Blockchain – Kryptohype oder der nächste Schritt für Unternehmen?

Kaum eine neue Technologie hat in den letzten Jahren so viel Aufsehen erregt wie die digitale Kryptowährung Bitcoin. Nach ihrem steilen Anstieg bis Ende 2017 ist die Währung durch die seitdem andauernde Talfahrt in eine Krise geraten. Verglichen mit dem Rekordhoch aus Dezember 2017 hat die virtuelle Währung fast 70% an Wert verloren. Ob eine Erholung oder sogar das nächste Krypto-Hoch zu erwarten ist – wer weiß?

Unabhängig davon wie sich der Bitcoin entwickeln wird, könnte die Technologie dahinter in Zukunft zentraler Treiber der Digitalisierung sein.

Die Rede ist von BLOCKCHAIN.

Die Blockchain-Technologie, die unter anderem beim Transfer von Bitcoins zum Einsatz kommt, ist im Kontext der digitalen Transformation vermutlich unbekannter als ihre Mitstreiter Machine Learning, IoT und Big Data. Sie bietet jedoch ebenso viel Potenzial für Unternehmen diverser Branchen, darunter auch die Logistikbranche.

Was bietet die Blockchain?

Neben Transparenz, Sicherheit der Transaktionen und Daten sowie hoher Zuverlässigkeit bietet die Technologie eine Basis für papierlose Transaktionen von allem, was Wert bietet (Geld, sensible Daten). Dabei sind die Blocks so entwickelt, dass jeder Datenblock mit dem vorherigen „kryptographisch verlinkt“ ist. Ein Angriff oder Betrug aufgrund entstehender Dateninkonsistenz wird so aus heutiger Sicht unmöglich.

Für die Logistik liegen die Vorteile auf der Hand:

  • Optimierung der physischen Supply Chain durch real-time Track & Trace
  • Bereitstellung, Prüfung und Genehmigung von papierlosen Versanddokumenten zur richtigen Zeit
  • Stärken von Vertrauen in Geschäftspartner im globalen Handel durch Automatisierung von Zahlungsprozessen

Zwar gibt es aktuell noch wenige ausgereifte Use Cases auf Unternehmensebene, doch eine Vielzahl der „Big Player“ investiert bereits in großen Summen in Pilotprojekte auf Branchenebene (Maersk, IBM, Walmart). So hat IBM eine Zusammenarbeit mit diversen Firmen der Lebensmittelbranche angekündigt. In diesem Projekt soll durch die Integration der Blockchain in die Supply Chain unter anderem die Nachverfolgbarkeit von verunreinigter Nahrung oder durch Lebensmittel verursachte Krankheiten verbessert und beschleunigt werden. Teil der Blockchain sollen neben den teilnehmenden Unternehmen (Dole, Nestlé, Unilever und 7 weitere) auch Landwirte und Erzeuger, Lieferanten, Industrie, Händler, Behörden und Verbraucher sein.

Auch SAP macht ihr Produkt SAP Leonardo Blockchain-fähig, in der sogenannten Blockchain-as-a-Service-Lösung. Angeboten wird diese – sogar ohne den Einsatz unternehmenseigener Blockchain-Entwickler – im Pilot über die SAP Cloud Platform Blockchain, die die Technologie für viele Unternehmen erreichbar macht.

Wenn man bedenkt, dass der Großteil aller gespeicherten Daten weltweit erst in den letzten Jahren gesammelt wurde, ist die Auseinandersetzung mit Sicherheitsstrategien zu digitalen Transaktionen und Online-Dokumenten ein Thema, das sicherlich Aufmerksamkeit verdient.

Was können wir in naher Zukunft erwarten?

Wenn wir einen Blick in die nahe Zukunft wagen, werden voraussichtlich einige der Pilotprojekte erfolgreich in eine Produktivumgebung gehoben und damit weitere Einsatzgebiete im Unternehmensalltag gefunden. Es ist wahrscheinlich, dass die Branchen für sich eigene Konzepte stabilisieren und selbst Deutschlands Mittelstand auf den Zug der Blockchains aufspringen wird. Wie lange es dauern wird, bis auf die Blockchain als stabile Standardtechnologie branchenübergreifend gebaut wird, bleibt – wie immer bei neuen Technologietrends – abzuwarten. Spannend bleibt es allemal.

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