Arbeitsplatzwechsel für einen Tag – vom Büro ins Lager

Seit über zwei Jahren ist SALT Solutions bereits für einen der führenden Automobilzulieferer aktiv und hat im Rahmen der Einführung von SAP EWM in dessen Lager in Schweinfurt den Standard um kundenspezifische Komponenten erweitert. Seit Juli 2018 wird die implementierte Software in den verschiedensten Geschäftsszenarien getestet und der Echtbetrieb des Lagers simuliert. Zu einem solchen Testbetrieb durften wir das Implementierungs-Team begleiten.

Mit Sicherheitsschuhen in die Höhle des Löwen

Bereits um 8 Uhr morgens startete an einem sonnigen Samstag im August unsere Fahrt von Würzburg nach Schweinfurt. Nachdem wir unseren Besucherausweis erhalten hatten, durften wir das riesige Firmengelände betreten. Als erstes wurden in einem Kick-Off-Meeting der aktuelle Stand aller Projekte besprochen, die Testfälle aus den vergangenen Tagen reflektiert und der Plan für den heutigen Tag abgestimmt.

Ausgerüstet mit Sicherheitsschuhen sind wir anschließend in den Lagerbereich geführt worden. Die mit einer Metallkappe ausgestatteten Schuhe dienen dem Schutz vor Arbeitsunfällen, welche in einem Lager schneller passieren als an unserem gewohnten Arbeitsplatz hinter dem Schreibtisch.  Im Lager angekommen, konnten wir gleich bei den ersten Tests im Bereich des Wareneingangs dabei sein. Es waren speziell für die Tests beschriftete, leere Kisten eingelagert worden – die Behälter waren nicht befüllt, um die anschließenden Schritte, wie beispielsweise das Kommissionieren, zu vereinfachen. Hintergrund hierfür ist, dass parallel zum eigentlichen produktiven Betrieb des Bestandslagers zusätzlich am Wochenende getestet wird und deshalb das Lager zeitgleich auch tatsächliche Bestände im Altsystem enthält. Die Kisten wurden dann eingelagert und der Bestandsaufbau im System erfasst. Die dabei entstehenden Daten stehen anschließend für die Ausführung der Kundenaufträge und somit auch für die Kommissionierung zur Verfügung. Die anschließenden Tests zum Einlagern der Ware und zum automatisierten Bestandsaufbau durch die Software verliefen durchweg positiv. Somit war das Team bereit für die nächste Station: Die Kommissionierung.

Superschnell dank Teamarbeit

Wir haben das Team der Kommissionierung tatkräftig unterstützt, indem wir die für die Abwicklung der Kundenaufträge benötigten Waren zusammenstellten. Zur Identifikation der ankommenden Ware aus dem Lager haben wir Handscanner eingesetzt. Dank unserer tollen Teamarbeit waren wir sogar so schnell, dass wir einen Kistenstau im nachgelagerten Teil des Materialflusses erzeugten. Der Rückstau ist entstanden, weil wir für unsere Kisten nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung hatten – denn der eigentliche Bestand, mit dem unter der Woche gearbeitet wird, befand sich zusätzlich auch noch im Lager. Auf dem Weg in die Mittagspause war dann höchste Vorsicht geboten, denn wir kreuzten den Weg der fahrerlosen Transportsysteme, die Material komplett ohne menschliches Zutun abholen und zum Zielort bringen.

Auf du und du mit Robotern

Gestärkt durch Pizza waren wir nach der Pause bereit für die zweite Hälfte des Arbeitstages, die mit einem kurzen Wrap-up im knapp 30 Grad warmen Lager begann. In diesem Moment vermissten wir die Klimaanlage aus dem Büro besonders… Unsere letzte Station an diesem Tag war die Konsolidierung. Zwei Roboter unterstützen hierbei unermüdlich bei den vielen Aufträgen und setzen die zuvor kommissionierten Kisten in vorgegebenen Setz-Mustern auf Paletten zusammen.

Gabelstapler platzieren diese anschließend in Regalen und bereiten sie so für den Abtransport vor.

Fazit

Für uns war es aufschlussreich zu sehen, wie die einzelnen Prozesse nahtlos durch die Software ineinandergreifen. Der Praxistag hat uns sehr anschaulich vor Augen geführt, was wir in der Theorie schon gelernt hatten: Wir hatten zuvor bereits in Präsentationen eine Menge über SAP EWM erfahren, und konnten nun selbst im System arbeiten und dieses besser verstehen lernen. Die Mitarbeiter waren sehr aufgeschlossen und haben uns viele interessante Einblicke ermöglicht. Die Führung durch das Innenleben des Kastenregallagers war eines unserer persönlichen Highlights. Denn dieser Lagertyp ist vollkommen automatisiert und darf normalerweise nicht betreten werden.

Nach einem Tag Lagerluft schnuppern sind unsere bleibenden Eindrücke: Die Lagerverwaltung ist ein sehr komplexes und dadurch auch sehr spannendes Thema. Tatsächlich ist es doch noch mal etwas ganz Anderes, ein so großes und automatisiertes Lager live zu sehen, als es nur durch Erzählungen von den Kollegen zu kennen. Das neu gewonnene Verständnis über die Lagerverwaltung wird uns bei unserer zukünftigen Arbeit sicher sehr behilflich sein.

 


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