5 Fehler, die Sie bei Ihrem Digitalisierungsprojekt unbedingt vermeiden sollten

Ist Ihr Unternehmen schon digital oder fristen Sie Ihr Dasein noch in der analogen Welt? Viele Unternehmen haben zurzeit das Gefühl, von der ganzen Euphorie rund um die Themen Internet der Dinge (IoT), Industrie 4.0 und Digitalisierung abgehängt zu sein. Manche reagieren panisch und beginnen, sich diesem Phänomen mit Aktionismus zu nähern. Die Unsicherheit ist nachvollziehbar, denn, wie bei Innovationen üblich, warten jede Mange Fallstricke auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Die nachfolgenden Empfehlungen sollen Ihnen dabei helfen, die häufigsten Fettnäpfe bei der Umsetzung Ihrer Digitalisierungsstrategie zu vermeiden.

Fehler 1: Viel zu großer Leistungsumfang
Es ist leider eine deutsche „Tugend“, alle bestehenden Ziele in ein einziges Projekt packen und alle Schmerzen auf einmal bekämpfen zu wollen. Die Quittung für ein solches Bestreben kann man exemplarisch an der gescheiterten Fertigstellung des Flughafens Berlin Brandenburg analysieren. Ein Großteil derartig umfangreich aufgesetzter Projekte endet im Misserfolg – mit erheblichen und kaum kalkulierbaren Aufwänden und Zeitbedarfen.

Daher: Fangen Sie klein an! Nehmen Sie sich eines kleinen, überschaubaren und gut handhabbaren Projektvolumens an. Wenden Sie das japanische Prinzip des KAIZEN an: Nähern Sie sich dem Ziel in kleinen Schritten und ziehen Sie aus den Erfahrungen mit jeder Teilaufgabe wichtige Erkenntnisse für die Optimierung der weiteren Schritte. So passen Sie Ihre Strategie kontinuierlich an den tatsächlichen Projektverlauf an. Im typischen Jargon des Projektmanagements heißt das: Agil geht vor Wasserfall! 

Fehler 2: Ausschließen der Fachabteilungen
Sehr häufig führen Unternehmen die ersten Digitalisierungsprojekte nur innerhalb der IT-Abteilung durch. Sie probieren die IoT-Technologien erst einmal in diesem Rahmen aus, und so sind die Fachexperten zu Beginn des Digitalisierungsprojekts ausgeklammert.

Das führt in der Regel dazu, dass die ersten Maßnahmen der Digitalisierungsstrategie nicht zum Erfolg führen. Es werden Rufe laut, dass IoT auch nur die sprichwörtlich nächste „Sau“ sei, die „durch das Dorf getrieben“ und am Ende wieder verschwinden werde. Das erste, was dann digitalisiert wird, ist die Kaffeemaschine, damit die Mitarbeiter ihren Kaffee über das Smartphone in Auftrag geben können. Und dabei bleibt es dann auch.

Nehmen Sie daher die Fachseite von Anfang an mit in die Digitalisierungswelle. Bilden Sie gemeinsam ein Team. Stellen Sie konkrete Projekte aus dem realen Leben des Unternehmens zusammen und bewerten Sie am Ende den gemeinsamen Erfolg beziehungsweise die Verbesserungsmöglichkeiten. So stellen Sie sicher, dass sich das gesamte Unternehmen Schritt für Schritt auf den Weg zur digitalen Fabrik begibt.

Fehler 3: Zu hohe Investitionen in Hard- und Software
Die Technologien der IoT-Welt sind vielfältig und kaum zu überblicken, viele davon werden wohl nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Diese Welt ist noch nicht so „heil“ und konsolidiert wie etwa der Markt für ERP-Systeme.

