbeitsbedingungen von Menschen im Zusammenspiel mit Robotern virtuell, aber realitätsnah simulieren und so Unfallrisiken minimieren.

Ein weiterer Aspekt geht über die reine Planung und Simulation hinaus. Digitale Zwillinge verwenden reale Daten von installierten Sensoren, die in Millionen von Smartphones und anderen digitalen Geräten (Stichwort „Internet of Things“) bereits millionenfach verbaut sind – Tendenz stark steigend.

Diese Kopplung der virtuellen und realen Welten ermöglicht die Analyse von Daten und die Überwachung von Systemen. Das kann sehr hilfreich sein, um Probleme zu verstehen und zu bearbeiten, bevor sie überhaupt auftreten.

Zusammenfassung:

Ein digitaler Zwilling besteht aus drei Elementen:

  1. dem abzubildenden realen Objekt,
  2. dem digitalen Zwilling im virtuellen Raum und
  3. Informationen, welche die beiden miteinander verbinden.

Für die Umsetzung benötigt werden: 

  1. ein 3D-Objekt,
  2. Sensoren, die Daten sammeln,
  3. ein System, das die Sensordaten empfängt, verarbeitet und auswertet sowie
  4. sachverständige Experten, die die Modelle und Echtzeitdaten zusammenbringen und in einem System vereinigen.

Wenn Sie das Thema „Digitaler Zwilling“ in der Industrie näher interessiert, dann besuchen Sie uns doch einfach am 27. September 2018 auf dem SALT Infotag Produktion in Würzburg. Wir freuen uns auf anregende Gespräche mit Ihnen.

 

 

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