Sparen Sie sich daher Investitionen in Hard- und Software. Wählen Sie stattdessen lieber eine der vielen angebotenen IoT-Plattformen in der Cloud, wie zum Beispiel SAP Leonardo, und machen Sie so Ihre Digitalisierungsstrategie von Anfang an skalierbar und umfassen fortschrittliche Technologien wie etwa künstliche Intelligenz und Maschinenlernen, Analytics, Blockchain- und IoT-Technologien. Unternehmen bestellen nur genau die Menge und Art an IoT-Services, die Sie für das erste Digitalisierungsprojekt brauchen und wählen dann bei Bedarf weitere Services.

Falls sich dann herausstellt, dass die gewählte Technologie ihrem Bedarf nicht entspricht, dann können Sie von heute auf morgen auf andere Technologien wechseln, ohne dass sie vorher Investitionen vergeudet haben. Besser kann eine Lösung nicht für Sie maßgeschneidert werden!

Fehler 4: Zögern und Zaudern
Keine Ausreden mehr – fangen Sie einfach an. Viele Unternehmen stellen zuerst eine Digitalisierungsstrategie auf, anschließend benennen sie ein IoT-Team, überlegen dann, welche Digitalisierungsprojekte sinnvoll sein könnten und erstellen dann für alle diese Vorhaben einen Projektplan, ein Lastenheft, und vieles mehr. So gehen Monate oder sogar Jahre ins Land, bevor „der erste Spatenstich“ ausgeführt wird. Aber bedenken Sie: Die theoretischen Erkenntnisse von anderen Unternehmen, Beratungshäusern oder Dienstleistern bringen Sie nicht voran. Jedes Unternehmen hat andere Aufgaben zu bewältigen, natürlich auch Ihres. Nehmen Sie also das erstbeste (kleine) Projekt, das Ihnen vor die Flinte gerät, und setzen Sie es gemeinsam mit IT & Fachseite mit zeitgemäßen IoT-Technologien um!

Fehler 5: Ängstlich reagieren statt Ziele setzen
Viele Digitalisierungsprojekte sind derzeit von der Angst angetrieben, etwas zu verpassen. Wir hören immer wieder Aussagen wie „Wir müssen uns mit Industrie 4.0 beschäftigen“ und „Wir müssen unbedingt unsere Prozesse digitalisieren“. Doch wer zwingt Sie? Bleiben Sie ruhig und denken Sie zuerst einmal nach, wo bei Ihnen im Unternehmen der Schuh im Moment drückt oder wo ein definiertes Ziel noch nicht erreicht ist. Das sind in der Regel die Stellen, an denen Sie die modernen Technologien ausprobieren können. Dann werden Sie feststellen, ob die viel diskutierten digitalen Heilsbringer den Versprechungen auch wirklich standhalten!

Stellen Sie sich zu jedem Projekt folgende Fragen:

  • Welches unternehmerische Ziel soll erreicht werden? Egal, wie klein das Projekt auch definiert ist: es hat immer die Aufgabe, ein unternehmerisches Ziel zu erreichen. Nur so können Sie bei Projektabschluss bewerten, ob sich die Investition gelohnt hat.
  • Habe Sie am Ende wirklich erreicht, was Sie wollten? Sie haben Zeit und Geld investiert, um ein Ziel zu erreichen und das Unternehmen weiterzuentwickeln. Aber unterschätzen Sie nicht die wichtige Rolle von vermeintlichen Misserfolgen. Diese führen auch zu wertvollen Erkenntnissen und helfen beim Aufbau von notwendigem Know-how für zukünftige Digitalisierungsprojekte.

Ich hoffe, dass Ihnen dieser Leitfaden mehr Sicherheit auf Ihrem Weg zur smarten Fabrik gibt. Falls Sie noch weitere Denkanstöße oder einfach einen Sparringspartner rund um das Thema Digitalisierung benötigen, dann nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

Übrigens: Sie finden uns auch auf dem diesjährigen DSAG Jahreskongress in Leipzig. Kommen Sie gerne am Stand I5 vorbei und lassen Sie uns über das Thema Digitalisierung sprechen.

 

 

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